Full text: Die Volkswirthschaftslehre

164 Buch 2. Kap. 2. Zusammenwirken der Produktionsmittel. 
Der mögliche Grad ihrer jeweiligen Ausbildung hängt 
ab: zunächst allgemeinhin von der Eutwickeltheit des Ver 
kehrs und davon, in welchem Maße dieser den Einzelnen der 
Nothwendigkeit überhebt, gerade dasjenige auch selbst zu 
produciren, dessen er unmittelbar bedarf; ferner insbesondere 
von der Ausdehnung des bent Producte gegenüberstehenden 
Bedarfs, sowie außerdem von Sicherheit und stetiger Fort 
setzbarkeit der Production. Sehr weit gehende Theilung 
dieser vermag deshalb überall erst auf den höheren Kultur 
stufen einzutreten, wird jedoch mit Anwachsen des Ver 
kehrs, auf den sie zugleich wieder mehrend zurückwirkt, und 
mit zunehmender Erweiterung des Marktes fortwährend un 
behinderter. 
Auf den niederen Kulturstufen ist jede vereinzelte Wirthschaft 
noch darauf angewiesen, möglichst alle Gegenstände ihres Bedarfs 
selbst zu erzeugen. Die Entwickelung der Productiousthcilung 
beginnt da mit Entstehen des Verkehrs und damit, daß solche 
Güter, deren Beschaffung mehr Kunstfertigkeit erfordert, oder 
welche nicht überall gewinnbar sind, einzutauschen gesucht werden. 
Erst in vorgeschrittenerer Zeit, bei vielseitiger gewordenen Ver- 
kehrsbezichungcn, welche Eintauschcnkönneu alles Benöthigten 
gestatten, tritt nach und nach die Füglichkeit ein, die eigene 
Production auf dasjenige einzuschränken, wozu gegebenen Falls 
die verfügbar gehabten Productionsmittel am erfolgreichsten zu 
benutzen sind. 
Auch kann eine Production um so weniger überwiegend oder 
sogar ausschließlich betrieben werden, je kleiner der ihr gegen 
überstehende Bedarf an sich oder infolge örtlich beschränkter Äbsatz- 
gelegenheit ist. Erweitert sich der Verbrauch durch Zugänglicher- 
werdcn des Products für Mehrere, stärkere Bcvölkerungsanhäusung 
rc., oder der Markt durch Besserwerden der Transportmittel, 
Wegfall von Zollschranken re., so wird die Productionstheilung 
durchführbarer. In kleinen Landstädtchen muß z. B. derselbe 
Krämer, tvelcher vielleicht außerdem noch Fcldbesitzer, Gastwirth 
und Schlachter ist, mit Kolonial-, Schnitt- und Nadlerwaareu re. 
handeln, während sich der Kaufmann in der Großstadt auf eine 
besondere Waarengattung zu beschränken vermag. Am spätesten 
aber wird die Productionstheilung bei Erzeugung solcher Produkte
	        
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