Schneider-Gesellen.
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11) Wer aber muhtwilHg ist und kein Gehör geben will, soll
an dasz Ampt verwiesen werden.
12) Kein Gesell soll vor offener Laden ein Messer bey sich
tragen bey Straffe achtzehen Schilling.
13) Wann die Gesellen alle Quartal in des Beisitzers Haus^z
zusammen kommen, sollen die Schaffer und Beysitzer sich
setzen, und wer alsdann zu klagen hat, der bringe es höffhch
und soll ihm kein Gesell einreden bey Straff einer Marek rigi ^
14) Da jemand unter den Gesellen wieder den Krugvater
Wirtter oder ihr Gesinde etwas verwürcket, soll nach Gelegen
umb ein Marek gestraffet.
15) Kein Gesell soll Freibier über die (fassen tragen he.
Straff achtzehen Schilling.
16) Der Gesell, so Bier schencket und sich nicht höflich ha
oder das Bier verunreiniget, soll gestraffet werden.
17) Da jemand mehr Bier vergeusst oder spület, dann er
reine Hand bedecken kan, soll zur Straffe sechs Schilling gc ^
18) Wann ein Gesell anliero wanderen kommet, der
die vier Wochen die Brüderschafft gewinnen bey Straffe ein
Marek. _
19) Es sollen sich auch, die letzt wanderen kommen, da sie
der Wanderzeit das Bier zu schencken gekohren worden,
keinesweges dawieder auf lehnen, oder sie sollen gestraffet wer
20) Das Zechgeld sollen die Ciesellen den andern I ag 1^
Wanderzeit auszkehren bey Straff einer Marek rigisch.
21) Es soll kein Gesell in der Wanderzeit bey freyem
ein Gewehr bev sich behalten, wenn sie der Schaffer von '
iTlit
Sich
elen
der
Hier
fordert, oder er soll gestraffet werden.
22) Alle Wanderzeit soll den Schaffnern ihre alte Gerechtig
nemblich ein Thaler, gelassen werden ahn Argelist und (.ee^
Und auf das alles desto gewisser müge gehalten 4-
haben wir Elterleute, Meistere, Schaffnere, Altknechte und sa
liehe (Gesellen obgenant itziger unserer Amptsherren, neniblic^
ehrenvesten, achtbaren und wohlweisen Herren Otto Cannen^^^^^
Herrn Frantz Grafen \ Consensum hierzu gebührlich erfordert, "
1 Vergl. S. 345, Anm. i.
2 Ibid. Anm. 2.