Full text: Lexikon der Handelsgeographie

97 
^hina (Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei). 
weide, rohe >md gezwirnte 135,7 Mill. Mark 
* Abfall 3,7 
- grobe und wilde . 2,4 - - 
- Kokons 1,5 » - 
Die angeführte wilde Seide stammt von 
dem Eichenseidenspinner, welcher auf Ei 
chen im Freien gezüchtet wird und schwer 
abhaspelbare, grobe Fäden liefert. Der 
Export geht meist nach England und 
Frankreich, doch findet schon ein recht be 
deutender Teil seinen Weg nach den Ver 
einigten Staaten und andern außereuro 
päischen Ländern. Eine verhältnismäßig 
sehr unbedeutende Menge von Rohseide 
(1879 für 99,396 Alk.) wird in chine 
sische Häfen eingeführt. Auch von seidenen 
Fabrikaten lvird ein sehr ansehnlicher Be 
trag ausgeführt, 1879: Stückwaren für 
27,»Mill., andre Waren für 1,5Mill.Mk. 
Die F o r st w ir t sch a f t tvird völlig ver 
nachlässigt, der Holzbedarf ist daher zum 
Teil durch Einfuhr zu decken. Wohlrie 
chende Holzarten werden aber von Austra 
lien und Indien zur Verbrennung bei reli 
giösen Ceremonien eingeführt. Die Ein 
suhr betrug 1879 (in Millionen Mark): 
Bauholz . . . 3,2 I Sapanholz . . 2,0 
Sandelholz . . l,o | Andre Hölzer . 1,2 
Die Mine r aIschätze des Landes sind 
sehr bedeutend. Edelmetalle scheinen aller 
dings nicht in beträchtlichen Mengen vor 
handen zu sein, aber große und reiche Lager 
von Kohle und Eisen, von Kupfer, Queck 
silber und Zinn finden sich anvielenOrten. 
Auf dem asiatischen Kontinent besitzt C. 
die grössten Kohlenschätze. Nach Nicht- 
Hofen fehlen keiner der 18 Provinzen des 
Reichs Kohlenfelder. Den ersten Rang 
nehmen die Südhälfte von Schaust (wo 
letzt l,7 Mill. metr. Tonnen gefördert wer- 
den), das südliche Hunan (600,000 Ton. 
Isthrlich), das westliche Schansung und das 
östliche Kansu ein. Man schätzt'die Aus 
dehnung der chinesischen Kohlenfclder auf 
■>00,000 qkm. DerKohlenbergbau ist sehr 
ult; der Gebrauch von Kohle in C. lässt 
Rh schon im 3. Jahrh. v.Chr. nachweisen, 
und dem Abbau stehen keinerlei Hindernisse 
ķ Weg. Jeder, dem es beliebt, darf ein 
Kohlenlager abbauen. Aber die Gcwin- 
>ung ist noch ebenso primitiv wie vor Jahr 
esenden und der Preis durch den kost- 
Handelsgcographie. 
¡pass 
ungefähr Vis der Kohlcnprodnktion von 
Deutschland, und die Einfuhr ist im 
»4 Si 
VN andarín die Erlaubnis zur Bildung 
einer Aktiengesellschaft gegeben, um 180 
km westlich von Tschifu ein Kohlcnwcrk 
nut alleii modernen wissenschaftlickcn 
Hülfsmitteln auszurüsten und zum Be 
huf des Transports der gewonnenen Kohle 
eine Tramwaylinie zum Meer herzustellen. 
Im Zusanlmenhang mit diesen Kohlensel- 
dern kommen mächtige Lager von Eisen 
erzen vor. so in den Provinzen Schansi, 
Hunan, Jünnan undSetschuan, und eine 
große Menge von Menschen finden in den 
Elsenwerken, namentlich Schansis, Be 
schäftigung. Aber der Betrieb ist ein sehr 
primitiver, und eigentliche Hohofeuanla- 
gen sind nirgends anzutreffen. Daher findet 
Europa, nainentlich England, hier einen 
ergiebigen Markt für seine Metallfabrikate, 
üoit bum 1879 Mir 24,792,402 9)(f. ein; 
lKsuhrt wurden. Davon entfielen auf: 
Kupfer und Kupferwareu . 1,8 Mill. Mark 
Eisen und Eisenwarcu . . 6,o - 
: ?:7 . . 
Quecksilber i, 9 - 
Zinn 6,o . 
Die Ausfuhr von Waren in Messing, Ku 
pfer, Eisen und Zinn chinesischen Fabrikats 
belief sich 1878 auf nur 837,344 Mk., die 
höchste Summe, welche dieselbe je erreicht 
hatte, 1879 auf 787,476 Mk. 
Die Fischerei und zwar das Fischen 
von Pflanzen wie von Süßwasscrtieren 
und einigen Sectiercn beschäftigt eine große 
Menge von Leuten, und Fischereiprodukte 
bilden einen sehr wesentlichen Bestand der 
Volksnahrung; dennoch ist der Ertrag der 
Fischereien nicht reichlich gemtg, um denl 
Bedürfnis zu geuügeu; daher belief sich 
1879 die Ausfuhr auf 541,848 Mk., wäh 
rend sich die Einfuhr auf 2,596,530 Mk. 
stellte. Außerdem werden auch,namentlich 
aus Japan, allerlei Produkte der See ein 
geführt: Schaltiere, Krabben, Trepang,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.