Deutschland (Urproduktion: Handelsgewächse). 123
(wozu noch die in Süddcutschlaud insgesamt
alls 403,336 ha gebauten Spelz,
Einer ». Einkorn zu rechnen sind) von der
gesamten Ackerfläche 63, i Proz., nach Hinzuziehung
von Hülsenfrüchten, Gemüsen
und Hackfrüchten (außer Kartoffeln) nicht
weniger als 74 Proz., während auf die
HàndelsgeN'ächse nur 1,6 Proz. entfallt.
Die Anbauflächen der wichtigsten Handclsgewächse
waren fiir 1879:
Zuckerrüben 173ÑSñHekt. Hanf. . 2044t Hekt.
Ölsaat . . 182 715 - Hopfen . 40700 -
àch-z . . mg 148 - Tabak . 18004 -
. &) Zuckerrüben werden vornehmlich
m der Provinz Sachsen gebaut (75,921
uu),nächstdcminSchlesicn(24,628ha), in
Inhalt, Braunschweig, Hannover, Rheinland,
Brandenburg, Württemberg, Baden,
chvmmern. Nach den Berechnungen von
«x„p. Licht (Statistisches Bürean für
Rubenzuckerindustrie in Magdeburg) war
Ul der vom September bis Juni dauernden
Kampagne die Rübenzuckergewiunung
nn Deutschen Reich (in Zollcentnern):
1876— 77: 5 788450 I 1878—79 : 8400000
1877— 78: 7560180 | 1879—80: 6929000
Die deutsche Znckerindustrie begann
erst vor 50Jahren Bedeutung zu erlangen.
ZmKampagnejahr (I.Scpt. bis 31. Aug.
nächsten Jahrs) 1836—37 zählte man im
Zollverein 122 Zuckerfabriken, 1840 bereits
145. Da die zunehmende Zuckerproduktion
einen Ausfall des Imports
und somit der Zolleinnahmen zur Folge
hatte, so wurde die Rübenzuckcrfabrikation
1841 mit einer Steuer belegt, was
einen Rückgang in der Zahl der Fabriken
zur Folge hatte; doch hob sich dieselbe bald
wieder, noch mehr aber das Quantum
der verarbeiteten Rüben pro Fabrik, wie
die folgende Tabelle nachweist:
Jahr
Fabriken
in
Betrieb
1840
1845
1850
I860
1870
1875
1880
145
96
184
247
004
332
328
Menge der verarbeiteten
Rüben in Mill. Kilogr.
überhaupt
Pro Fabrik
241,5
222,8
736,2
1467,7
3050,0
4161,:)
1,07
2,32
4,oo
5,94
10,03
12,53
4805,3
13,12
Zu dieser bedeutendem Leistung hat
außer der größern Ausdehnung der Anbaufläche
und rationellerer Kultur, namentlich
der Wahl besserer Rübensorten,
sehr wesentlich die Einführung neuer
Methoden in der Zuckergenünnung beigetragen
(1840 erhielt man aus 1Ò0 kg
Rüben 5,88 kg Rohzucker und 3,7 kg Melasse,
1877 schon 9,24 kg Rohzucker und 3
kg Melasse). Namentlich ist dies Resultat
durch Einführung des Diffusionsverfahrens,
daö von allen Fabriken 1871 nur 16,7
Proz., 1877 aber 68,i Proz. (darunter besonders
die größern) anwendeten, erzielt
worden. 1879—80 waren in der Rübenzuckerfabrikation
328 Fabriken mit 2626
Dampfmaschinen von 29,573 Pferdekräften
(291 mit Diffusionöverfahren) thätig.
Die von Jahr zu Jahr steigende Produktion
von Rohzucker verringerte die
Einfuhr mehr und mehr, während die
Ausfuhr 1878 fast das Zehnfache der von
1871 betrug. So hat sich allmählich eine
völlige Verschiebung der Handelsverhältnisse
vollzogen, und D. ist aus einem importierenden
Land bei steigendem Verbrauch
der Bevölkerung ein erportierendcS
geworden. Der Handel mit Zucker betrug
(in Millionen Kilogramm) :
Einfuhr Ausfuhr
1841—45: 61,76 3,87
1851—55: 42,55 9,90
1861—65: 16,08 10,52
1871—75 : 31,3 3 25,02
1876— 77: 12,94 62,20
1877— 78: 8,99 99,oi
1878— 79: 8,45 140,69
1879— 80: 7,07 137,00
Die zunehmende Ausfuhr wurde auch
bedingt durch daö Unvermögen der Raffinerien
(welche z>var1871—77von79 auf
64 zurückgingen, aber dennoch im lebten
Mr 221,233 Zou. gcgcit 145,831 S. ii»
ersten Jahr verarbeiteten), die massenhaft
wachsende Produktion zu bewältigen. 1Š79
wurden Rohzucker, Raffinade, Sirup und
Melasse für 5,34 Mill. Mk. ein - und für
89,78 Mill. Mk. ausgeführt und zwar (in
Millionen Mark) :
Einfuhr Ausfuhr
Rohzucker. . . . 0,95 58.20
Raffinierter Zucker 2,86 21,39
Sirup und Melasse 1,53 10,19