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Zum großen Segen geworden und es wäre dessen Zusammen
bruch ein Landesunglück. Dieser Verband kann aber für seine
Mitglieder nur wohlthätig wirken, wenn er alle in dieser
Industrie direkt Arbeitenden in sich schließt. Dies ist leider
heute noch nicht der Fall. Einzelne Kaufleute arbeiten den
Pestred ungen des Verbandes entgegen und geschützt durch
dessen Lvhubestimmuugeu, wird es ihnen möglich, die ganze
oerbaudstreue Kaufmannschaft mit billigerer Waare zu unter
bieten. Sie trachten, Arbeiter dem Verbände abtrünnig zu
machen, untergraben das Ansetzen des Verbandes im Aus-
lande und überschwemmen das Land mit neuen Maschinen.
(£v liegt klar am Lage, daß, wenn diesem Verfahren nicht
Elubalt gethan werden kann, der ganze Verband zusammeu-
brecheu muß. Damit fiele daun allerdings der Vortheil
dieser Kaufleute weg, aber wir gingen alle sammt und sonders
traurigen Zuständen entgegen und unsere einst so schöne
Industrie dürfte bald eine brodlose werden. Wir, die heute
versammelten Kaufleute von St. Gallen und Umgebung, haben
deßhalb beschlossen, gegen diese Firmen vorzugehen, welche
trotz allem Entgegenkommen dem Verbände nicht beitreteu
wollen und die sich nicht scheuen, um ihres eigenen Vor
theiles nullen den Wohlstand einer ganzen Landesgegend,
das sonst schon karge Brod von tausenden von Arbeitnehmern
zu gefährden. Unsere Maßregeln richten sich an die Adresse
folgender Firmen: (Folgen die Namen). Zu unserem Vor
gehen bedürfen wir der Unterstützung der ganzen Bevölkerung.
Wir müssen diese Leute zwingen, entweder dem Verbände
beizutreten, oder ihnen den weiteren Betrieb ihrer. Geschäfte
n n m ö g l i ch machen. Dieses Ziel werden wir nur erreichen,
wenn sämmtliche Hülssindustriellen sich verpflichten, mit diesen
Firmen nicht mehr zu arbeiten, und wenn deren Angestellte
und Arbeiter sie verlassen und dadurch dvknmentiren, daß sie
zu diesem, das Wohl unseres Landes bedrohenden Gebühren
keine Hand leihen wollen. Wir Kallfleute unsererseits er-
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