doch so einigermassen gute Bedingungen für Pflanzenanbau
und Landwirtschaft überhaupt bietet, wie das der Fall ist,
beruht in sehr hohem Grade auf der Einwirkung des wärme-
führenden Golfstroms, der der Westküste Norwegens ent-
lang geht und auch einen Arm nach der schwedischen Küste
entsendet.,
Die grosse Ausdehnung des Landes in nord-südlicher Rich-
tung sowie seine varılerende Höhe über dem Meere haben
indessen natürlich grosse Verschiedenheiten bezüglich des
Klimas in den verschiedenen Landesteilen zur Folge. So
kann man wohl sagen, dass die südlichste Provinz Schwe-
dens im grossen und ganzen in klimatischer Hinsicht ebenso
gute Voraussetzungen für Landwirtschaft besitzt wie Däne-
mark und Norddeutschland, während dagegen in den aller-
nördlichsten Teilen des Landes Landwirtschaft im gewöhn-
lichen Sinne kaum betrieben werden kann. Der Boden dort
ist nämlich den grösseren Teil des Jahres über gefroren und
kann nur während einer kurzen Zeit im Sommer bearbeitet
werden. Zwischen diesen beiden Extremen geschieht der
Übergang allmählich. So rechnet man im südlichsten Schwe-
den mit 143 Tagen Sommer und 29 Tagen Winter pro Jahr,
in Stockholm mit 124 bzw. ı20 Tagen und im nördlichsten
Schweden mit 57 bzw. 216 Tagen.
Trotz dieser und anderer schwieriger Verhältnisse wird
jedoch eine geordnete und den natürlichen Umständen ange-
passte Landwirfschaft bis hinauf zur nördlichsten Provinz
Schwedens, Norrbotten, betrieben — eine Landwirtschaft,
die auch dort ihren Mann ernähren kann. Dass-.dies bei der
kurzen Wachstumszeit, die dort den angebauten Pflanzen
zu Gebote steht, überhaupt möglich ist, hängt in hohem
Grade mit der reichlichen Lichtmenge der wenigen Sommer-
tage zusammen. So hat man während der Sommerzeit im
nördlichsten Norrland nicht weniger als über 50 Tage und
»Nächte» ununterbrochenes Tageslicht.
Die mittlere Niederschlagsmenge pro Jahr an Regen und
Schnee beträgt für das ganze Land 628 mm. Diese Nieder-
schlagsmenge ist jedoch keineswegs gleichmässig über das