Full text: Die Volkswirthschaftslehre

168 Buch 2. Kap. 2. Zusammenwirken der Produktionsmittel. 
wo und wie dieselben am wirthschaftlichsten zu beschaffen sind, 
sowohl allen Consumenten der betreffenden Guter, als auch den 
Producenten. Letztere gerathen jedoch, nach sehr beträchtlicher 
Verengung ihrer Erwerbsthätigkeit und nachdem diese von weiteren 
Geschäften gänzlich abhängig geworden ist, allerdings um so 
leichter in die Gefahr, durch nachhaltige Consumtionsveränderungen 
oder vorübergehende Absatzstockungen re. besonders schwer betroffen 
zu iverden, je weniger unentbehrlich ihr Product und je schwan- 
kender dessen Absatz ist, z. B. derjenige mancher Mode- und 
Exportartikel, deren nächste Abnehmer sogenannte „Verleger" sind, 
welche die letzte Vollendung und den nachherigen Vertrieb der 
in Auftrag gegebenen oder freihändig aufgekauften Waare über 
nehmen. 
#76. 
In ähnlicher Weise nutzt endlich auch die internatio 
nale Productionstheilung, welche zwischen verschiedenen 
Volkswirthschaften infolge starker gegenseitiger Verkehrsbe 
dürftigkeit dieser eintritt, und deren nationale Selbständigkeit 
lediglich dann in bedenklichem Grade beeinträchtigen könnte, 
wenn dadurch das eine Volk in Bezug auf Erlangung völlig 
unentbehrlicher Güter von einem anderen einseitig abhängig 
würde. 
Jede Vvlkswirthschaft muß, solange der Verkehr von Volk 
zu Volk schwierig und unsicher ist, ihre sämmtlichen Bedürfnisse 
mit unmittelbar durch Eigengewinnung erlangten Producten zu 
befriedigen bemüht sein. Erst von da an, wo zwischen räumlich 
getrennten Völkern sich wechselseitige Verkehrsbeziehnngcn zu ent 
wickeln anfangen, luid, es möglich, nebenher durch Tausch erlangte 
fremdländische Erzeugnisse zur eigenen Bedürfnißbefriedigung mit- 
zuverwenden. Getauscht aber werden zunächst solche zubringbarere 
Naturcrzeugnisse, welche das eine Volk zufolge der Naturbeschaffen 
heit des von ihm bewohnten Landes reichlich besitzt, während es 
dem anderen daran fehlt, z. B. Salz, Metalle, Elfenbein re., und 
demnächst zugleich solche Fabrikate, z. B. Waffen, Gewebe 
welche das eine vermöge seines Knlturzustandes bereits massen 
haft, das andere hingegen noch gar nicht oder doch noch nicht 
ebenso leicht hervorzubringen vermag. Schließlich, nachdem der 
internationale Verkehr unbehinderter, vielseitiger und lebhafter
	        
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