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Deutschland (GewerbezLhlung; Urproduktion).
1) Bergbau und Hüttenwesen, Industrie und Bau
wesen 12924246 oder 32.8 Praz.
2) Handel und Verkehr . 3559436 oder 9 Praz.
3) Land - und Forstwirtschaft, Jagd und Fische
rei 18651433 oder 47,» Proz.
so daß für alle andern Berufsklassen noch
10,9 Proz. der Bevölkerung übrig bleiben.
Nach der Gewerbezählung 1875 gab
P im Reich 2,925,079 Hauptbetriebe, in
denen 6,455,613 (1,414,008 weibliche)
Personell beschäftigt wurden.
Betriebszweige
Haupt
betriebe
0 Kunst- u. Handelsgärtnerei
2) Fischerei
3) Bergbau, Hütten- und
Salinenwesen . . . .
0 Industrie der Steine und
12827
15658
7907
Erden
®) Metallverarbeitung. . .
6) Maschinen, Werkzeuge, In
strumente
7 ) Chemische Industrie. . .
8) Industrie der Heiz- und
Leuchtstoffe
9 ) Textilindustrie
10) Papier und Leder . . .
11) Holz - und Schnitzstoffe .
12) Nahrungs - u. Genußmittel
13) Bekleidung und Reinigung
14) Baugewerbe
15) Polygraphische Gewerbe .
16) Künstlerische Betriebe für
gewerbliche Zwecke . .
17) Handelsgcwcrbe . . . .
18) Verkehrswesen
19) Beherbergung u.Erquickung
51339
164106
83740
8641
8947
381442
56654
246504
241897
757 775
216958
8071
5535
421095
74959
160025
Per
sonen
25442
19032
433140
265106
420304
308462
52033
42330
926579
187219
462816
692319
1052673
468457
55849
13174
661 733
134172
234602
II. Urproduktion.
D. ist vorwiegend ein Land des Acker
baus und der Viehzucht. Trotz der aus
gedehnten Gebirgöländereien nehmen be
bautes Land sowie Wiesen und Weiden
weit über die Hälfte seiner Gesamtfläche
ein. Nur auf dem höchsten Rücken des
Schwarzwalds, des Böhmerwalds und der
Sl,deten sowie alls den höchsten Gipfel
höhen der übrigen Gebirge gedeiht weder
die Kartoffel noch Sommergetreide, Hafer
und Sommerroggen. Aber diese Gebirgs
gegenden sind von reichen Getreideländern
umgeben, die selbst für den Export arbeiten.
In Betreff der Bodenbenutzung
eutfallcn 1878 im Deutschen Reich auf:
Hektar Proz.
1) Äcker, Gärten und Weinberge 26133515 48,5
2) Wiesen und Weiden . . . 10299486 19,7
3) Forstland 13839769 25,7
4) Haus- und Hofräume, Wege,
Ödland, Gewässer . . . 3 604122 6,7,
Im Verhältnis zur Gesamtflächebesitzcn
das meiste Ackerland: Posen, Anhalt,
Lübeck, Provinz Sachsen, Ost - und West
preußen, Pommern, Schlesien, Schles
wig-Holstein, Königreich Sachsen, Hessen,
Mecklenburg, Sachsen-Altenburg und
Sachsen - Gotha, Schwarzburg - Sondcrö-
hausen, Elsaß-Lothringen ; das wenigste:
Oldenburg, Hannover und Hessen-Nassau.
Die meisten Wiesen ltiib Weiden haben:
Hannover und Bremen, Schleswig-Hol
stein, Westfalen und Ostprellßen; den
meisten Wald: Hessen-Nassau, Rhein-
pfalz, Thüringen, Brandenburg, Hessen,
Rheinland, Württemberg, Elsaß-Lothrin
gen; das meiste Ödlaitd Oldenburg.
A. Dir Hauptkulturrn.
Von 25,767,182 dem Ackerbau gcwid-
meten Hektar waren 1878 bebaut mit:
Getreide 13967904 Hektar
Hülsenfrüchteu .... 1567905
Hackfrüchten 3545906
Handclsgewächseu. . . 416 724 -
Futterpflanzen.... 2442351
1) Nahrungspflanzen. Wie er
sichtlich, beanspruchen die verschiedenen
Getreidearten den bei weitem größten
Anteil von der Kulturfläche; rechnet man.
hierzu noch die nicht allein als Volks-
nahrungSmittel, sondern auch in der Aus
fuhr und Spirituserzeugnng immer wich
tiger werdenden Kartoffeln, so erhält
man für Anbailflächen und Erträge der
wichtigsten Nahrungspflanzcn 1879:
Weizen . 1815588 Hektar, 2278696 Tonnen
Roggen . 5928769 - 5562435 -
Gerste. . 1625009 - 2057358 -
Hafer. . 3746098 - 4264255 «
Kartoffeln 2758208 - 18904596 -
Der Gesamtwert der Ernte betrug 1878—
1879: 1208,2 Mill. Mk., 1879-80 bei
geringerer Menge: 1213,3 Mill. Mk.
Diese Erträge genügen aber keineswegs
den Bedürfnissen der Bevölkerung, we
nigstens nicht, soweit sie den Bedarf an
Brotfrüchten betreffen. In dieser Hinsicht