Full text: Geschichte des Zentralverbandes der Stickerei-Industrie der Ostschweiz und des Vorarlbergs und ihre wirthschafts- und sozialpolitischen Ergebnisse

63 
/X 
u li°l’», „in Betracht, das; das Regulativ den Ferggerstand in 
einseitiger, beleidigender Weise in den Angen des Arbeiters 
herabsetzt und die sedem (Geschäftsmanne zukommende Belve- 
gnng in ungünstiger Weise beschränkt," einen geharnischten 
protest zu Handen der Zentralleitung gegen dasselbe. Die 
letztere berücksichtigte einzelne formale Begehren der Fergger, 
trat aber ans ihre materiellen Forderungen nicht ein. Sehließ- 
lnh gaben sich die Fergger für einmal scheinbar zufrieden. 
Bei einem Theile derselben war aber der Friede nicht ernst 
gemeint, er trieb einen geheimen, aber intensiven Widerstand 
gegen den Verband. Der Jahresbericht 1886 bricht darüber 
ui folgende Klagen aus: „Welche Masse von Umtrieben siild 
ln Folge dessen (Ferggerbeweglmg) entstanden. Das eine Mal 
landelte es sich um Waarenvermittlung an Nichtverbands- 
»ntglieder, das andere Mal um Umgehung des Minimal- 
lvhnes, indem der Fergger entiveder mehr als 2 (St*. Provi- 
şiou verrechnete oder Waare unter dem Minimallohn ansgab. 
melgar zu Bücherfälschnngen wurde geschritten, um die Kon 
sole zu täuschen. Die Zentralleitung ging gegen die Uebel- 
stände kräftig vor: die Untersuche wurden mit aller Energie 
betrieben, die Fehlbaren oder Renitenten mit der ganzen 
Schürfe gebüßt und das Regulativ vom 15. August 1885 in 
sunen Lücken ergänzt." Die Ergänzung bestand hauptsächlich 
dann, daß der Fergger verpflichtet lvnrde, „über den Waaren- 
Eün- und Ansgang, resp. die Waarenübernahnle und -Aus 
tobe mit Datum, Preis- und Namensangabe genau Buch und 
check) ruing zu führen". Dem renitenten Element unter den 
Ferggern kam diese Bestimmung ebenso ungelegen, wie die 
anderen, und es nahm den stillen Kampf gegen die Verbands- 
antorität durch Umgehung von Vorschriften wieder auf. Nun 
Bug der VerbandSleitnng die Geduld ans. Sie veranstaltete 
"ne förmliche Fergger-Razzia im ganzen Verbandsgebiete; 
überall wurde untersucht, und das Resultat des Untersuchs 
U'ar, daß nur zirka 25°/o der Fergger eine absolut korrekte
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.