§ 93. 94. Nachhaltige Preisveränderungcn. 195
Kapitalien k. eine ebenmäßige Concurrenz nicht finden, und ferner
in den Fällen, wo der Producent durch Privilegien, Erfindungspatente
re. künstlich geschützt oder selbst auch nur durch Gewohnheiten
und Vorurtheile ausnahmsweise begünstigt ist.
Weit unter den Prodnctionskostcn stehende Preise können
dagegen insbesondere dann eintreten, wenn der Producent seine
Production selbst unter für dieselbe äußerst ungünstigen Verhältnissen
fortsetzen muß, um z. B. nur wenigstens die unentbehrlichsten
llnterhaltsmittel zu erwerben und seine Arbeitskraft nothdürstig
zu verwerthen, um die Nutzungen der einmal gemachten Kapitalauslagen
nicht ganz zu verlieren, oder um sein Unternehmen bis
zum Eintritte einer günstigeren Conjunctur Hinzufristen, sowie
ferner dann, wenn sein augenblickliches Tauschbedürfniß ungleich
stärker als dasjenige der etwaigen Abnehmer seiner Waare ist.
Die sogenannten Wucherpreise sind zwar ebenfalls Preise,
ivclchc zu Guusten des einen und zum Nachtheil des anderen
Tauschenden von den nothwendigen Productionskosten und dem
gewöhnlichen Marktpreise außerordentlich abweichen, unterscheiden
sich jedoch von den Seltcnheitspreisen, den Monopol- und Noth-Preisen
stets dadurch, daß sie absichtlich oder sogar betrügerischer
Weise herbeigeführt sind.
Nachhaltige Prer^veräuderungen.
§94.
_ JR.gdi fi attine.^xeižvera nderunyen endlich erfolgen
mit den Fortschritten der wirthschaftlichen Kultur insofern,
als sich „nt letzteren im Allgemeinen die Preise der Güter
erhöhen, bei deren Production in beschränktem Maße vorhandene
natürliche Productionsmittcl überwiegend mitwirken,
und dagegeil die Preise derjenigen Güter erniedrigen, bei
deren Production Arbeit und Kapital vorwiegend in Anspruch
genommen lverden.
Alls dem Gange dieser Preisveränderungen beruht es
zugleich, daß ungleich weit vorgeschrittene Volkswirthschaften
sich im gegenseitigen Tauschverkehre besonders Vortheilhaft
Ztl ergänzen vermögen.