Full text : Die Volkswirthschaftslehre

46  Buch  1.  Kap.  2.  Entwickelungsgang  der  Vvlkswirthschaftslehre,
Uebrigens  ist  jede  derartige  Thatsache  nur  dann  recht  git
^stehen,  wenn  sie  nach  dem  Maßstabe  der  Zeit  und  der  Oertlichke,t
  bemessen  wird,  unter  deren  Einfluß  sie  sich  bildete.  Die
richtige  Auffassung  wirthschaftlicher  Zustände  wird  daher  auch
besonders  häufig  dadurch  getrübt,  daß  man  diejenigen  Verhältnisse,
Einrichtungen  re.,  welche  den  Bedürfnissen  der  Gegenivart  nicht  mehr
oder  noch  nicht  entsprechen,  leicht  als  überhaupt  abwegige  und
verfehlte  ansieht.  An  sich  sind  jedoch  mir  solche  dauernd  möglich,
'velche  vorhandenen  Bedürfnissen  begegnen.  Wohl  aber  vermögen
dieselben  sich  bisweilen  langer  zu  erhalten,  als  die  ursprünglich
sur  sie  maßgebend  gewesenen  Bedingungen  fortbestehen,  mit  deren
Veränderung  sie  aufhören  entsprechend  zu  sein.  Von  der  Vergangenheit ­
  ererbte  und  nun  ungenügend  gewordene  Zustände
haben  sonach  jedenfalls  die  Vermuthung  für  sich,  daß  sie  ehemals
in  ganz  sachgemäßer  Weise  entstanden  und  während  längerer
oder  kürzerer  Dauer  wirklich  zeitgemäß  gewesen  sind.
jpicrmiö  ergebt  fid)  a'##  berm  befnnberë  iiü§c
,yc()m,o  am-  iuir#í)afmd)m  GWiftif,  weiche  am'
stell  ling  mib  Erklärung  bes  thatsächlich  Bestehenben  verhilft.
3)ie  Siaiißif,  ^u^^cmbgfmlbc*),  tumbe  um  bic  SRidc
uongcH  3#^m^bertg,  nlg  etnntëfimbc  („ft^#c^enbc  ©tnaig.
gcschichte"),  als  zur  Nachwcisung  der  „Staatsmerkwürdigkeiten"  d  h
„bnjemnen  S#»,  lucide  bic  beg  Boôtë  in  dnem
merklichen  Grade  angehen",  dienend  aufgefaßt.  Seitdem  hat  sich
ihre  Aufgabe  so  ungemein  erweitert,  daß  diese  nunmehr  allgemeinhm
  in  der  „quantitativen,  nur  durch  Massenbcobachtung'erreichbaren ­
  Erforschung  des  gesellschaftlichen  menschlichen  Lebens"  gesucht
wird.  r^ie  hat  hiernach  auf  Grund  ersterer  (nach  dem  sogenannten
ber  groben  W)  bic  tOn#cí)Iid)cn  %üronnge  nnb  bic
daraus  sich  ergebeuben  Gesetze  des  letzteren  darzulegen.
Die  statistische  oder  „numerische"  Methode  hingegen  ist  ein
weit  über  die  vorangedeuteten  Grenzen  hinaus  verwendbares  Untersuchnngsmittel,
  welches  abgesehen  davon,  daß  vermittelst  desselben
nicht  experimentirt  werden  kann,  für  die  volkswirthschastliche
Forschung  die  nämliche  Bedeutung  hat.  welche  die  chemische
Analyse  und  die  Mikroskopie  für  die  Naturwissenschaft  erlangte.
>  ®o  faun  Me  Statistik  bezeichnet  werden,  obgleich  ihre  Benennung  nicht
non  status  (Stand,  Lage.  Beschaffenheit),  sondern  von  statista,  in  der  Bedeutn»«
von  Staatsknndiger,  herrührt.  "
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.