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III. Das Leben des Buddha.
Säriputra verstand sofort den Sinn. Es ging ihm der reine,
fleckenlose Blick des Gesetzes auf, und er erkannte: „Alles, was dem
Entstehen unterworfen ist, ist auch dem Vergehen unterworfen,"
und er sagte zu Asvajit; „Wenn die Lehre auch nichts weiter ist
als dies, so hast du die Stätte erreicht, wo es kein Leid gibt, die
seit vielen Myriaden von Weltaltern unsichtbar und verschwunden
war." Er ging zu Uauägalyäyaua, und auch dieser erfaßte so
fort den tiefen Inhalt der Worte. Vergeblich versuchte ihr Lehrer
Samjaya sie zu halten. Sie gingen mit vielen andern ihrer Mit
schüler zu Buddha, der sofort, wie er ihrer ansichtig wird, er
klärt, daß sie sein erstes und bestes Jüngerpaar werden würden.
Samjaya aber bekam vor Ärger einen Blutsturz.
Die Worte, die Asvajit dem Säriputra als Kern der Lehre des
Buddha mitteilt, sind bis auf den heutigeu Tag das Credo der
Buddhisten des Südens und Nordens, wo sie im Wortlaut zu
weilen unbedeutend schwanken. Sie finden sich oft in Büchern und
auf Inschriften. Ihr Sinn ist: Der Vollendete (so übersetzt man
gewöhnlich das Wort Tathägata, mit dem der Buddha selbst
sich gern bezeichnet) hat erkannt, was die Ursachen der Daseins
formen, d. h. aller Wiedergeburten, sind und wie sie vernichtet
werden können. Das ist in der Tat der Kern der Lehre Buddhas.
Es wird in den alten Texten weiter erzählt, daß damals sehr
viele edle und angesehene Jünglinge sich Buddha anschlossen und
in den geistlichen Stand traten. Da wurde das Volk unwillig
und beschuldigte Buddha, er sei gekommen, um Kinderlosigkeit,
Witwentum und Untergang der edlen Geschlechter zu bringen.
Wenn das Volk buddhistische Mönche sah, schalt es sie und rief
ihnen den Vers zu: „Gekommen ist der große Asket nach Giri-
vraja, der Stadt der Magadher; alle Schüler des Samjaya hat er
bekehrt; wen wird er wohl heut bekehren?" Als die Jünger dies
Buddha meldeten, beruhigte er sie. In sieben Tagen werde das
Gerede verstummen, wenn sie auf den Vers mit einem andern
Verse antworteten: „Die großen Helden, die Vollendeten, bekehren
durch ihre treffliche Lehre. Wer will den Kundigen zürnen, wenn
sie durch ihre Lehre bekehren?" In der Tat beruhigte sich das
Volk auf diese Worte hin. In dieser Erzählung dürfen wir wohl
einen historischen Vorgang sehen. Die Verse machen einen volks
tümlichen Eindruck.
Damit bricht leider die alte Tradition vom Leben Buddhas
ab, um erst wieder kurz vor seinem Tode zu beginnen. Die