Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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China  (Urproduktion:  Tabak,  Viehzucht,  Seide).

Mill.  Pfd.,  uub  auch  Rohbaumwolle  wird
importiert.  Die  Einfuhr  übersteigt  die
Ausfuhr  sehr  bedeutend,  in  Menge  um
mehr  als  das  Vierfache;  der  Wert  betrug
über  6  Mill.  Mk.  Das  Land  erzeugt  auch
weder  genug  vom  Rohstoff,  noch  liefert  es
genügend  von  den  Fabrikaten  für  den
Verbrauch.  1879  belief  sich  der  Wert  der
eingeführten  Baumwollwareir  auf  135,6
Mill.  Mk.,  worunter  die  Hauptpostcn:
Schillings  ?I,2
I-Tuch  15,o
Drclle  15,  i
Garn  und  Zwirn  .  .  19,i
Die  Wiederausfuhr  wertete  8,8  Mill.  Mk.
Die  Tabakkultur  ist  eine  sehr  allgemeine; ­
  mau  baut  die  Pflanze  im  ganzen
Land,  aber  meist  nur  für  den  eignen  Gebrauch ­
  ,  zum  Verkauf  nur  im  nördlichen
rind  südlichen  C.  sowie  in  der  Provinz
Hupe.  Ein  Teil  der  zur  Ausfuhr  bestimmten ­
  Tabakblätter  geht,  nachdem  er
für  chinesischen  Geschmack  zugerichtet  worden ­
  ist,  nach  Hongkong  und  in  die  chinesischen ­
  Niederlassungen  im  Indischen  Archipel, ­
  nach  den  Ansiedelungen  in  der  Malakkastraße ­
  re.  für  den  Gebrauch  dortiger
chinesischen  Ansiedler  (1877:216,000kg).
Dagegen  wird  ein  andrerTeil,  und  zwar  fast
ausschließlich  Blätter,  aus  dem  Jantfedistrikt
  für  den  europäischen  Markt  nach
Schanghai  gesandt  und  geht  von  dort  über
Hongkong  nach  England;  er  wird  vornehmlich'zur ­
  Mischung  mit  türkischem
Tabak  verwandt.  Der  Export  von  Tabakblättern ­
  überhaupt  betrug  1879  ca.740,000
kg  im  Wert  von  971,052  Mk.  ,  die  fast
ausschließlich  nach  England  gingen.  —
Als  andre  Produkte  chinesischen  Landbauö
sind  zu  nennen:  Bohnen,  Cassia  lignea,
Kampher,  Früchte,  Galläpfel,  Rhabarber,
Safflor,  Indigo,  und  als  Fabrikate,
welche  aus  Produkten  des  Ackerbaus  hergestellt ­
  werden,  namentlich  Strohgeflechte.
1879  wurden  exportiert  für  7,585,680
Mk.,  ferner  für  1,920,126  Mk.  Matten
und  für  736,620  Mk.  Graötuch,  sodann
Stuhlrohr  und  Waren  daraus,  Bambus
und  Waren  daraus  rc.  Der  Talgbaum
wird  in  der  Umgebung  von  Ningpo  in
großer  Menge  kultiviert,  doch  führt  E.  von
dem  Produkt  jetzt  mehr  ein  als  aus.

Die  Viehzucht  steht  auf  einer  sehr
niedrigen  Stufe,  da  der  Chinese  überhaupt ­
  wenig  von  Fleischnahrung  lebt;
höchstens  ist  noch  die  Schweinezucht  von
Bedeutung.  Für  die  Nebenländer,  welche
durchweg  von  Nomadcnstämmen  besetzt
sind,  ist  aber  gerade  der  Viehstand  von
großer  Wichtigkeit.  Die  Exporte  sind  nicht
von  hohem  Belang;  die  wichtigsten  Posten
waren  1879  (in  Mark):
Häute  1447632
Hörner  und  Hufe  .  .  195798
Haare  1511202
Wolle  93960
Allerdings  darf  der  Posten  »Haare«  nicht
ausschließlich  ans  Rechnung  der  Viehzucht
geschrieben  werden,  vielmehr  sind  hierunter
zum  großen  Teil  Menschenhaare  begriffen,
welche  in  den  letzten  Jahren  in  bedeutendenMengen
  exportiert  wurden.  Der  Verbrauch ­
  von  Wollwarcn,  ursprünglich  ein
sehr  beschränkter,  hat  bedeutend  zugenommen ­
  und  damit  der  Import,  da  im  Land
selbst  wenig  erzeugt  wird.  Von  der  Gesamteinfuhr, ­
  welche  sich  1879  auf  29,726,732
Mk.  bezifferte,  entfällt  nahezu  ein  Viertel
auf  Kamelott;  nächst  bedeutend  sind  Tuch,
das  zur  Hälfte  aus  Rußland  importiert
wird,  und  die  unter  den  Namen  Spanish
Stripes,  Lastings,  Long  Ells  und  Lüstres
bekannten  Stoffe.
An  Wichtigkeit  das  zweite  Produkt  des
Landes,  dessen  Ausfuhrwert  nahezu  ein
Drittel  des  gesamten  Exports  repräsentiert, ­
  ist  die  Seide.  Schon  4000  v.  Chr.
soll  die  Seidcnzucht  hier  bekannt  gewesen
sein.  Jetzt  liefern  die  mittlern  Provinzen
die  meiste  und  beste  Seide.  Wie  hoch  die
Produktion  steigt,  ist  schwer  anzugeben.
Nach  einer  Schätzung  des  »North  China
Herald«  soll  das  jährliche  Erträgnis  6—8
Mill,  kg  betragen,  was  einem  Wert  von
200-250  9m.  m.  oW#me;  ¡cW)
nehmen  andre  weit  höhere  Summen  an.
Die  Ausfuhren  sind  in  den  letzten  Jahren
schnell  gestiegen;  ihre  Höhe  erreichten  dieselben ­
  1876  mit  5,621,000  kg  im  Wert
von  189,9  Mill.  Mk.,  sanken  nachher
stark,  betrugen  aber  1879:  5,954,838  kg
im  Wert  von  143,3  Mill.  Mk.  Die  gesamte
Ausfuhr  aller  Produkte  der  Seidenzucht
bildete  sich  aber  aus  folgenden  Posten:

Artikel,  die  »»ter  E  vermißt  werde»,  sind  unter  K  nachzuschlagen.
            
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