2. Umsatzsteuer einschl. Luxus:
steuer 86,6 Millionen.
Wir wollen aus diesem Ergeb»
nis der ersten 7 Monate keine über:
triebenen Schlußfolgerungen für
das Ergebnis des ganzen Rech:
nungsjahres ziehen. Es ist aber
wichtig festzustellen, daß in diesen
errechneten ıMehreinnahmen von
558 Millionen M. die an die Länder
und Gemeinden ausgeschütteten
Beträge an den sog. Überweisungs-
steuern mit enthalten sind. Durch
das Mehraufkommen an Einkom-
men: und Körperschaftssteuern sO-
wie an Umsatzsteuern haben die
Länder und Gemeinden in den
ersten 7 Monaten des Rechnungs-
jahres 1925 326,8 Millionen mehr er-
halten, als sie für diesen Zeitraum
aach dem ursprünglichen Haus-
aaltssoll bekommen sollten.
Demgegenüber ergibt sich aus
dem durch die Presse bekanntge-
wordenen Inhalt der Denkschrift
des Reichsfinanzministeriums über
die Finanzlage des Reichs, daß eine
Neuschätzung des vermutlichen
Steueraufkommens für das Rech:
aungsjahr 1925 stattgefunden hat.
Es wird dort angegeben, daß das
Aufkommen aus der Einkommen:
und Körperschaftssteuer um 350
Millionen höher und das Aufkom:
men aus der Umsatzsteuer um 70
Millionen niedriger geschätzt wird.
Insgesamt ergibt sich für die ge-
jamten Besitzes und Verkehrssteuern
gegenüber dem bisherigen Haus:
halt:Soll von 1925 ein Mehrbetrag
von 182 Millionen. Für die Gesamt-
einnahmen des Reichs beträgt nach
der neuen Schätzung der Mehrer-
trag 426,7 Millionen. Nach der Neus
schätzung würden sich die Überweis
sungen aus den Besitz: und Vers
kehrssteuern, also in der Haupt:
sache aus der Einkommen-, Körper:
schaftss und Umsatzsteuer, gegen:
über dem bisherigen Haushalt-Soll
ım 281,2 Millionen erhöhen. Dazu
xämen wegen des Garantie:Vers
prechens noch 31,9 Millionen aus
ler Umsatzsteuer und 10,2 Millios
ı1en aus der Weinsteuer, insgesamt
Iso 323,33 Millionen. Tatsäch-
ich haben aber die Länder und
;emeinden allein aus dem Besitz:
‚nd Verkehrssteuern in den ersten
Monaten des Rechnungsjahres
925 schon 326,8 Millionen mehr ers
alten als ihnen anteilmäßig
egenüber dem ursprünglichen Vors
aschlag zustand. Sie haben also
setzt schon mehr bekommen, als
ler Gesamtmehrbetrag, der ihnen
925 infolge der Neuschätzung zu:
ommen soll, ausmacht. Ein Aus:
;leich zugunsten des Reichs ist da:
ıer nur möglich, wenn das Steuer:
ufkommen aus den Überweisungs-
teuern in den nächsten Monaten
atsächlich erheblich abnehmen
vird.
Wie sich aus der Zeitung ers
übt, hat das Reichsfinanzministe:
ium erklärt, daß aus der Tatsache,
aß den Ländern und Gemeinden
in Mehrbetrag von 323,3 Millionen
egenüber dem bisherigen Haus»
alt-Soll von 1925 überwiesen wer:
‚en soll, nicht der Schluß des Vor:
jegens einer Überschußwirtschaft
ezogen werden könne, weil die
änder und Gemeinden diesen
lehrbetrag bereits bei der Auf:
‚tellung ihrer Haushalte, also bei
ıer Bemessung ihrer Ausgaben, be»
ücksichtigt hätten, Es ist hier mit
ilem Ernst die Frage aufzuwerfen,
bb das _Reichsfinanzministerium
icht verhindern konnte, daß die
änder und Gemeinden in ihrer
\usgabenbemessung über das ur:
prüngliche Haushalt-Soll hinaus:
;ingen. Diese Frage ist um so mehr
ım Platze, als sich aus der Denk»
chrift unzweideutig ergibt, daß die
zalancierung des Reichshaushalts
nsbesondere wegen der fortgesetz: