Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

schuft  vom  29.  Oktober  1890  zu  einer  eigentlichen  Reformversammlung
  gestalten  wollten,  kamen  sie  '  nicht  über  einige
Vorschläge  untergeordneter  Natur  hinaus.  Die  Verhältnisse
hatten  eine  Verbandsinstitntion  fest  in  die  andere  hineingefügt,
wie  die  Valken  an  einem  soliden  Bau.  Den  größten  Triumph
hat  die  Gesammtkonstitution  des  Verbandes  an  jener  Versammlung ­
  gefeiert,  welche  wegen  der  Mac  Finley-Bill  uitb
aus  anderen,  schon  erwähnten  Gründen,  den  besten  Anlaß  seit
Jahren  zur  Opposition  gegen  den  Verband  selber  bot.  Aber
auch  jene  Elemente,  welche  sich  der  Vcrbandsgründung  vor
sechs  Jahren  feindselig  gezeigt  hatten  imb  auch  seither  ein  eher
reaktionäres  Element  in  demselben  waren,  erklärten  gleich  den
andern  von  Anfang  an  einen  Zusammenbruch  des  Verbandes  als
Unglück  und  wußten  für  eine  Reform  en  arrière  keine  durchgreifenden ­
  Vorschläge  zu  machen.  Damit  hatte  sich  jene  Versammlung ­
  zum  geschichtlich  denkwürdigen,  glänzend  bestandenen
Criterium  der  Tüchtigkeit  des  Verbandes  gestaltet.  Lie  ist  als
geschichtlicher  Abschluß  der  ersten  Verbandsperiode  zu  bezeichnen, ­
  als  Uebergang  vom  kräftigen,  aber  auch  oft  stnrmuud
  drangvollen  Werden  zum  beinahe  ausgestalteten,  abgeklärten ­
  Sein,  so  weit  sich  dieses  Wort  auf  eine  Berufsgenvssenschaft
  antvenden  läßt.  In  dem  Maße  nämlich,  in  welchem
eine  gesunde  Industrie  die  Mittel  zur  Verjüngung  in  sich
selber  finden  und  stets  schöpferisch  aus  sich  heraus  Neues
schaffen  muß,  werden  auch  an  die  sie  repräsentirende  Korporation ­
  innert  dem  gegebenen  Rahmen  neue  Ausgaben  herantreten: ­
  eine  eigentliche  Stabilität  kann  am  wenigsten  ihre
Sache  sein.
            
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