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Deutschland (Urproduktion: Zucker, Bier).
Der Zuckcrhandcl nnch ven Gebieten 1878—79.
Länder
Rußland
Ostsee .
Dänemark
Nordsee .
Niederlande
Belgien.
Frankreich
Schweiz.
Österreich
Andre .
Zusammen
Einfuhr
(in Tausenden Kilogr.)
raffinierter
Zucker
32.5
22.5
0,2
863,9
712,2
171.1
2761,7
197,0
4,3
129.2
4915,2
Rohzucker
7.0
278,5
2.1
218,7
405.1
43,4
31.0
1,5
75.0
104.2
1167,1
Kandis
Ausfuhr
(in Tausenden Kilogr.)
Zucker ohne Aus-
8263,3
117,8
11535,4
774.7
474.7
6,9
6,9
1086,o
22342,7
Rohzucker
2538.5
61838,7
5547.5
960,1
34.5
250,0
36,0
71200,9
fuhrvergiitung
10.1
0,5
1,8
590,5
5.0
13,4
0,3
37,3
14.1
3.0
676,1
In der Einfuhr von raffiniertem
Zucker nach D. nimmt die erste Stelle
Frankreich mit 30 Proz. des Gesamt
imports ein. Die Ausfuhr von Rohzucker
geht über Hamburg, nach England, nach
Holland, Schweden, Belgien u. a.
Mit der gesteigerten Produktion hat aber
auch derVcrbrauch im Land schnell zuge
nommen; auf den Kopf der Bevölkerung
betrug derselbe (in MillionenKilogramni):
1841—45: 2,50 I 1861—65: 4,55
1851—55: 3,38 | 1871—80: 6.55
1876 hatte er seinen Höhepunkt mit 7,65
kg pro Kopf erreicht, um 1877 auf 5,65kg
zu fallen und 1880 wieder auf 6,3 kg zu
steigen. Von 1871—72 wurden 221,793
Ton., von 1875—76: 321,982 T.. 1879
bis 1880: 280,02>4T. Rohzucker im deut
schen Zollgebiet verbraucht.
Ein wie großer Teil der in D. erzeugten
Vorräte an Getreide, Kartoffeln und
Zucker aber dem Zweck der eigentlichen
Ernährung entzogen wird, zeigt die Sta
tistik der Branntweinbrennereien. Für
Bayern, Württemberg und Baden liegt
eine solche nicht vor; für das übrige D.
ergibt sich folgender Verbrauch zum Zweck
der Brennerei (in Hektolitern):
1877-78: 1878—79:
Getreide . . . 4776091 4640303
Kartoffeln. . . 23684238 25979520
Melasse . . . 902471 821109
Eine fernere und weit ansehnlichere
Verwendung findet das Getreide in den
Brauereien, welche enorme Mengen da
von konsumieren. Mit Ausnahme der
obengenannten Staaten und Elsaß-Lo
thringens ivurden zu Brauzwecken ver
braucht 1878—79: 8,313,791 Etr.
Auf diese Weise gestalten sich aber wie
derum diese Mengen zu wichtigen Han
delsartikeln, mit denen D. die Produkte
andrer Lander zu bezahlen imstande ist.
Es betrug 1879 (in Lausenden Mark):
Einfuhr Ausfuhr
Branntwein u. dal. . . . 5330 14800
Bier 3200 23400
Brauereien und Bierproduk
tion. Seit Jahren schon ist die Zahl der
Brauereien im Abnehmen, die Prodnk-
tion aber hat sich bedeutend erhöht.
Im Reichssteucrgebiet, d. h. im Zollgebiet
ohne Bayern, Württemberg, Baden und
Elsaß-Lothringen sowie ohne Luxemburg,
waren 1872 im Betrieb 14,157 Braue
reien, welche 16,102,179 hl erzeugten, da
gegen 1879—80 nur 11,647 Brauereien,
die aber 19,984,613 hl produzierten. Zn
jenen 11.647 Brauereien Norddeutsch-
lands kommen in Bayern 7059, in Würt
temberg 7810, iil Elsaß-Lothringen 295.
In Baden war die Zahl der »Braugefäße«
2082. Die Bierproduktion wuchs in
diesen Staaten nur in Bayern und Ba
den, in dem Zeitraum von 1872—80: in
Bayern von 10,905,800hl auf 12,004,703
hl,inBaden von 927,000hl auf 1,085,655
hl. Dagegen produzierte Württemberg
1872:4,197,300 hl, 1879—80:3,172,634
hl, und Elsaß-Lothringen blieb stabil.