§ 178. Güterverzehrung im Allgemeinen. 333
Person, beziehentlich denjenigen eines ganzen Volkes verbessert,
wenigstens nicht in nachtheiliger Weise verändert,
oder geradezu verschlechtert.
Neue äußere Befriedignngsmittel, deren der Mensch fortwährend
bedarf, lassen sich nicht ohne gleichzeitigen Verbrauch
vorhandener Güter beschaffen, welche dabei zwar in ihrer bisherigen
Form vernichtet werden, mit ihrem Werthe aber in das
neue Product übergehen. Ferner kann Niemand fortbestehen
und arbeitskräftig sein, ohne zur Befriedigung persönlicher
Bedürfnisse solche äußere Mittel zu verwenden, die ihrerseits zwar
in der Persönlichkeit untergehen, jedoch in der Entwickelung dieser,
je nachdem sie auf deren körperliche und geistige Beschaffenheit einwirken,
fortzuwirken und daher auch mindestens mittelbar wieder,
bei nachherigcr Bethätigung der Arbeitskraft, selbst zur Wiederhervorbringung
äußerer Befriedigungsmittel zu führen vermögen.
Reproduktiv erscheint die Consumtion, obgleich dieselbe das
Gegentheil der Production ist, insofern aus den vergehenden
Gütern andere unmittelbar, oder durch die Bedeutung, welche die
Bedürfnißbcfricdigung für die Entwickelung des Consumenten
erlangt, mittelbar wiederentstehen. Sogenannte Erwerbsverzehrung
ist also unmittelbar reproductiv, falls der Werth der mittels derselben
neu erzielten Productc denjenigen der behufs der Production
verbrauchten Güter mehr oder weniger aufwiegt, während die
sogenannte, im Gegensatz zur Production oft allgemeinhin als
unproductiv bezeichnete Genußverzehrung, deren Ergebniß vorerst
in einer persönlichen Befriedigung besteht, allerdings nur
mittelbar reproductiv werden kann, falls die Wirkungen derselben
wiederum in mehr oder weniger aufwiegendem Maße
productionsförderlich sind. Jeder vermöge seines Einflusses auf
die Entwickelung der consumirenden Persönlichkeit in dieser
Weise nachwirkende Genuß wird aber thatsächlich reproductiv.
So kann z. B. die auf Erlangung geistiger Erweckung oder
körperlicher Erfrischung abzielende Consumtion ebensogut reproductiv
sein, als die Verzehrung der zur Lebenserhaltung nothwendigen
Lebensmittel. Der Grad endlich, in welchem eine
Consumtion reproduktiv wirkt, ergiebt sich bei der Erwerbsverzehrung,
die wirthschaftlich um so gelungener ist, je reichlicher
die neuerzeugten Werthe die vernichteten überwiegen, aus
der vergleichsweisen Beträchtlichkeit jener, und bei der Genuß-