Full text: Lexikon der Handelsgeographie

227 
Großbritannien (Textilindustrie: Baumwolle, Wolle). 
Ziffern in den lebten fünf Jahren herunter 
gegangen ; es betrug nämlich die Ausfuhr 
1875: 706210 Ballen 1878: 363 710 Ballen 
1876: 523590 - 1879: 484320 
1877: 437420 
Für den Export ostindischer Baumwolle 
ist jetzt London weit wichtiger als Liverpool, 
denn eS exportierte davon 204,250 Ballen 
gegen nur 100,800 von Liverpool. Ost 
indische Baumwolle bildet überhaupt den 
großern Bestandteil der englischen Aus 
fuhr, 1878:305,060 Ballen gegen 149,610 
amerikanische. — Die Entwickelung 
der Baumwollindustrie in den letzten 30 
Jahren ist eine kolossale gewesen; 1850 
bestanden nur 1932 Etablissements mit 
20,977,000 Spindeln, dagegen ergab die 
offizielle Erhebung für 1878: Etablisse 
ments 2674, Spindeln 39,527,920, Ma 
schinenstühle 514,911, Arbeiter 482,903. 
Der bedeutendste Distrikt für die Baum- 
wollindustrie ist Lancashire; dort und in 
den angrenzenden Distrikten befinden sich 
an 1900 Baumwollspinnereien und-Webe 
reien, deren Anlagekostcn 1050 Mill. Mk. 
betragen haben sollen. Darunter sind 1500 
Privatfirmen mit Kapitalien von 1 Mill, 
mis. a,i 20 am. m. 
gebiete, welche früher von größter Wich 
tigkeit waren, verschließen sich mehr und 
mehr. Die Vereinigten Staaten impor 
tierten 1871—72 noch für 148,3 Mill. 
Mk. Baumwollfabrikate, 1879 nur noch 
für 83,7 Mill., wahrend sie selbst in den 
betrcfsenden Jahren für 9,7 Mill., resp. 
45,8 Mill. Mk. ausführten. Ostindien 
fängt an, konkurrierend auf dem chinesi 
schen Markt aufzutreten. Die Ausfuhr 
von Baumwollgarn (Twist) aus G. wer- 
tüc 1877:243,8 9m., 1878:260,3 971111., 
1879: 242 9m., 1880: 238,i 9m. 9711. 
und verteilte sich im letzten Jahr (in Mil- 
"onen Mark) auf: 
Rußland . 
Deutschland 
Riederlande 
Belgien. . 
Frankreich. 
Italien 
12.1 
33,5 
34,a 
8,3 
8,8 
9.9 
Österreich 
Türkei . 
Ägypten 
China . 
Japan . 
Brit.-Indien 
1.9 
8.9 
2.» 
17,3 
22,6 
76,2 
außerordentlich ist die Zunahme der 
Muhr nach Ostindien gewesen, gegen 
1079 um 50 Proz., von 29 Mill, auf 44 
S Ek" "MSSaNit um ca. 2,3 
Mill. Pfd.; dagegen ist m derselben 4eit 
bic Ausfuhr nach Deutschland um 3 Mils 
Pfd., die nach der Türkei um 8 Mill. Pfd' 
zurückgegangen. Während aber Baum 
wollgarn sich stetig in seiner Wertziffer 
verringerte, zeigt die Ausfuhr von Baum- 
wollmanufakten 1880 gegen 1879 eine 
Zunahme von ca. 232 Mill. Mk., und 
dabei war die Quantität des Exports um 
nur ca. 700,000 Yards großer. Es wurde 
ausgeführt 1878 für 1058,4 Mill., 1879 : 
1036,9 Mill., 1880: 1273,i Mill. Mk., 
nämlich: 
Gewebte Waren . . . 1153,6 Mill. Mark 
MH- und Stopfgarne . 41,5 
Struinpfwarcn.... 18,8 - 
Spitzen und Patent-Net 39,4 . 
Andre Artikel .... 19,9 - 
Diese Stoffe gehen in die ganze Welt; 
es gibt wohl kein Land und kein Volk, zu 
welchem nicht irgend welche Produkte der 
englischen Baumwollindustrie gedrungen 
wären. Die Hauptkonsumenten sind aber: 
Britisch-Indien, die Türkei und China. 
1880 war der Absatz von Geweben nach: 
Brit. - Indien . 384,2 
Türkei . . . 106,8 
China . . . 105,2 
Brasilien . . 64,7 
Ägypten . . 35,2 
Westindicn. . 36,2 
Ver. Staaten. 35,o 
Frankreich . . 21,3 
Java.... 20,8 
Australien . . 27,o 
Deutschland . 14,6 
Italien . . . 17,6 
Niederlande . 14,2 
Argentinien . 17,8 
Die Ausfuhr nach Deutschland zeigt ein 
sehr bedeutendes Heruntergehen, 1877: 
26 9m., 1878: 22,4 971tÜ., 1879: 19,a 
Mill, und 1880: 14,6 Mill. Mk. Dafür 
hat sich aber der Export nach andern Län 
dern sehr bedeutend gehoben, im ganzen 
1880 Moni 1879 um 2409m. 97Ü. ober 
24 Proz. 
2)Wollindustric. Gegen die Baum- 
wollindustrie tritt die Wollindustrie freilich 
erheblich zurück. Die englische Gewerbe 
statistik unterscheidet scharf zwischen Fabri 
ken für Wolle von kurzem Stapel und 
für Kammgarne (woollen aud worsted 
goods). Das Verhältnis beider ist gegen 
wärtig : 
Fabriken Spindeln Mechan. Stühle 
Streichgarn 1925 3 267000 59000 
Kammgarn 629 2183000 82000 
15*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.