Full text : Die Volkswirthschaftslehre

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180

Erstes  Kapitel.
Ureis.

8  84.

Der  Preis  ist  die  Gegenleistung,  welche  man  (als
Tauschäquivalent,  als  Gegenwerth)  beim  Vertauschen  eines
Gutes  für  dasselbe  erhalt.  Der  Preis  eines  solchen  besteht
also  in  der  Menge  eines  bestimmten  anderen  Grites,  die  sich
dafür  eintauschen  läßt.

Man  bezeichnet  auch  den  Preis  als  „verwirklichten"  oder  in
der  Gegengabe  „verkörperten"  Tauschwerth,  und  begreift  dann
unter  dem  Preise  eines  Gutes  den  in  einer  bestimmten  Menge
eines  anderen,  dafür  einzutauschenden  Gutes  ausgedrückten
Tauschwerth  desselben.
Vertauscht  man  z.  B.  10  Schafe  gegen  1  Rind  vder  gegen
1  Pfund  Silber,  so  ist  der  Preis  eines  Schafes  gleich  i/io  Rinde
oder  i/io  Pfd.  Silber,  und  der  Preis  von  1  Pfd.  Silber  gleich
10  Schafen  oder  1  Rinde,  je  nachdem  man  ein  Schaf  oder  ein
Pfund  Silber  gegen  dieses  vder  feiles  Gut  abwägt  und  vertauscht
denkt.  Gewöhnlich  aber  vergleicht  man  ein  zu  vertauschendes
Gut,  um  den  Preis  desselben  auszudrücken,  mit  der  örtlich  und
zeitlich  umlaufsfähigsten  und  allgemein  beliebtesten  Waare,  dem
weiter  unten  näher  zu  erwähnenden  Gelde.
Unter  Marktpreis  ist  daher  der  in  der  Mehrzahl  der  Tauschfälle ­
  gewöhnlich  erlangte  Geldpreis  zu  verstehen.  Einen  solchen
können  nur  diejenigen  Güter  haben,  welche  regelmäßig  producirt
und  vertauscht  werden.  Demselben  steht  der  vereinzelte  Preis
solcher  Güter  gegenüber,  welche  nur  selten  zum  Vertausch  kommen. ­
  Unter  Durchschnittspreisen  dagegen  versteht  man  die  aus
mehreren  Einzelpreisen,  welche  in  den  einzelnen  Tauschfällen
erzielt  wurden,  abgeleiteten  mittleren  Preise.  Letztere  ergeben
sich  am  zuverlässigsten,  wenn  man  die  Gesammtmasse  der  vorliegenden ­
  Falls  umgesetzten  Waare,  unter  entsprechender  Berück-
            
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