Full text : Die Volkswirthschaftslehre

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Buch  4.  Kap.  1.  Einkommenszweige.
deshalb  nicht  zu  sinken  vermag,  weil  ein  nachhaltig  fortdauerndes ­
  Angebot  an  Arbeit  eben  nur  dann  stattfinden
kann,  wenn  der  Arbeitslohn  wenigstens  so  groß  ist,  daß  mit
ihm  die  durch  den  herkömmlich  gewordenen  Unterhaltsbedarf
der  Arbeiter  bedingten  Unterhaltskosten  durchschnittlich  m
bestreiten  sind.
Die  llttterhaltskvsten  umfassen  den  Gesammtaufwand,  welcher
mit  dem  herkömmlichen  Unterhalte  des  Arbeiters  und  dessen
Familie  sowohl  zu  der  Zeit,  während  welcher  er  arbeitsfähig  ist,
als  auch  zu  der  Zeit,  während  welcher  er  noch  nicht  oder  nicht
mehr  arbeitsfähig  ist,  verbunden  bleibt.
Der  Betrag  dieser  Kosten  ist  zunächst  abhängig  von  der
üblichen  Lebensweise  der  Arbeiter  und  den  dadurch  bedingten
Lebensbedürfnissen,  welche  je  nach  Klima,  herrschenden  Gewohnheiten, ­
  Bildungszuständen  re.  und  zumal  je  nach  Arbeitsart  sehr
ungleich  groß  und  vielfach  verschieden  sind.  In  warmen  Ländern
z.  B.  sind  neanche  Bedürfnisse  in  Bezug  auf  Wohnung,  Bekleidung
und  Nahrung  an  sich  geringer  als  in  kälteren  Ländern,  während
die  Arbeit  selbst  freilich  um  so  mehr  Ueberwindung  kostet,  je
heißer  es  ist.  Herrschende  Gewohnheiten  rücksichtlich  der  Befriedigung ­
  entbehrlicherer  Lebensgenüsse  oder  der  Genügsamkeit  im
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  re.  vermögen  die  Unterhaltskosten  theils  zu  erhöhen,  theils
niedriger  zu  erhalten.  Besonders  abweichend  endlich  sind  die
Bedürfnisse  des  Arbeiters  je  nach  der  Arbeitsart.  Geistige
Arbeiten  z.  B.  machen  eine  gänzlich  andere  Lebensweise  nothwendig, ­
  als  diejenige  ist,  welche  bei  hauptsächlich  Muskelkraft  in
Anspruch  nehmenden  Arbeitsverrichtungen  entsprechend  sein  kann
Ebenso  muß  der  Arbeiter  bei  Ausführung  von  Arbeiten,  welche
die  Körperkräfte  ungemein  anstrengen,  sich  überhaupt  weit  reichlicher ­
  imb  besser  ernähren  um  arbeitskräftig  zu  bleiben,  als  bei
Beschäftigung  mit  nur  leichteren  Handarbeiten.
Jene  Kosten  sind  aber  auch  in  Bezug  auf  diejenigen  Arbeiten,
welche  nicht  gewöhnlich  und  überwiegend  durch  jüngere  und  unverheirathete
  Arbeiter  oder  durch  solche  Arbeitskräfte  verrichtet
werden,  die  sich  begnügen  dürfen,  mittels  ihrer  Arbeit  nebenbei
lediglich  einen  Theil  ihres  Unterhaltsbedarfes  zu  verdienen,
noch  ^  abhängig  von  der  durchschnittlichen  Kvpfzahlstärke  der
betreffenden  Familien,  indem  der  Arbeiter,  nur  dauernd  bestehen
            
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