Full text : Die Volkswirthschaftslehre

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Buch  3.  Kap.  1.  Preis.

Die  Preise  solcher  Güter,  bei  bereit  Hervorbringnng  die  Natur
mittels  in  beschränktem  Maße  vorhandener  Productionsmittel,
inittels  tauschwerthsfähiger  Naturgaben  und  an  letzteren  haftender
Natnrkräfte,  überwiegend  mitwirkt,  steigen  mit  den  einen  größeren
Bedarf  und  zunehmende  Zahlungsfähigkeit  bedingenden  Kulturfortschritten
  deshalb,  weil  die  Production  dieser  Güter  durch  die
Ausdehnung,  in  welcher  sich  jene  nicht  willkürlich  zu  vermehrenden ­
  natürlichen  Prvdnctionsmittel  darbieten,  beschränkt  ist  und
günstigsten  Falls  nicht  über  eine  gewisse  Grenze  hinaus  ohne
gleichzeitige  Steigerung  der  Productionskostcn  erhöht  werden  kann.
Berhältnißmäßig  am  stärksten  können  dabei  die  Preise  der  Güter
steigen,  welche,  wie  z.  B.  Wild,  Fische,  Holz,  Prodncte  der
Nutzviehhaltung  rc.,  während  früherer  Zeit  in  ausreichender
Menge  durch  bloße  OccupationSarbeit  zu  gewinnen  und  bezüglich
vermöge  Benutzung  occupatorisch  gewonnener  Stoffe  leicht  zu
beschaffen  sind,  späterhin  aber  behufs  vollständiger  Deckung  des
gestiegenen  Bedarfs  mit  zunehmendem  Aufwande  producirt  werden
müssen  oder,  falls  dies  unthunlich  wäre,  fortwährend  seltener
werden.  Die  durch  zunehmende  Nachfrage  herbeigeführte  Preissteigerung ­
  ist  iibrigens  bei  sich  als  eine  mehr  oder  weniger  freiwillige
Naturgabe  darbietenden  und  nun  seltener  werdenden  Rohstoffen
zunächst  lediglich  durch  deren  Gebrauchswerth  sowie  durch  die
Zahlungsfähigkeit  der  Begehrenden  begrenzt.  Dieselbe  setzt  sich,
insofern  sich  das  Angebot  durch  Uebergang  zu  vollständigerer
Production  vermehren,  läßt,  bis  dahin  fort,  wo  letztere'nun
regelmäßiger  in  Aufnahme  kommt,  und  bleibt  alsdann  in  ihrem
weiteren  Verlaufe  von  dem  Maße  abhängig,  in  welchem  sich  die
nothwendigen  Productionskostcn  erhöhen.  Sie  tritt  jedoch  jedenfalls ­
  am  zeitigsten  bei  den  versendbarsten,  und  am  langsamsten
bei  den  minder  versendbaren  Theilen  der  betreffenden  Gegenstände
ein,  weshalb  sich  z.  B.  Häute,  Vließe  k.  ungleich  eher  als  Fleisch
und  Milch  im  Preise  heben.  Weniger  stark  steigen  dagegen  die
Preise  der  Rohproducte,  welche,  iute  z.  B.  Getreide,  immer  nur
durch  eigentliche  Production  zu  erlangen  sind.  Diese  Prodncte
werden  selbst  dann,  wenn  die  dazu  erforderlichen  natürlichen
Productionsmittel  noch  so  überreichlich  vorhanden  sind,  niemals
dauernd,  sondern  höchstens  zeitivcise  in  überflüssiger  Menge  gewonnen,
  während  von  da  an,  wo  der  desfallsigc  Bedarf  linr
vermittelst  verintensiverter  Production  zu  beschaffen  ist,  die  hierfür ­
  benöthigten  Arbeiten  und  Kapitalien  zugleich  um  so  viel
            
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