Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Deutschland  (Textilindustrie:  Serbe,  Flachs,  Hanf,  Jute).  14!)

Art  der  Verarbeitung

Betriebe  für  Wollbcrcituug
Streichgarn-  und  Vigognespinnerei  und  Weberei!
Kammgarnspinnereien
Mungo.  und  Shoddyfabrikeu  .  .  .  .  ]
Kamm-  rc.  Garnweberei.  Wolleubaud,orberei
Wollfärberei,  Druckerei  rc.

Die  Streichgarn  spinn  crei  und
-Weberei  ist  außerordentlich  weit  verbreitet; ­
  sic  ist  vor  allem  zu  Hause  in  der
Rhcinproviiiz,  im  südlichen  Brandenburg
nebst  angrenzenden  Teilen  von  Schlesien,
un  westlichen  Sachsen  nebst  Teilen  von
Thüringen.  Sie  disponiert  über  13,908
Krempeln,  1.494.606  Fein-,  93,572  Water-und
  102.602  Zwirnspindeln,  11,263
^ïcift=,  13,082  Handwcbstühle  (in  sämt-%0%

Ach'nen.  Die  Erzeugung  von  Garii
ñenugt  aber  temeöwegs;  1859  importierte
p.  #  4710  Ion.,  ober  1880:14,8561.,
Wahrend  der  Export  von  928  auf  4957  T.
liieg.  Die  Kammgarnspinnerei,  die
namentlich  im  Elsaß  ihren  Sitz  hat,  bcschäf-^ht
  şll  Krempeln,  999  Kamm-,  753
Hechelmaschinen,  885,579  Fein-,  78,689
Water-  und  132,325  Zwirnspindcln;  die
Mungo-  u.  Shoddyfabrikeu.  welche
Pumpen  zerfasern  und  zu  neueii  Zeugen
verarbeiten,  beschäftigen  20,028"Spindeln
  aller  Art,  endlich  die  Weberei
67,217  Fein-,  4546  Water-,  5443  Zwirnspindeln, ­
  18,078  Maschinen-,  7649Handwebstühle.
  —  Die  Strumpfwarenfabrikation, ­
  in  welcher  60,957  Mengen ­
  Beschäftigung  finden,  arbeitet  mit  67
Maschinen  von  621  Pferdckräften.  Ihre
Hauptsitze  sind:  Zwickall,Chemnitz,Apolda,
Zeulenroda.  Man  zählte  1875:  2205Maschinen-,
  2734  Haildstrumpfstüble  für
reguläre  Ware,  750  Kettenstühle,  510
Mische,  834  französische  Rundstühle.
Teppichweberei  wird  vorzüglich  in
^erliil,  Hanau  und  Schiniedcberg  i.  Schl,
betrieben.  Shawlweberei  ist  in  Berlin
Hanse,  das  auch  besonders  viel  Stickwolle ­
  versendet.  So  ist  die  Ausfuhr  von
Wollwaren  immer  eine  weit  stärkere  ge-Betriebe



1037
10533
2350
129
20677
2602

Personen  Maschinen  Pferdekräft

4696
88279
28772
4  776
55138
12007

39
964
314
68
335
221

1433
23494
9893
2270
5512
2553

wesen  als  die  Einfuhr.  Es  betrug  (in
Tonnen  netto):
I860  1870  1880
Einfuhr  1540  5  950  2  792
Ausfuhr  10000  16300  21044
1879  war  der  Wert  des  Handels:
Einfuhr  Ausfuhr
Wollgarn  94,3  24,4  Mill.  Mark
Wollwaren  69,8  142,i
Zusammen:  104,V  166,s  Mill.  Mars'
3)  Seide.  Die  Seidenindustrie  hat
ihren  Mittelpunkt  in  der  Rhcinprovinz
üorauüSweife  in  ben  ©Übten  jWcíb,
Elberfeld,  Darmeli  und  Viersen.  Die
2463  Filanden  beschäftigen  5542  Personen; ­
  in  den  Seidenspinncrcicn  (es  gibt
ailch  schon  Seidenshoddyspinncreien)'arbeiten ­
  39  Maschinen  von  875  Pferdekräfkn
  mit  15,720  Rci:#mMn,  28,480
fmvic
44,928  Spulen,  und  in  den  270  Großbetrieben ­
  nicht  weniger  als  13,384  Menschen ­
  mit  62  Maschinen  von  836  Pferdckräften, ­
  750  Kraft-,  993  Handwebstühlen
nnd  1429  Kraft-,  3592  Handwebstühlen
3m  onnaen
sind  mit  Einschluß  der  Betriebe  für  Seidenfärberei ­
  und  -Druckerei  und  der  Konditioniernngsanstalten
  in  dieser  Industrie
77,324  Menschen  und  245  Maschinen  von
2564  Pfcrdekräftcn  beschäftigt.  D.  führte
1880  ail  Seiden-  u.  Halbseideiiwaren  ein:
463  Ton.,  aus:  4677  T.  1879  wertete  die
Einfuhr  45,7,  die  Ausfuhr  66,7  Mill.  Mk.
4)  Flachs,  Hanf  und  Jute.  Die
Flachsspinnereien  sind  besonders  im
schlesischen  Gebirge  (Licbau  rc.),  in  Westfalen ­
  (Bielefeld)  und  in  der  Rheinprovinz
(Dülken,  Viersen,  Düren)  zu  Hause.
Unter  den  12,165  bestehenden  Flachshecheleien ­
  sind  indes  nur  202  größere,  welche
mit  168  Dampfmaschinen  von  8153
Pferdekräften,  133,312  Fein-,  125  419
Water-  nnd  71,830  Zwirnspindeln  ar-
            
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