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u li°l’», „in Betracht, das; das Regulativ den Ferggerstand in
einseitiger, beleidigender Weise in den Angen des Arbeiters
herabsetzt und die sedem (Geschäftsmanne zukommende Belve-
gnng in ungünstiger Weise beschränkt," einen geharnischten
protest zu Handen der Zentralleitung gegen dasselbe. Die
letztere berücksichtigte einzelne formale Begehren der Fergger,
trat aber ans ihre materiellen Forderungen nicht ein. Sehließ-
lnh gaben sich die Fergger für einmal scheinbar zufrieden.
Bei einem Theile derselben war aber der Friede nicht ernst
gemeint, er trieb einen geheimen, aber intensiven Widerstand
gegen den Verband. Der Jahresbericht 1886 bricht darüber
ui folgende Klagen aus: „Welche Masse von Umtrieben siild
ln Folge dessen (Ferggerbeweglmg) entstanden. Das eine Mal
landelte es sich um Waarenvermittlung an Nichtverbands-
»ntglieder, das andere Mal um Umgehung des Minimal-
lvhnes, indem der Fergger entiveder mehr als 2 (St*. Provi-
şiou verrechnete oder Waare unter dem Minimallohn ansgab.
melgar zu Bücherfälschnngen wurde geschritten, um die Kon
sole zu täuschen. Die Zentralleitung ging gegen die Uebel-
stände kräftig vor: die Untersuche wurden mit aller Energie
betrieben, die Fehlbaren oder Renitenten mit der ganzen
Schürfe gebüßt und das Regulativ vom 15. August 1885 in
sunen Lücken ergänzt." Die Ergänzung bestand hauptsächlich
dann, daß der Fergger verpflichtet lvnrde, „über den Waaren-
Eün- und Ansgang, resp. die Waarenübernahnle und -Aus
tobe mit Datum, Preis- und Namensangabe genau Buch und
check) ruing zu führen". Dem renitenten Element unter den
Ferggern kam diese Bestimmung ebenso ungelegen, wie die
anderen, und es nahm den stillen Kampf gegen die Verbands-
antorität durch Umgehung von Vorschriften wieder auf. Nun
Bug der VerbandSleitnng die Geduld ans. Sie veranstaltete
"ne förmliche Fergger-Razzia im ganzen Verbandsgebiete;
überall wurde untersucht, und das Resultat des Untersuchs
U'ar, daß nur zirka 25°/o der Fergger eine absolut korrekte