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letzten Jahre, welche die Konsumation nach billigen Qualitäten
drängte, zum Theil auch Folge der allseitigen Zollerhöhungen,
welche Erhöhungen die Exportindustrien noch jedesmal ans
die Konsumenten des Landes abzuladen suchten und theilweise
abladen konnten, welches die Zölle erhöhte, indem die Quali
täten für dasselbe eine Einbuße erleiden, sodann war sie auch,
und zwar in ganz hervorragender Weise, ein natürlicher Be
gleiter der extensiven Konkurrenz, das natürliche Produkt jeder
industriellen Entwicklung gegenüber den Konsumationskreisen.
Jede Industrie wird und muß auch in ganz normalen Zeiten
in beständiger Doppelbewegnng sein in Bezug ans die letzteren
und zwar abwärts und aufwärts. Sie wird ails der einen
Seite bestrebt sein, i» immer höhere, kauffähigere Konsumenten
kreise einzudringen und diese an sich zu fesseln, zum Theil
ans Kosten verwandter Industrien; gleichzeitig wird sie aber
auch immer tiefer hinunter greifen und sich Eingang und Absatz
in den untersten Kvnsnmentenkreisen zu verschaffen suchen:
mit tausend und tausend Armen will sie Alles, was konsn
mationsfähig ist, ersassen. Dieser Bewegung hat man es zu
danken, wenn heute die Fürstin Maschinenstickerei trägt und
das gewöhnlichste Weib Südamerikas gemischten Bluts. Das
erstere war ans dem Wege der Musterverfeinerung, das letztere
nur ans dem Wege der Musterverschlechternng, beziehungs
weise der Erstellung billigerer oder, wie der technische Aus
druck lautet, grober Qualitäten zu erringen. Sv sonderbar
es klingen mag, Thatsache ist es doch, daß gerade darin ein
starker Faktor für den Fortbestand dieser Industrie liegt, daß
bei ihr Hand in Hand mit einer fast beispiellosen, von
keiner Konkurrenz auch nur annähernd erreichten, auf die
Besitznahme der kräftigsten und feinsten Konsumenten be
rechneten Musterverfeinerung auch eine Musterverminderung
— weil das Wort nun doch einmal gebräuchlich ist — ging,
welche ihr ein Absatzgebiet in den sämmtlichen untersten
Kvnfnmentenschichten des ganz und halbzivilisirten Erdballs-