Full text : Die Volkswirthschaftslehre

g  13.  Werth.

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geringhaltiger  oder  schwer  auszunutzender  Erze  durch  techuische
Fortschritte  bei  dereu  Verhüttung.
Letzteren  Falls  vermindert  sich  der  Gebrauchswerth  des  bisher ­
  benutzten  Gutes,  weil  sich  nun  für  dasselbe  ein  vorzuziehendes
Ersatzmittel  darbietet,  zumal  dann,  falls  das  neuere  Befricdignngsmittel
  in  ausreichender  Menge  verhältnißmäßig  nicht  schwieriger
zu  beschaffen,  luid  deshalb  unbehindert  zum  besseren  oder  selbst
nur  gefälligeren  Ersatz  des  früheren  zu  verwenden  ist.  So  verliert ­
  z.  B.  ein  Farbstoff,  Bekleiduugsmnterial,  eine  bestimmte
Art  von  Maschinen  re.  an  Gebrauchswerth,  wenn  inzwischen  geeignetere ­
  Färbemittel,  zweckmäßigere  oder  bequemer  zu  tragende
>!leiderzenge,  andere  Maschiueucoustructioueu  aufkommen,  welche
für  denselben  Zweck  sich  als  leistungsfähiger  erweisen.
Jil  ähnlicher  Weise  vermögen  Bedürfnißveränderungen  abändernd ­
  auf  jenen  zurückzuwirken.  Mit  Eintreten  und  Zunahme
des  Bedürfnisses,  durch  Zufuhr  von  Pflanzennährstoffeu  die
Ernteerträge  zu  steigern,  hat  z.  B.  zunächst  der  Stallmist  und
späterhin  allerlei  Anderes,  lvas  zum  Düngen  brauchbar  ist,  an
Gebrauchswerth  gewonnen.  Unigekehrt  sinkt  derjenige  eines  Gutes,
z.  B.  eines  Modeartikels,  Bewaffnungsstückes  beim  Zurücktreten ­
  der  seither  damit  befriedigten  Bedürfnisse.
Ferner  hat  den  zeitlicheü  und  örtlichen  Bedürfnissen  gegenüber ­
  die  Gesammtheit  einer  bestimmten  Güterart  nicht  immer
gleichmäßig  den  Gebrauchswerth  des  einzelnen  dazu  gehörigen
Grites.  Von  im  Ueberflusse  vorhandenen  Gütern  haben  vielmehr ­
  vorerst  nur  diejenigen  Gebrnnchswerth,  welche  zur
Deckung  des  bestehenden  Bedarfs  ausreichen.  Die  mehrvorhandenen
  sind  für  den  gegenwärtigen  Gebrauch  werthlos,
"sönnen  jedoch  bedingungsweise  später  Gebrauchswerth  erlangen.
Vom  Gesammtbestande  eines  ausgedehnten  Urwaldes,  dessen
Umgegend  noch  wenig  bevölkert  ist,  pflegt  z.  B.  geraume  Zeit
hindurch  nur  ein  Theil  des  schlagbaren  Holzes  Gebrauchswerth
zu  haben,  während  der  andere  ihn  erst  von  der  Zukunft  erwarten ­
  kann.  Ebenso  bleibt  in  früherer  Zeit,  bei  nocí)  wenig
entwickeltem  Verkehr  und  beschränkter  Ausbewahrnngsmöglichkeit,
nach  einer  überreichen  Ernte  bisiveilen  eiir  Theil  des  erbauten
Getreides  unabgeerntet,  »veil  cs  zunächst  nicht  zu  gebrauchen
iväre  lind  deshalb  werthlos  ist.
S  ch  ober,  Volkswirthschaftslehre.  3.  Aufl.

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