Full text : Lexikon der Handelsgeographie

158

Deutschland  (Seeverkehr;  Eisenbahnen).

aus;  auch  sind  diejenigen  Schiffe,  welche
auf  einer  Reise  mehrere  deutsche  Hafen  berührten ­
  und  deshalb  für  dieselbe  Reise
mehr  als  einmal  angeschrieben  wurden,
für  daö  Deutsche  Reich  im  ganzen  als  nur
einmal  angekommen,  beziehungsweise  abgegangen ­
  aufgeführt.
Den  Seeverkehr  in  den  deutschen
Hafen  Plätzen  gibt  folgende  Tabelle:

Jahr

1874
1875
1876
1877
1878
1879

Angekommen
-chiffe  Tonnen

49121
45750
44833
47791
52393
51837

6620714
6505217
6584679
6967643
6954483
7361723

Abgegangen
Schiffe  Tonnen

47568
44077
45261
47358
52029
51791

6  163  922
6406848
6  725819
6974621
6950348
7401225

Wie  bei  der  Entwickelung  der  Marine
daö  stetige  Anwachsen  der  Dampferflotte
zu  konstatieren  war,  so  laßt  sich  auch  hier
die  beständige  Zunahme  des  Verkehrs  der
Dampfer  nachweisen  und  zwar  auf  Kosten
der  Segelschiffe,  wenn  nicht  in  Bezug  auf
die  Zahl,  so  doch  hinsichtlich  des  Tonnengehaltö.
  Von  1873—79  stieg  die  Zahl  der
in  deutsche  Häfen  eingelaufenen  Schiffe
von  48,004  auf  51,837,  während  die  Zahl
der  Dampfer  in  der  gleichen  Periode  eine
Zunahme  von  8712  auf  13,096  zeigte.  Dabei ­
  stieg  aber  der  Raunigehalt  der  Dampfer ­
  von  3,267,219  Ton.  auf  4,670,722  T.,
also  um  130  Proz.  Der  Raumgehalt  der
Schiffe  überhaupt  stieg  indes  von  6,240,593
T.  auf  7,361,723  T.,  also  nur  um  111
Proz.  Daß  die  Zunahme  des  Schiffsverkehrs ­
  ausschließlich  derK  ti  st  e  n  s  ch  i  f  f  a  h  r  t
und  nicht  der  großen  Fahrt  zu  danken  ist,
bei  welcher  sich  in  neuerer  Zeit  sogar  eine
geringere  Zahl  von  Schiffen  beteiligt,  lehren ­
  folgende  Zahlen.  Es  liefen  ein:

Jahr

Deutsches
Küstengebiet

Von  außerdeutscheu

europ.  Häfen

Von  nußcreuropäischeu

Häfen

1873  22384  23800  1777
1878  29774  20683  1749
1879  29501  20471  1865
Daß  diese  Abnahme  aber  nicht  einen
Rückgang  in  der  Schiffahrt,  vielmehr  ein
Ersetzen  der  kleinern  Schiffe  durch  größere
bedeutet,  beweist  eine  gleiche  Zusammen-Von

  außerdeutschen ­

europ.  Häfen

Von  außereuropäischen ­

Häfen

Deutsches

Jahr

Küstengebiet

1017563
1239002
1194482

4039615

4366  385

i  722  398

stellung  des  Tonnengrhalts  der  eingelaufenen ­
  Schiffe:

1873
1878
1879

1180801
1343174
1444843

In  welchen  Verhältnissen  die  verschiedenen ­
  Flaggen  an  diesem  Verkehr  teilnahmen, ­
  ergibt  daö  Folgende.  Es  liefen  1879
in  alle  deutschen  Häfen  ein:
Schiffe
Deutsche  37435

Britische
Dänische  .  .
Schwedische.  .
Norwegische  .
Niederländische
Russische  .  .
Nordamerikanische
Französische
Spanische  .
Italienische.
Belgische  .
Österreich-Ungarische

4878
5261
2081
1244
1086
552
52
132
51
31
15
9

Tonnen
3295019
2462385
429478
371690
350598
144616
127  793
59735
58616
25751
18041
7  776
4040

Der  deutsche  Schiffsverkehr  zeigt  in  allen
Meeren  eine  erfreuliche  Zunahme.  Von
55,442  Seereisen,  welche  1879  von  deutschen ­
  Fahrzeugen  (Dampf-  und  Segelschiffen ­
  zusammen)  mit  10,260,898  Ton.
Gehalt  gemacht  wurden,  entfielen  27,756
Reisen  auf  außerdeutsche  Abgangs-  und
Ankunftshäfen.  Die  deutscheFlagge  macht
der  englischen  im  britischen  Küstenverkehr
starke  Konkurrenz  und  nimmt  in  den  Häfen ­
  der  Vereinigten  Staaten  schon  die  dritte
Stelle  ein.
0.  Eisenbahnen.
Zwar  hatte  schon  vor  1826  daö  Kohlcngebiet
  der  Ruhr  und  Saar  über  8  Meilen
Eisenbahn,  aber  erst  1.  Dez.  1835  bewegte
sich  der  erste  von  Lokomotiven  bewegte  Zug
auf  der  Bahn  von  Nürnberg  nach  Fürth;
drei  Monate  später  eröffnete  die  Leipzig-Dresdener
  Bahn  ihre  erste  Strecke,  und  im
Oktober  1838  wurde  die  Berlin-Potsdamer, ­
  im  November  d.  I.  die  erste  deutsche
Staatsbahn  von  Braunschweig  nach  Wolfenbüttel ­
  eröffnet.  Gegenwärtig  breitet  sich
über  ganz  D.  ein  Netz  aus,  dessen  Maschen
sich  unaufhörlich  vervielfältigen.  Seine
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.