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Italien (Urproduktion: Schaf-, Seidenzucht, Fischerei).
Stufe, veredelte Schafe haben nur Piemont
und die Lombardei. Der jährliche Ertrag
wird auf 13—14 Mill, kg geschätzt,
doch importierte man im Durchschnitt noch
für 22-28 Mill. Mk. Rohwolle jährlich.
Die S e i d e n z u ch t, welche in der Lombardei
ihre Sitze hat, bildet eine der allerwichtigsten
Erwerbsquellen. Die Seidenzucht
zählt gegenwärtig 2030 Unternehmungen
(Venetien 928, Piemont 514),
welche ungefähr 16,000 Männer, 120,000
Frauen und 76,000 Kinder beschäftigen.
Drei Viertel der Seidenernte Europas
kommen von hier. Seit dem Auftreten der
Seidenraupenkrankheit ist die Produktion
allerdings eine bedeutend geringere; I.
produzierte 1879: 1,276,000 kg gegen
3,710,000 kg in 1862, dem letzten Jahr
vor der Epidemie. Seit jener Zeit führt
man japanesischen Samen ein; so verwendete
man 1878 ungefähr 95 Proz. japanesischen
Raupensamen und nur 5 Proz.
der gelben, einheimischen Rasse. In
neuester Zeit ist die Einfuhr wieder bedeutend
gesunken. Für diesen Import
a#c 3. 1877: 12,i Wiü., 1878: 4,5
Mill. Mk. Die Kokonsernte belief sich auf
14,100,959 kg im Wert von 41,s Mill.
Mk. Voit Kokons empfängt und versendet
I. zieinlich gleiche Quantitäten; 1878
wertete die Einfuhr 8,i, die Ausfuhr 10,3
Mill. Mk. Im Handel mit Rohseide hat
Mailand bisher ein Monopol gehabt, daS
ihm aber schon durch Lyon streitig gemacht
würd, und hinsichtlich derbearbeiteten Seide
hat Lyon seine Absicht zum Teil auch schon
erreicht. Im ganzen Königreich wareil
1878 nicht weniger als 1,824,707 Seidenhaspcln
(185,722 Arbeiter) in Thätigkeit,
welche nicht nur die eignen, sondern mich
importierte Kokons verarbeiteten. Die
Seidenspinnerei zählt nach Jannasch
2,083,168 Spindeln, davon 1,637,961
in der Lombardei, 357,038 in Piemont,
54,067 in Venetien. Die Zahl der Handstühle
wird auf 7394 angegeben, die der
mechanischen auf 665. Der Wert des Seidenhandels
mit Rohprodtlkteir wie Fabrikaten
betrug 1879in: Einfuhr 109,5Mill.,
Ausfuhr 203,o Mill. Mk. 1880 stieg die
Einfuhr une 40,000 kg, und Manufakte
überwiegen. I. ist also über die ersten
Stadieil der Industrie noch nicht hinausgelangt.
1878 betrug (in Millionen Mark):
Einfuhr Ausfuhr
Scidengarn .... 48,a 181,4
Seidenabfälle ... 1,6 21,v
Seidengewebe . . . 20,o 2,3
Die Fischerei Italiens beschäftigte
Ende 1869 (mit Ausnahme des damaligen
ÜberrestcsvomKirchenstaat)29,384Fischcr
in 11,219 Fahrzeugen, wovon sich 20,745
mit der Küstenfischerei beschästigten. Der
Thunsischfang (1869: 48 Anstalten) findet
hauptsächlich an den Westküsten von
Neapel und Sicilien sowie bei der Insel
Sardinien statt. Den Ertrag schätzt man
auf 5 Mill. Mk. Die Sardcllcnfischerei,
der Fang des Schwertfisches und Tintenfisches
bilden andre beträchtliche Einnahmequellen.
Eigentümlich sind die Fischereigehege
in den Strandseen, von denen sich
an der venetianischen Küste 173 befinden
, welche 1000 Fischer beschäftigen und
2.600.000 kg Fische jährlich liefern;
die Fischgehegc bei Comacchio ergeben
1.200.000 kg jährlich, weiter an der Ostküste
liefert Eapitanata mit seinen zahlreichen
Strandseen über 2,740,000 kg.
Auch die Westküste von Neapel und Sardinien
kultiviert die Gehegesischerei. Atan
schätzt das Jahreserträgnis her italienischen
Seefischerei in den einheimischen
und ausländischen Gewässern auf 32
Mill. Mk. Die Binnenfischerei müsste
gute Resultate ergeben, ist aber in tiefem
Verfall. Die Zahl der Fischer auf den
oberitalienischen Seen schätzt man ans
3000 Köpfe mit einer Jahresproduktion
von 1,400,000 kg; davon gibt der Lago
Maggiore auf italienischer Seite 330,000,
der Comer See 240,000 kg. Der Konsum
des italienischen Volks ist aber ein
außerordentlich starker, und so ist I. ein
importierendes Land, während es ein
exportierendes sein müßte, würde die
Fischerei rationeller betrieben. So empfing
denn I. 1878 für 16,9 Mill. Mk.
Fische (namentlich gesalzene), während es
nur für 2,5 Mill. Mk. ausführte. Weit
wichtiger für den Außenhandel ist die
Korallen fischerei, an den afrikanischen
und sardinifchen Küsten. In den Gewässern
von Algerien fordert die französische