Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Anhang.

7m
Hierzu  mögen  auch  bequemlich  die  grosze  Compagnien,  als
die  Compagnia  der  Schwartzen  Häubter,  die  Compagnie  der
Cramer,  persuadirei  und  beredet  werden,  die  dann  jährlich
ein  Ansehnlichesz  zu  offtgedachter  Kirchenordnungk  und
Erhaltung  desz  gemeinen  Schutzwesen  löblich  contribuirán
konten.
Wann  dann  auch  die  Handtwercksgesellen  in  allen  Zunfften
ihre  besonderliche  Amtslade  haben,  so  konte  deroselben  ebenmäszigk
  eine  jährliche  Zusteur  von  4  Rthal.  zusammen  zur  Kirchenordnungk ­
  und  gemeinen  Schutzwesen,  deren  die  Purse,  so  lange
sie  leben,  ebenmeszigk  gemeinsam  ufferleget  und  dargegen  ihnen
die  Inventation  und  Confiscirung  der  hieselbsten  versterbenden
Handtwercksgesellen  Meblen  und  Kleider,  da  sie  nemlich  innen
Jahr  und  Tagk  nicht  gebührlich  abgefordert  werden  etc.,  so  dennoch
wieder  hiesigen  Waisengk  Interesse,  die  die  Purse  de  facto  biszhero
practisiret,  rechtlich  gelaszen  werden.  Wann  dann  nun  durch  solch
Reduction  derer  in  particulier  alle  junge  Meistere  sich  mercklic
zu  erferwen.
Cap.  j.  Von  dem,  7vorin  den  Ambten  und  Wercken  himviederiini^
mercklich  ^efu^et  iverden  kann.
Nachdem  nun  vorhergehender  Maszen  die  letzere  Personen,
bey  unsz  sich  zusetzen  wollen,  von  groszen  Auszgaben  befreyet
und  also  mercklich  geholffen,  die  Vermehrungk  aber  der  Han  twercker
  hiedurch  nicht  wenigk  befördert,  darneben  aber  die  jährliche ­
  Auszgabe  und  Zusteure  der  Ambtslade  vermehret  werden
wollen,  so  müszen
I.  hingegen  den  Wärcken  über  obige  ihre  andre  extraordinaire
Zuflusze  und  Heysteure,  die  von  denen  in  confirmato  jam  sta  ^
lebenden  Meistern  und  Ambtsbrudern  herruhren,  billigk  gelasse
werden,  alsz  da  sein:
1)  Die  Heysteur,  wann  entweder  monathlich  oder  alle  V^ar  •
dasz  Ambt  bey  der  Laden  zusamenkombt.
2)  Der  Pfennigk  (so  mehrentheils  V2  Rthal.  ist)  so  derjenige,
ausser  der  gewöhnlichen  Zeit  und  also  extraordinarie  uff  ^
Erfordern  dasz  Ambt  zusaamenladen  läszet,  von  alters  e
erlegen  müssen.  jg
3)  Die  Straffe,  so  die  auszbleibende  oder  zu  späet  komme
Ambtsbruder  bey  denen  von  den  Elterleuten  angese
Zusamenkunfften  dero  Schrägen  nach  zahlen  muszen.
            
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