g 38. Physiokratismus. <><
Abgaben vermieden, welche den Verkehr und die Consnmtion
erschweren.
Der Physiokratismus ging sonach zivar ebenfalls von
einem rnlzutreffenden Grundgedanken aus, der zu einseitigen
Auffassungen und undurchführbaren Vorschlägen hinführte,
hat jedoch, ohne jemals in der Staatspraxis nachhaltig geltend
zn werden, durch das Bestreben, die Natur der Volkswirth
schaft zu beobachten, deu Uebergang zu eigentlich wissensthaft-
licher Untersuchung dieser vermittelt, und durch seine Folge
rungen zum Theil reformirend eingewirkt.
Das physiokratische vdcr ökonomistische System, das „System
des von der Landwirthschaft herrührenden Reinertrages", unter
scheidet sich von dem vorausgegangenen Merkantilismus schon
äußerlich dadurch, daß es nicht gleich diesem ein nachträglich
theoretisirtes System praktischer Maßnahmen, sondern ein Ideal-
system war, aus dessen Grundsätzen später ein Ideal vollkommenerer
Staatseinrichtnngen abzuleiten gesucht wurde, mittelst deren die
„natürliche Ordnung in der Verwaltung des gemeinen Wesens"
zìl verwirklichen sein sollte.
Mit Hilfe der Erde lind des Wassers gewonnene Stoffe sind
nicht das alleinige Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürf
nisse. Die dabei verwendete Arbeit schafft nicht wirklich gänzlich
neue Stoffe, sondern entnimmt vielmehr entweder nur bereits
vorhandene oder leitet unter deren Benutzung die Natur zur
Erzeugung bestimmter Stoffe hin. Dieselbe ist also, indem sie
Vorhandenes zugänglich macht oder verwandelt, an sich nicht
schöpferischer, als andere Arbeitsthätigkeiten es sind. Durch diese
werden in jedem Erwerbszweige bei gleichem Verbrauch an Roh
stoffen thatsächlich sehr ungleich große Werthe hervorgebracht,
z. B. schoil infolge verschiedener Leistungsfähigkeit der Arbeiten
den. Ihre wirthschaftliche Ergiebigkeit hängt auch keincstvegs
davon ab, ob und inwieweit der damit beschaffte Werth vom
Arbeiter selbst lvieder verbraucht tvird. Der Handel, ohne den
die Verthcilung der Güter, der Ausgleich zwischen Ucberfluß lind
Mangel unendlich erschwert wäre, vermehrt den Werth der Güter
dadurch, daß er sie in veränderte Beziehungen bringt, zugäng
licher macht, lind vollendet die Production damit, daß er das
Product seiner Endbestimmnng, der Consnmtion, zuführt. Durch