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Hüdesheiill.
den südlichen Gegenden gedeihen Wein und
alle Obstsorten, selbst süße Kastanien und
Mandeln, ill den höher« Punkten des Vo
gelsbergs nur Kartoffeln u. Hafer. Haupt-
kulturen sind Roggen (1878: 65,938 hai
Gerste (52,493 ha), Weizen (42,035 ha),
Hafer (40,295 ha). Mit Kartoffeln waren
1878: 64,335 ha bestellt. Sehr bedeutend
ist der We in bau, welcher 1879: 9662 ha
in Anspruch nahm (eine Durchschnitts
ernte schätzt man auf 244,100 hl; der Er
trag vom Hektar war 1878: 31,2 hl, aber
1879 nur 9,3 hl). Die Hauptorte für weiße
Weine sind : Nicrstein, Büdesheim,Bingen,
Oppenheim, Worms, Dienheim, Lauben
heim; für rote: Gundersheim, Ober - und
Nieder-Jngelheim, Heidcsheim; ferner in
Starkenburg: Zwingenberg, Anerbach,
Beilsheim, Oppenheim. — DieViehzäh-
lung von 1873 ergab: 44,858 Pferde,
284,049 Rinder, 130,410 Schafe und
133,987 Schweine. Ein Landgestüt besteht
zu Starkenburg. Produkte der Rindvieh
zucht werden ansehnlich exportiert. —
Bergbau wird in Oberhessen betrieben;
1879 betrug die Ausbeute von Braunkoh-
Icn 47,900 Son. (347,439 %».), Giscncn
87,9031.(519,1059)».),
erze. Die Salinen (Ludwigshall, Nauheim,
Theodorshall) produzierten 1879: 14,400
(340,346 m.) WM). - gc
w erbliche Thätigkeit ist ansehnlich und
beschäftigte 1875 in 60,335 Hauptbetrieben
132,699 Personen Im Betrieb standen
1879: 721 Dampfkessel. Der wichtigste
Industriezweig ist die Fabrikation von
lackiertem uild gefärbtem Leder (Gesamt
produktion 20—25 Mill. Mk.) in Worms,
Mainz, Offenbach u. a., von Lurnsmö-
beln, Portefeuilles (Offenbach), Tabak und
Cigarren, chemischen Waren, Maschinen,
von Schuhwaren mit einer Jahrespro
duktion von 3 Mill. Mk. (Mainz, Offen
bach) und starkem Export nach Rußland,
Amerika und Australien. Die Hütten-
lverke stellten 1879:11,763 Ton. (755,090
Mk.) Roheisen her, die Gießereien 3090
%. (598,252 Ws.) 0#^= nnb gln^
eisen. Wichtig ist die Bierbrauerei (Mainz,
Pfungstadt, Gießen; in den 1878—79 im
Betrieb stehenden 313 Brauereien wurden
671,000 hl erzeugt), auch die Brennerei
(1878—79 in 369 Brennereien 23,083hl).
— Der Handel ist besonders in Mainz
sehr lebhaft. Der Handel des Großher
zogtums mit Bremen betrug 1878 in
Einfuhr 2,569,106 Mk., in Ausfuhr
898,415 Mk.; nach den Vereinigten Staa
ten wurden 1878 für 656,517 (1872:
4,794,780) Alk. Waren exportiert. —
Handelskammern bestehen in: Darmstadt,
Offenbach, Gießen, Mainz, Worms und
Bingen. Banken sind in Darmstadt
(s. d.) die Bank für Handel und Industrie
und die Bank für Süddeutschland, letztere
Zettelbank. — Konsuln unterhalten in
Darmstadt Frankreich, in Frankfurt Por
tugal, Bayern, Sachsen. — Verkehrs
adern sind: der Rhein mit den Hafen
Mainz, Worms, Bingen, der Main und
der Neckar. Die Länge der Staatsstraßen
war 1875: 1814 km, der Eisenbahnen
1880: 830,6 km, davon 225,4 km
Staatsbahn. Der hessische Anteil der
Main-Weserbahn wurde 1880 verkauft.
Post und Telegraphen stehen unter Ver
waltung des Reichs. — Finanzen. Das
Budget zeigte 1879—82 Einnahmen von
20,235,247 Mk., davon direkte Steuern
7,750,186, inbircfte 2,633,963 9)»., bie
Ausgaben 17,142,497 Mk., babón für
die Staatsschuld 859,855 Mk. Letztere,
fast ausschließlich Eisenbahnschuld, be
trug Anfang 1880 nach Abzug der Ak
tiva 26,413,797 Mk. Matrikularbeitrag
1880-81:1,806,698'm.
HildeShcim, Hauptstadt des gleich
namigen Landdrosteibezirks in der preuß.
Provinz Hannover, an der Hanuover-
Altenbekener und der Hannoverischen
Eisenbahn; (isso) 25,887 Einw. Handels
kammer, Handelövcrein; Reichsbanknc-
benstelle (1879: Wechsel und Effekten
2,672,526m.,3HfaMoo#aft10,609,ü55
Mk), Sparkasse und Vorschußverein. —
Fabrikation von Glaöwaren, Öfen, Tape
ten, Tuch, Leinen, Eisenguß, Maschinen,
Zucker u. a. Handel mit Garn, Lein
wand, Wolle, Leder, Blutegeln. Auf den
Lcggen des HandclskammerbezirkS kamen
1879 an Leinen 492,949 m zum Wert von
267,467 Alk. vor, auf deu verschiedenen
Bleichen wurden 183,855 m gebleicht. —
Auf der Hannover - Altenbekener Bahn