fullscreen : Deutschlands chemische Industrie

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Gerbstoffe
Zucker

Eiweissstoffe ­


C.  Harries*)  in  Kiel  und  die  unter  C.  Duisbergs
tatkräftiger  Leitung  von  Fritz  Hofmann  und  seinen
Mitarbeitern  in  den  Elberfelder  Farbenfabriken
ausgeführten  Untersuchungen  zeigen  schon  den  Weg  zur
technischen  Gewinnung  des  künstlichen  Kautschuks,
um  den  deutschen  Bedarf  und  vielleicht  den  Weltbedarf,
der  heute  einen  Wert  von  900  Millionen  Mark  aufweist,
im  Inlande  zu  fabrizieren.**)
Die  Synthese  der  Gerbstoffe  ist  von  Emil  Fischer
aufgenommen  worden.  Ihm  verdankt  die  wissenschaftliche ­
  Chemie  die  Erforschung  der  natürlichen  Zucker,
eines  Gebietes,  das  vorher  zu  den  geheimnisvollsten
dieser  Wissenschaft  gehörte.  Zu  seiner  Eroberung
haben  indessen  die  bisherigen  Waffen  der  chemischen
Synthese  nicht  ausgereicht.  Wie  im  modernen  Kriege
musste  der  geniale  Forscher  die  dritte  Dimension  zu
Hilfe  nehmen,  um  mit  dem  Flugzeug  der  Stereochemie
van’t  Hof'fsi  dieses  verwickelte  Gebiet  restlos  aufzuklären. ­
  Auch  vor  dem  höchsten  Problem,  der  wissenschaftlichen ­
  Synthese  der  Eiweissstoffe,  ist  Emil
Fischer  nicht  zurückgeschreckt.  Ob  es  aber  der  technischen ­
  Chemie  jemals  gelingen  wird,  in  der  Gewinnung ­
  der  Nahrungsmittel  mit  der  Natur  in  erfolgreichen ­
  Wettbewerb  zu  treten?  Wer  vermöchte  es  zu
sagen!
*  *
*
*)  C.  Harries.  Ueber  künstlichen  Kautschuk  vom  wissenschaftlichen ­
  Standpunkt.  „Kunststoffe.“  München  1912.  2.
**)  Der  erste  Weg,  der  zum  künstlichen  Kautschuk  geführt  hat,
ging  über  das  Isopren,  einen  leichtflüchtigen  Kohlenwasserstoff,
der  zuerst  1860  von  Greville  Williams  durch  trockene  Destillation
aus  dem  Kautschuk  gewonnen  wurde.  Es  hat  sich  ergeben,  dass
der  Kautschuk  als  ein  Polymerisationsprodukt  des  Isoprens  aufzufassen ­
  ist.
            
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