fullscreen : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmutzwasser.

b)

Fig.  329.  Oscillatoria
Froelichii  nach  Mez  (300).

die

2.  Zellinhalt  tiefblaugrün  0.  antliaria.
(Fäden  in  schleimigen,  schwarzgrünen  Lagern,  gerade  oder  schwach
gekrümmt,  tiefgrün.)
Fäden  8—75  fx  lang,  Zellen  wenigstens  dreimal  so  breit  wie  lang.
Fäden  15—20  dick  0.  Froelichii.
(Fäden  in  schleimig-häutigen  oder  schwimmend  knollenförmigen,  schwarzgrünen
  Lagern,  gerade  oder  wenig  gekrümmt,  blaugrün  oder  schwärzlich
olivengrün.)
Die  Oscillatoriarasen  überziehen  die  Uferböschungen  besonders  in  der  Nähe
des  Wasserspiegels  als  schleimig-dünne  Häute,  die  bei  warmem  Wetter  zu  schwärzlichen, ­
  papierartigen  Massen  zusammentrocknen.  Die
Abwässer-Oscillatorien  riechen  dumpfig-stinkend.  Nach
Mez  lieben  diese  Algen  Hausabwässer,  besonders  Fäkaljauchen. ­
  Örtlich  beschränkte  Oscillatoriawuoherungen
deuten  nur  auf  begrenzte  Verschmutzung  (z.  B.  Abfluß
gedüngter  Wiesen  u.  a.)  hin,  in  größerer  Ausdehnung
auf  eine  Uber  das  zulässige  Maß  gehende  Verschmutzung.
Da  die  Oscillatorien  auch  im  Sommer  wachsen,  so  muß
man  in  solchen  Fällen  an  geeigneten  Stellen  (Mühlrädern,  Schleusen  u.  a.)  nach  etwa
vorhandenen  kleinen  Easen  von  Sphaerotilus  suchen,  ferner  auf  Beggiatoa  und
Carchesium  Lachmanni  achten.
Carchesium  Lachmanni  (Fig.  330)  ist  die  einzige  Protozoe  dieser  Gattung,
in  Abwässern  lebt.  Die  während  des  ganzen  Lebens  mit  Cilien  versehenen  Tiere
stehen  auf  Stielen  mit  doldentraubiger  Endverzweigung,
so  daß  alle  Tiere  einer  Kolonie  sich  in  ungefähr  gleicher
Höhe  befinden.
Carchesium  Lachmanni  findet  sich  im  Winter,  aber
auch  im  Sommer  als  weißer  Schleim  an  Hölzern  und
an  im  Wasser  schwimmenden  Pflanzenteilen.  Nach  Mez
kommt  dieses  Tier  sowohl  in  stark  wie  in  schwach
verunreinigten  Wässern  vor  und  kann  für  eine  genauere
Beurteilung  nur  in  Verbindung  mit  den  anderen  Abwasserorganismen ­
  herangezogen  werden.
Außer  dieser  Protozoe  kommen  in  Abwässern
noch  die  schon  auf  S.  842  angeführten  schwimmenden
Arten  vor,  die  sich  aber  auch,  wie  dort  schon  erwähnt
wurde,  in.  reinem  Wasser  entwickeln  können,  das  mit
Schlamm  bei  der  Probenahme  verunreinigt  wurde.  Einen
Schluß  auf  den  Grad  der  Verunreinigung  gestatten  diese
Organismen  nicht.
Ebenso  wie  die  Anwesenheit  gewisser  in  Abwässern  lebenden  Organismen
kann  auch  das  Pehlen  anderer  an  reines  oder  weniger  stark  verunreinigtes  Wasser
angepaßten  Lebewesen  über  das  Bestehen  und  den  Grad  einer  Verunreinigung  Auskunft ­
  geben.
Mez  führt,  ohne  Anspruch  auf  Vollständigkeit  zu  machen,  39  Algenarten  auf,
die  nach  seinen  Erfahrungen  in  durch  fäulnisfähige  Abwässer  leicht  verunreinigtem
Wasser  noch  Vorkommen  können,  ferner  37  Arten,  die  auch  in  stark  verschmutztem
Wasser  leben.  Von  letzteren  kommen  besonders  die  makroskopisch  sichtbare  Vegetationen ­
  bildenden  Arten  Confervabombycina,  Conjugata  communis,  C.  crassa,

Fig.  330.  Carchesium
Lachmanni  nach  Mez  (160).
            
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