Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

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der Don der Delegirtenversammlung angenommenen Postulate, 
erklären wir unser volles Einverständnis; mit diesem Vorgehen 
und werderr wir es in hohen: Maße begrüßen, wenn ein solcher 
Verband zu Stande kommt, welcher es sich zur Aufgabe macht, 
die Interessen der Stickerei-Industrie nach alle» Seiten zu 
fördern." 
Diesen 26 Firmen schlossen sich an: 6. Juni 48 andere 
eit, nachdem einige Tage zuvor eine Versammlung vor: Kanf- 
lenten die Gründung einer „Sektion St. Gallen und Umgebung" 
eines Stickereiverbandes beschlossen hatte. Ihr folgte eine zweite 
um 10. Juli, welche nach harten: Kampfe die letzter: Schwierig 
keiten überrvand. Die Versannnlnngen der Kaufmannschaft be 
saßen eine ausgesprochen kritische Ader. Man gab zwar zu, 
daß, falls man einer: Verband gründen wolle, dieser nur nützen 
könne, wenn er die Lohn- und die Prodnktionsfrage regle. 
Er begebe sich aber — sagte man — damit auf ein Terrain, 
auf welchem er ohnmächtig sei, und deshalb sei die Grün- 
dnilg doch wieder zwecklos. Am meisten Sympathie auf Seite 
der Arbeitgeber oder der Kansmaimschaft fand von Anfang an 
die Beschränkung der Arbeitszeit irr: Sinne der Produktionsord 
nung, obwohl auch hier eingewendet tvurde, es sei die prompte 
Durchführung und Ausführung einer solchen Maßregel nahezu 
unmöglich, öleben begeisterten Verfechtern, als Grundlage 
einer sichern Kalkulation und Damn: gegen die wilde Spekula 
tion, fand der Minimallohn seine ebenso hartnäckigen Gegner. 
Sie betonten, es sei unsinnig, die Lohnbasis durch einen Verein 
bestimmen zu lassen und sie ihrer natürlichen Unterlage, der 
jenigen des Verhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage, zu 
berauben. Man befiirchtete, statt die Verhältnisse zu gesunden, 
fie mit den: Lohnminimnm erst recht krankhaft zu gestalten. 
Es fehlte auch nicht an gewichtigen Arbeitgebern, welche noch 
<:n der Versammlung vom 10. Juli die ganze Verbandsidee 
als ungeschäftliche Griinderei und philantropische Künstelei 
von Seite Solcher, die vom Geschäfte wenig verstehen, ver-
	        
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