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Großbritannien (Thon-, Glas-, Korkwaren, Papier).
4) T h o n w'a r.enindustrie. Der
Reichtum deö Landes an vorzüglichem
Material hat diesen ErtverbSzwcig außerordentlich
begünstigt und ihm zu der hohen
Stufe verholfen, auf welcher derselbe jetzt
steht. Das geförderte imb verarbeitete Material
betrug 1874 in Millionen Centner:
Porzellanerde 4,5, Töpscrthon 1,2, blauer
Thon I, Lehm 40. Zur Vergoldung von
Porzellangcschirr wird im Pottcrydistrikt
allein täglich für 20,000 Mk. Edelmetall
verbraucht. Der Wert sämtlicher Thonerzeugnisse
ist auf mehr als 200 Mill.
Mk. jährlich veranschlagt worden. Die
Anzahl sämtlicher Etablissements wird
wie folgt angegeben:
Porzellanfabriken Töpfereien Ziegeleien
Enqlaizd . . 517 ? 1630
Schottland 20 25 168
Irland ... 4 27 18
In England waren 70,000, in Schottland
6600, in Irland 1000 Personen in diesem
Erwerbszweig beschäftigt. Weltberühmte
Fabriken sind die von Minton,
Davenport, Wedgwood, Copeland, Doulton.
Die Ausfuhr von feinern Thonwaren
wird 1873 auf über 40 Mill. Mk., 1879
auf 34,7 Mill. Mk. berechnet; der Wert
der ausgeführten ordinärenWaren beläuft
sich auf 2 Mill. Mk. jährlich. 1879 bezogen
neben andern gröbern Waren von
feinern Thonwaren aus England : die Vereinigten
Staaten für 13 Mill., Australien
für 4,4 Mill., Brasilien für 2,2 Mill.,
Deutschland für 673,200 Mk. Die Einfuhr
ist dagegen schwach, 1879 betrug dieselbe
von Porzellan 5,6 Mill.
5) Glasfabrikation. Die britischen
Fabrikate zeichnen sich durch vorzügliche
Qualität, namentlich das Krystallglas
durch hohe Schönheit aus. 1874 zahlte
man in England 213, in Schottland 19,
in Irland 5 Fabriken. Nach Professor
Barfss Berechnung werden in England
allein jährlich 7,250,000 Qnadratfuß feines
Spiegel- und Tafelglas erzeugt, während
man den Wert sämtlicher Glaserzeugnisse
auf 60 Mill.Mk. veranschlagt.
Die Werte der Ein- und Ausfuhr halten
sich so ziemlich das Gleichgewicht, letztere
hat seit 1873 sebr bedeutend abgenommen;
1879 war der Wert der Ausfuhr:
Tafelglas. . 2,7 Mill. Mk.
Flintglas 4,6 - -
Flaschen und ordinäres Glas. . 6,i -
Die besten Abnehmer sind: Australien,
Vereinigte Staaten, Ostindien und andre
englische Kolonien. Dagegen bezifferte sich
die Einfuhr, welche übrigens von Jahr zu
Jahr steigt, auf 40,i Mill. Mk. und zwar:
Fensterglas 9 Mill., Flintglas 3,5 Mill.,
Spiegelglas 3,2 Mill., andres 15,7 Mill.
Mk. Nahezu die Hälfte der gesamten
Einfuhr (18,8 Mill. Mk.) kommt aus
Belgien, iiber welches auch viel von dem
deutschen indirekten Import geht.
6) P apierindustri e. Der Verbrauch
Großbritanniens von Papier zu den verschiedensten
Zwecken ist ein außerordentlich
großer; berechnet man doch, daß die Leinenfabrikanten
von Belfast allein jährlich
2 Mill. Mk. für Warenenveloppenpapier
ausgeben. Das benötigte Rohmaterial
wird aber aus den verschiedensten Gegenden
undLändernherbeigeholt; 1879 würde
folgendes Material zur Papierfabrikation
eingeführt:
Lumpen, leinene .... 5,4 Mill. Mk.
Lumpen, wollene .... 13,2 -
Esparto und andre Holzstoffe 25,7 - -
Die Wiederausfuhr, meist in halbfertigem
Zustand und zum größten Teil nach den
Vereinigten Staaten, von solchen Stoffen
ist indes nicht unbedeutend. Die Zahl
sämtlicher Papiermühlen war aber in:
Fabriken Maschinen
England . . 270 352
Schottland. . 53 77
Irland ... 20 27
alle zusammen mit 27,045 Dampfkräften
und 8352 Wasserkräften. Von Schrcibund
Druckpapier wurden 1879 eingeführt
238,088 Gtr., aitSQefüW 306,382 ßtr.
Die Hauptbezugsländer waren: Belgien,
Schweden, Holland und Frankreich; die
Hauptabsatzgebiete: Australien, Britisch-Jndien,
Vereinigte Staaten. Der Wert
deö gesamten Handels war(in Mill.Mk.):
Einfuhr Ausfuhr-Papier
und Pappe . 18,5 23,8
Papiertapeten ... 2,8 l,i
7) Korkwaren. Die großenEtablissements,
in welchen die Korkstöpsel für den
Verschluß der Flaschen hergestellt werden,