Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Großbritannien (Textilindustrie: Hanf, Seide). 
Industrie nahm seit dem Krimkrieg, wo 
inan sich nach einem Ersah für das aus 
gehende Rohmaterial umsehen mußte, 
einen ungeheuren Aufschwung, denn man 
zählte: 
Etablissements . 
Spindeln . . . 
Dublicrspindeln . 
Mechanische Stühle 
Arbeiter.... 
1801 1874 
36 110 
32982 220911 
9274 
554 9 599 
5 907 37 920 
Wie außerordentlich stark die Thätig 
keit des schottischen Jnvustriebezirks über 
wiegt, beweist, daß sich in dem letztge 
nannten Jahr von der Gesamtzahl im 
Vereinigten Königreich dort vorfanden: 
Etablissements .... 76,» Pro;. 
Spindeln 
Dublierspindeln. . 
Mechanische Stühle 
Arbeiter 
83.7 
82,o 
86.7 
81,5 
Die Jutefaser wird ausschließlich ans 
Indien importiert, und zwar stieg derJm- 
port von 364 Ctr. im Wert von 1240 
-Kk., welche 1828 aus Bengalen kamen, 
auf 964,000 Ctr. in 1862 und erreichte 
1879 die Höhe von 4,242.382 Ctr. im 
Wert von 65,i Mill. Mk. Inzwischen 
hat sich aber auch auf dem Kontinent 
diese Industrie lebhaft entwickelt. In 
Frankreich ist Dünkirchen ein mächtiger 
Rival, dort lvnrdcn 1878 schon 15,464,000 
kg Rohjutc verarbeitet, die, statt über 
britische Häfen, direkt kommen. Ebenso 
hat diese Industrie in Deutschland Boden 
gewonnen, dort wurden 1879: 14,705 
Ton. importiert. Ostindien selbst verar 
beitet immer mehr rohe Inte, dort haben 
Dundecr Fabrikanten auch wegen der bil 
ligern und ungestörtem Arbeiter-verhält 
nisse Etablissements angelegt. Der Er- 
Portlvert britischer Produkte wird 1879 auf 
49,2 Mill. Mk. berechnet und zwar: Jute 
garn 4 Mill., Jutewaren 39,2 Mill. Mk. 
Jutegarn gingen 1879 nach Deutsch- 
laitb 4,184,400 Pfd., von Jutestoffen 
^ 1,607,000 Pfd. Die Vereinigten Staa- 
lcu sind nahezu ebenso gute Abnehmer. 
.9) Hanfindustrie. Es ist schwie 
gst, ja unmöglich, die drei Zweige der 
Ģachs-, Hanf- und Juteverarbeitung 
Istau voneinander zu sondern, da eine 
^"schung dieser Rohstoffe bei vielen Ge- 
Branche arbeitenden Etablissements 1861 
bis 1874 von 5 Etablissements mit 
2580 Spindeln und 607 Arbeitern aus 
61 Etablissements mit 17,290 Spindeln 
und 5211 Arbeitern. In derselben Seit 
stieg der Einfuhrwert umMProz. (1879: 
38,3 Mill. Mk ). Der Stoff kommt aus 
den verschiedensten Ländern, 1879 im- 
dazu kommen: der Manilahanf von den 
Philippinen (340,765 Ctr.), neuseelän 
discher Flachs, Kokosnußfaser, indischer 
Sunn, Chinagras, in großem Umfang 
auch Jute u. welche alle in den Seile 
reien verarbeitet werden. Von englischen 
Seilcrwareu (Cordage und Twine) wur 
den J 879 exportiert 124,304 Ctr. im Wert 
von 5,683,460 Mk. 
6) S e i d e n i n d u st r i c. Während 
die übrigen Zweige der Textilindustrie 
den Weltmarkt beherrschen oder doch den 
einheimischen Markt zum größten Teil 
versorgen, hat die einheimische Seidenin- 
duitrie den Leistungen der Franzosen wei 
chen müssen; indessen hat auch sic zuge 
nommen. Es wurden gezählt: 
1868 1874 
Etablissements .... 591 818 
Spindeln 978168 1114703 
Dublicrspindeln . . . 181538 221708 
Mechanische Stühle . . 14025 10002 
Arbeiter 41017 45559 
Die wichtigsten dieser Spinnereien finden 
sich in Cheshire, wo 1874: 27,o Proz. der 
Spindeln, 20 Proz. der Arbeiter waren. 
1845 wurde, um die Seidcnindustric 
zu heben, der Eingangszoll auf rohe und 
gedrehte Seide gänzlich aufgehoben, uild 
der Import von Rohseide (inkl. Scidcn- 
abfälle) stieg von 5,800,000 Pfd. in jenem 
Jahr schnell auf 13,250,000 Pfd. in 
1862. Seitdem ist dieser Import aber 
ebenso schnell gefallen und bezifferte sich 
1879 auf nur 3,924,690 Pfd., wovon 
1876 über 6Mill., 1879 über 3 Mill. Pfd. 
aus China kamen. Die Ausfuhr von eng 
lischen Seidcnwaren betrug 1879: ge 
zwirnte Seide 13,» Mill. Mk., Seiden- 
mailnfakte 33,o Mill. Mk. Dieser Aus-
	        
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