Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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gute  Tage  zu  verschaffen.  Mag  der  Bauer  sein  Feld  noch
so  sorgfältig  bestellen,  mag  er  die  beste  Saat  wählen  und  das
Jahr  liber  alles  Unkraut  fleißig  beseitigen:  zur  reichen  Ernte
bedarf  er  stets  noch  des  Sonnenscheins  und  des  Regens  zur
rechten  Zeit.  Der  Verband  hat  gleichsam  die  Arbeit  des
fleißigen  Bauern  ans  dem  großen  Felde  der  Stickerei-Industrie
zu  verrichten;  um  aber  eine  volle  Ernte  zu  erzielen,  bedarf
es  eben  auch  des  Sonnenscheins  und  des  befruchtenden  Regens
zur  rechten  Zeit,  das  heißt,  günstiger  Marktkonjunkturen,  ans
deren  Vorhandensein  oder  Nichtvorhandensein  er  keinen  direkten
Einfluß  besitzt.  Sv  wenig  wie  nun  der  einsichtige  Landwirth
deshalb  auf  eine  sorgfältige  Pflege  des  Feldes  verzichten
wird,  weil  im  rechten  Augenblicke  der  bedürftige  Regen  ausbleiben ­
  kann,  so  wenig  wird  man  die  Verbandsthätigkeit
als  nutzlos  bezeichnen  dürfen,  wenn  zu  gewissen  Zeiten
die  giinstigen  Marktkonjunkturen  fehlen.  Es  ist  dies  gerade
im  jetzigen  Augenblick  der  Fall  und  täuscht  nicht  alles,  wird
in  Folge  Zusammentreffens  der  verschiedensten  ungünstigen
Faktoren  die  stille  Zeit  noch  länger  anhalten.  Mehr  als  sonst
wird  man  in  einer  solchen  Zeit  an  den  Landwirth  denken,  der
sein  Feld  bestellt,  trotzdem  ein  einziger  Frost  ihn  um  die
Früchte  seiner  Arbeit  bringen  kann.
Nicht  alles,  was  der  Verband  für  seine  Mitglieder  erreichte, ­
  läßt  sich  ziffernmäßig  in  klingender  Münze  darstellen,
und  vielleicht  gerade  seine  größten  und  bedeutungsvollsten
Erfolge  am  wenigsten.  Zn  diesen  sind  zu  rechnen  das  mächtig
erstarkte  Vertrauen  in  die  Continnitüt  dieses  Erwerbszweiges,
die  Beseitigung  jenes  Gefühles  Wirthschaftücher  Jsolirtheit  und
Vereinsamung,  das  im  Berufsgenossen  den  Gegner  sieht  und
in  kritischer  Zeit  szur  Panik  und  geschäftlichen  Unmoralität
führt.  Nicht  geringer  sind  die  Erfolge  ans  sozialem  Gebiete
anzuschlagen.  Wohl  stand  bei  Verbandsgriindnng  der  wirthschaftlich-vkonomische
  Faktor  im  Vordergründe,  der  soziale
spielte  eine  untergeordnete  Rolle.  Deshalb  verlieren  aber  die
            
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