Full text : Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

Schon  dic  kleine  Mehrheit,  mit  welcher  der  Beschluß
gefaßt  wurde,  zeigt,  daß  man  im  Zentralkamite  mit  mit  eurem
gewisse»  Zagen  sich  an  diese  Maßregel  heran  machte,  è
Aufnahme  war  denn  auch  im  Lager  der  Masch>ncubc,'tze>  um
unfreundliche.  Mochten  auch  an  den  zahlreichen  Protesten,
welche  dagegen  erfolgten,  Verhältnisse  Mitschuld  tragen,  we  -he
den  damaligen  Arbeitsmangel  als  theilweise  tendenzrosen  Ursprungs ­
  erscheinen  ließen,  so  geht  man  m  der  Annahme  nicht
seht,  daß  die  Maßregel  auch  ohne  jene  Verhältniße  Erregung
hcrvorgcrnsen  hätte;  sic  toar  eben  etwas  zu  Ungewohntes  stir
hiesig-  Verhältnisse,  und  für  Viele  war  cS  unsahbar,  daß  der
Gedanke  der  Jnteresscngcmeuffchast  überhaupt  so  rocit  gehen
dürfe  im  Zwange  gegen  den  Einzelnen,  Je  mehr  nran  sich
aber  in  diese  Maßnahme  hineinlebte,  um  so  mehr  versöhntman
  sich  mit  ihr,  rurd  noch  vor  seiner  «r.shebnng  arid  der
Bcschluß  im  Lager  der  Arbeitnehmer  ,o  beredte  -aerchàger,
wie  er  früher  laute  Gegner  gesunden  hatte.  Mit  den,  61,  M>j.
188!)  konnte  die  Zentralleitung  den  Beschluß  ans  -trbe'tseinstellnng
  an  Samstagen  'nieder  ausheben,  nachdem  er  nenn
Verbandsseiertage  ges-hassen  hatte,  was  gleichbedentend  m,t
-irta  100,000  Maschincnarbeitstagcn  oder  der  g,ah>cst-,slang
von  600  Maschinen  ist.  Eine  gleiche  Schlußnahnic  faßte  das
-lentralkomitc  sEinstellnng  der  Samstagsarbeit  vom  l,  -mnnar
à„  bis  ans  Weiteres»  Ende  1890  einstimmig,  und  es  wurde
gegen  sie  nicht  der  leiseste  Widerspruch  laut.  Man  war  inzwischen ­
  in  allen  Kreisen  der  Trefflichkeit  einer  solchen  Masg
regel  bei  gegebenen  Verhältnissen  sich  bewußt  geworden  und
das  Verständniß  für  sie  war  schnell  gerefft,
Ģ  AÏ“  ķ  à'  Frage  'nieder
aufgegriffen,  ob  die  Fcrggcrprovision  ans  dem  Minnnallohn
bestreiten  sei.  oder  ob  derselbe  in  seinem  ganz«!  Betrage
dem  letzten  licbernchmer  zukommen  müsse,  Frage  sand
ihre  Erledigung  mit  einer  Erhöhung  de»  Minimallol,ues  um
            
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