Full text : Lexikon der Handelsgeographie

121

Deutschland  (GewerbezLhlung;  Urproduktion).

1)  Bergbau  und  Hüttenwesen,  Industrie  und  Bauwesen ­
  12924246  oder  32.8  Praz.
2)  Handel  und  Verkehr  .  3559436  oder  9  Praz.
3)  Land  -  und  Forstwirtschaft,  Jagd  und  Fischerei ­
  18651433  oder  47,»  Proz.

so  daß  für  alle  andern  Berufsklassen  noch
10,9  Proz.  der  Bevölkerung  übrig  bleiben.
Nach  der  Gewerbezählung  1875  gab
P  im  Reich  2,925,079  Hauptbetriebe,  in
denen  6,455,613  (1,414,008  weibliche)
Personell  beschäftigt  wurden.

Betriebszweige

Hauptbetriebe ­


0  Kunst-  u.  Handelsgärtnerei
2)  Fischerei
3)  Bergbau,  Hütten-  und
Salinenwesen  .  .  .  .
0  Industrie  der  Steine  und

12827
15658
7907

Erden
®)  Metallverarbeitung.  .  .
6)  Maschinen,  Werkzeuge,  Instrumente ­

7 )  Chemische  Industrie.  .  .
8)  Industrie  der  Heiz-  und
Leuchtstoffe
9 )  Textilindustrie
10)  Papier  und  Leder  .  .  .
11)  Holz  -  und  Schnitzstoffe  .
12)  Nahrungs  -  u.  Genußmittel
13)  Bekleidung  und  Reinigung
14)  Baugewerbe
15)  Polygraphische  Gewerbe  .
16)  Künstlerische  Betriebe  für
gewerbliche  Zwecke  .  .
17)  Handelsgcwcrbe  .  .  .  .
18)  Verkehrswesen
19)  Beherbergung  u.Erquickung

51339
164106
83740
8641
8947
381442
56654
246504
241897
757  775
216958
8071
5535
421095
74959
160025

Personen ­

25442
19032

433140
265106
420304
308462
52033

42330
926579
187219
462816
692319
1052673
468457
55849
13174
661  733
134172
234602

II.  Urproduktion.
D.  ist  vorwiegend  ein  Land  des  Ackerbaus ­
  und  der  Viehzucht.  Trotz  der  ausgedehnten ­
  Gebirgöländereien  nehmen  bebautes ­
  Land  sowie  Wiesen  und  Weiden
weit  über  die  Hälfte  seiner  Gesamtfläche
ein.  Nur  auf  dem  höchsten  Rücken  des
Schwarzwalds,  des  Böhmerwalds  und  der
Sl,deten  sowie  alls  den  höchsten  Gipfelhöhen ­
  der  übrigen  Gebirge  gedeiht  weder
die  Kartoffel  noch  Sommergetreide,  Hafer
und  Sommerroggen.  Aber  diese  Gebirgsgegenden ­
  sind  von  reichen  Getreideländern
umgeben,  die  selbst  für  den  Export  arbeiten.
In  Betreff  der  Bodenbenutzung
eutfallcn  1878  im  Deutschen  Reich  auf:

Hektar  Proz.
1)  Äcker,  Gärten  und  Weinberge  26133515  48,5
2)  Wiesen  und  Weiden  .  .  .  10299486  19,7
3)  Forstland  13839769  25,7
4)  Haus-  und  Hofräume,  Wege,
Ödland,  Gewässer  .  .  .  3  604122  6,7,

Im  Verhältnis  zur  Gesamtflächebesitzcn
das  meiste  Ackerland:  Posen,  Anhalt,
Lübeck,  Provinz  Sachsen,  Ost  -  und  Westpreußen, ­
  Pommern,  Schlesien,  Schleswig-Holstein, ­
  Königreich  Sachsen,  Hessen,
Mecklenburg,  Sachsen-Altenburg  und
Sachsen  -  Gotha,  Schwarzburg  -  Sondcröhausen,
  Elsaß-Lothringen  ;  das  wenigste:
Oldenburg,  Hannover  und  Hessen-Nassau.
Die  meisten  Wiesen  ltiib  Weiden  haben:
Hannover  und  Bremen,  Schleswig-Holstein, ­
  Westfalen  und  Ostprellßen;  den
meisten  Wald:  Hessen-Nassau,  Rheinpfalz,
  Thüringen,  Brandenburg,  Hessen,
Rheinland,  Württemberg,  Elsaß-Lothringen; ­
  das  meiste  Ödlaitd  Oldenburg.
A.  Dir  Hauptkulturrn.
Von  25,767,182  dem  Ackerbau  gcwidmeten
  Hektar  waren  1878  bebaut  mit:
Getreide  13967904  Hektar
Hülsenfrüchteu  ....  1567905
Hackfrüchten  3545906
Handclsgewächseu.  .  .  416  724  -
Futterpflanzen....  2442351
1)  Nahrungspflanzen.  Wie  ersichtlich, ­
  beanspruchen  die  verschiedenen
Getreidearten  den  bei  weitem  größten
Anteil  von  der  Kulturfläche;  rechnet  man.
hierzu  noch  die  nicht  allein  als  VolksnahrungSmittel,
  sondern  auch  in  der  Ausfuhr ­
  und  Spirituserzeugnng  immer  wichtiger ­
  werdenden  Kartoffeln,  so  erhält
man  für  Anbailflächen  und  Erträge  der
wichtigsten  Nahrungspflanzcn  1879:
Weizen  .  1815588  Hektar,  2278696  Tonnen
Roggen  .  5928769  -  5562435  -
Gerste.  .  1625009  -  2057358  -
Hafer.  .  3746098  -  4264255  «
Kartoffeln  2758208  -  18904596  -
Der  Gesamtwert  der  Ernte  betrug  1878—
1879:  1208,2  Mill.  Mk.,  1879-80  bei
geringerer  Menge:  1213,3  Mill.  Mk.
Diese  Erträge  genügen  aber  keineswegs
den  Bedürfnissen  der  Bevölkerung,  wenigstens ­
  nicht,  soweit  sie  den  Bedarf  an
Brotfrüchten  betreffen.  In  dieser  Hinsicht
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.