Full text : Lexikon der Handelsgeographie

258  Italien  (Urproduktion;  Ackerbau).

1878:96,268  mbl  879:119,831.
ziele  waren  1879  :  Frankreich  39,713,  Österreich-Ungarn ­
  18,617,  Schweiz  10,401,2a
Plata-Staaten  14,166,  Brasilien  7999,
Deutschland  6700  rc.
U.  Urproduktion.
Der  Boden  deö  Königreichs  ist  für  den
Anbau  vorzüglich  geeignet,  unproduktiv
sind  nur  ca.  15  Proz  der  Gesamtfläche;
von  den  übrigen  85  Proz.  sind:

Äcker,  Garten-  und  Weinlaiid  .  40,8  Proz.
Wiesen  und  Weiden  21,3  -
Waldungen  und  Kastanien  -  und
Olivenhaine  22,o  -

1)  Der  Ackerbau  beschäftigt  sich  am
meisten  mit  dem  Anbau  von  Weizen,  namentlich ­
  in  den  neapolitanischen  Provinzen, ­
  ilnd  von  Mais  und  Reis  in  der  Lombardei, ­
  Piemont,  Ligurien,  Benetien,  der
Emilia.  Nach  den  Angaben  für  1870—74
waren  Anbau  und  Mittelertrag  von:

stände  aber  nur  96,7  Mill.  Mk.,  so  daß  der
Wert  der  Mehreinfuhr  ans  102,8  Mill.
Mk.  gestiegen  tvar;  1880  wurden  jedoch
157,000  T.  weniger  ein-  und  60,000  T.
mehr  ausgeführt  als  1879.  Kartoffeln
werden  in  allen  Landschaften  gezogen;  nach
der  letzten  Angabe  von  1874  war  der  Ertrag ­
  8,14Mill.nl  ,  sodast  noch  eine  Ausfuhr
stattfand.  Bon  Handelspflanzen  werden ­
  geballt:  Hanf,  besonders  im  Neapolitanischen, ­
  daim  in  Bologila,  Ferrara,
Umbrien  und  den  Marken;  Flachs  in
Brescia,  Cremona,  im  Velilin  undeinigeil
lieapolitailischen  Landstrichen;  Baumwolle
in  den  Ebenen  von  Salerno,  Kalabrien,
Sardillien,  Sicilien;  Krapp  im  Neapolitanischen; ­
  ferner  Tabak  und  Hopfen.  Die
durchschnittliche  Jahresernte  beträgt  von:
Hanf  .  .  .  .  1818000  Ctr.
Flachs.  .  .  .  8861000  -
Baumwolle.  .  246000  -
Tabak.  .  .  .  83000  -

Hektar  Ertrag  in  Mill.
Weizen.  .  .  .  4676485  51,8  Hektol.
Roggen  u.  Gerste  464780  6,7  Ctr.
Hafer  ....  398631  7,4'  .
Mais  ....  1696513  31,i  Hektol.
Andres  Getreide.  613506  5,6
Reis  232669  9,8  Ctr.
Dieser  Ertrag  war  niemals  ausreichend
für  den  Bedarf  der  Bevölkerung,  welche
zwar  Reis  und  Hafer,  in  der  Regel  auch
Mais  auszuführen  vermochte,  aber  stets
bedeutende  Mengen  von  Weizen  vom  Ausland ­
  bezog.  1877  und  1878  betrug  derJmport
  70,6  und  94,3  Mill.,  die  Ausfuhr  dagegen ­
  nur  45,8  und  45,2  Mill.  Mk.  Aber
wenn  1878  die  Mehreinfuhr  48,o  Mill.
Mk.  betrug,  so  hatte  dieselbe  1874  schon
einen  Wert  von  85,6  Mill.  Mk.  erreicht.
1878  wertete  die  Einfuhr  94,3  Mill.,  die
Allsfuhr  45,2  Mill.  Mk.,  davoil:
Einfuhr  Ausfuhr
Weizen  und  Roggen  .  69,3  11,8

Mais  19,7  12,8
Hafer  0,2  1,9
Reis  4,3  17,4
Mehl  0,8  1,3

1879  betrug  der  Importwert  von  Cerealien, ­
  Mehl,  Teigen  und  andern  vegetabilischen ­
  Nahrungsmitteln  199,5  Mill.
Mk.,  der  Exportwert  derselben  Gcgen-Die

  ersten  beiden  Spinnstoffe  werden  in
so  reichem  Maß  erzeugt,  daß  ein  bedeutender ­
  Export  möglich  ist,  wogegen  die
Banmwollproduktion  völlig  ungenügend
bleibt.  Der  Handel  mit  Rohstoffen  hatte
1879  folgende  Werte  (inMillionen  Mark):
Einfuhr  Ausfuhr
Hanf,  Flachs,  Jute  .  22,2  45,o
Baumwolle  ....  114,o  19,2

Die  Ausfuhr  von  Flachs  und  Hanf  sank
aber  infolge  der  schlechten  Ernte  von  1879
bis  1880  von  36,000  Ton.  auf  24,000  T.
Der  Tabakbau,  welcher  in  den  kontinentalen ­
  Provinzen  und  auf  der  Insel
Sardinien  Staatsmonopol,  auf  Sicilien
aber  in  gelvisscm  Grad  freigegeben  ist,
müßte  eine  weit  größere  Bedeutung  haben; ­
  doch  scheint  er  im  Zunehmen  begriffen. ­
  Bestellt  waren  1875:  5045  ha,
von  denen  man  4,156,200  kg  erntete.
Den  Tabakverbrauch  pro  Kopf  schätzt
man  auf  0,7  kg  im  Wert  von  4,3  Mk.
(im  Deutschen  Reich  2  kg  im  Wert  von
5,7  Mk.).  Es  findet  eine  sehr  erhebliche
Einfuhr  von  Rohtabak  statt,  welche  sich
1877  auf  20,4  Mill.,  1878  auf  15,i  Mill.
Mk.  bezifferte,  ohne  daß  derselben  eine
nennenswerte  Ausfuhr  gegenüberstände.
Andre  HandclSpflanzen,  '  wie  Hopfen,
            
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