Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Frankreich (Ackerbau: Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben re.). 
Einfuhr Ausfuhr Mehreinfuhr 
1876: «1,4 117,5 73,9 
1877: 165,1 148,2 16,9 
1878 : 448,e 42,2 406,4 
Immer ist es Weizen gewesen, welchen man 
in großen Mengen (1879:24 Mill., 1880: 
22,2 Mill. Ctr.) einzuführen genötigt 
war, lvährcnd man in der Regel Roggen 
und Gerste zur Ausfuhr übrig hatte. Von 
den starken Weizenzufuhren wird ein be 
trächtlicher Teil in verarbeitetem Zustand 
wieder exportiert. 1878, in welchem Jahr 
die Einfuhr auf das Doppelte früherer 
Jahre gestiegen war, während die Ausfuhr 
kaum ein Drittel der Vorjahre erreichte, 
war der Wert des Handels mit Cerealien 
und Mehl (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Weizen und Spelz . 338,6 2,4 
Rougen 2,4 9,8 
Gerste 25,3 12,3 
Hafer 65,7 2.8 
Mais 30,o 3,9 
Buchweizen .... — 0,2 
Weizenmehl. . . . 2,4 2,5 
Zusammen: 464,4 33,9 
1879 und 1880 stiegen die Einfuhr 
werte auf 685,8 Mill., resp. 617,3 Mill. 
Mk. Hauptlieferanten sind: die Vereinig- 
tm (Staaten (1878: 5,8 %m, 1879:13,5 
und 1880: 12,8 Mill. Ctr. Weizen) und 
Rußland (1880: 4,i Mill., 1879: 6 Mill. 
Ctr. Weizen und 1,8 Mill. Ctr. Hafer, 
welch letzten! auch Schweden zuführt); 
Gerste schickt Algerien (1880: 493,472 
Ctr., 1878 erst 80,513 Ctr.) in schnell 
steigenden Mengen, Mais die Türkei und 
Rußland. Deutschlands Importe nach F. 
waren (in Centnern) : 
1879 1880 
Weizen . . . 869945 194373 
Hafer . . . 326877 56843 
Gerste . . . 90031 49172 
Mehl . . . 7993 3489 
Die Kartoffelkultur ist über das 
ganze Land verbreitet und steht nur der 
deutschen nach. Das Jahr 1878 ging 
freilich mit seinem Ertrag von 112,i 
Mill, hl unter den Durchschnittsertrag 
von 130,59 Mill, hl bedeutend herunter. 
1877 betrug der Wert des Handels mit 
Kartoffeln in: Einfuhr 856,342 Mk., 
Ausfuhr 15,027,960 Mk. 
Im Anbau von Zuckerrüben nimmt 
F. unbestritten die erste Stelle ein. Diese 
Kllltur wird auf 396,368Im, vornehmlich 
in den nördlichen Departements, gepflegt, 
ist aber über 24 Departements verbreitet 
und ergab 1876 einen Wert von 206 Mill. 
Mk. Von 501 Rübenzuckerfabriken mit 
73,165 Arbeitern,welche man 1879 zählte, 
entfielen auf die Departements Nord 149, 
Aisne 89, Pas de Calais 95, Somme 66, 
Oise 37 Fabriken. Die Gesamtproduk 
tion für die Kampagne 1879—80 wird auf 
9,245,260 Ctr. angegeben. Dazu wird noch 
eine erhebliche MengeNohzucker importiert, 
welcher in (i87i) 45 Raffinerien mit 8108 
Arbeitern (namentlich in den Departe 
ments Rhôncmļindungen mit Marseille. 
Seine-Inférieure mit Havre, Nord und 
Gironde mit Bordeaux) seine Verarbeitung 
findet. Den jährlichen Verbrauch, welcher 
sich seit Jahren auf ziemlich gleicher Höhe 
erhalten hat, berechnet man ans 7,3 kg 
pro Kopf. 1878 exportierte F. für 95,8 
Mill. Mk. Raffinade (hauptsächlich nach 
England) und für 23,i Mill. Mk. Roh 
zucker, während es aus seinen Kolonien 
für 38 Mill. Mk., vom Ausland für 35 
Mill. Mk. einführte. Nach Deutschland 
exportierte es 1878:4,4 Mill, kg im Wert 
von 2,4 Mill. Mk., wogegen es 24,6 Mill, 
kg Melasse und 2,574,745 kg Rohzucker 
im Wert von 2,4 Mill., resp. 1,i Mill. 
Mk. importierte. 
Von Spinnpflanzcn werden Flachs 
von ausgezeichneter Beschaffenheit, beson 
ders im Norden, Hanf in fast allen De 
partements gebaut. Nach dem »Annuaire 
statistique'de France« (1879) waren 
1876 mit Flachs bebaut 73,< >39 ha, welche 
einen Ertrag von 516,716 Ctr. ergaben; 
die Hanfernte lieferte von 100,490 ha 
641,471 Ctr. Hanf. Doch wurden 1878 
für 55 Mill. Mk. Flachs und für 13 Mill. 
Mk. Hanf importiert, speciell ans Deutsch 
land 3,679,843 kg Hans und 1,711,634 
kg Flachs, welche einen Wert von 2,7 Mill., 
resp. 1,4 Mill. Mk. repräsentierten, wo 
gegen die Ausfuhr beider Artikel nur 9,4 
Tabak wird in 22 Departements ge 
baut , am ausgedehntesten in Lot, Dor 
dogne, Lot-et-Garonne, Pas de Calais,
	        
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