268 Jantstkiailg — Japan (Areal, Bevölkerung, Produktion).
Zucker, dann Kaffee, Piment, Ingwer.
1879 war der Wert der Einfuhr 26,946,840
Mt., der Ausfuhr 27,151,420 Mk., davon
Zucker 8,3 Mill., Rum 3,», Tabak 5, Früchte
0,8Mill. Mk., außerdem Ingwer, Piment,
Rotholz, Kakao, Sassaparille, Arrowroot.
Haupteinfuhrartikel sind: Mehl, gesalzene
und getrocknete Fische, Fleisch, Butter,
baumwollene und andre Fabrikate. —
Eine 40 km lange Eisenbahn verbindet
die beiden Hauptstädte Kingston und
Spanishtown. Der Schiffsverkehr betrug
1878:738,000 Ton. —Finanzen. Die
Einnahmen der Kolonialregierung betru
gen 1879: 10,940,060, die Ausgaben
10,058,760 Mk.; die Staatsschuld betrug
14,372,160 Mk. — Geld. Man rechnet
nach Pfunden Sterling «.Dollars. Staats
papiergeld sind die Scheine des Schatzamts
von I-, Privatpapiergelder die Noteir der
Kolonialbank, der Jamaica Bank, Bank
von England ». a. Vgl. Kingston.
Jantsekiang, Fluß (s. Ehiua, Ver
kehrswesen, S. 99).
Japan, großes Jnselrcich an der
ostasiatischen Küste unter einem absoluten
Herrscher, welcher den Titel »Mikado«
führt. Durch Vertrag vom 22. Aug. 1875
wilrden von Rußland gegen Sachalin die
Kurilen eingetauscht, 1876 von den Bonin
inseln Besitz ergriffen imb die Liukin-
inseln, die den Herrscher von I. nur als
ihren Lehnsherrn anerkannten, dem Reich
faktisch einverleibt. So besteht dasselbe
nun aus vier größer« Inseln: Nippon,
Kiusiu, Sikok und Jcsso, unb zahlreichen
Jnselchcn (angeblich 3800), mit denen sich
der Umfang ans 379,711 qkm (6896 QM.)
stellt. Die Einwohnerzahl betrug Ende
1878: 34,338,504 (17,419,785 männlich,
16,918,619 weiblich). Die Zahl der F re m -
den war 1879: 5503, davon:
Chinesen . . 3028
Engländer . 1106
Amerikaner . 470
Deutsche. . . 300
Franzosen . . 230
Russen ... 200
ferner Holländer, Italiener, Österreicher,
Dänen, Schweizer. Die Zahl der eng
lischen Firmen ging aber seit 1874 von
155 aus 92, die der andern Läilder von
215 auf 151 herunter. Die englische
Sprache ist das allgemein gebräuchliche
Verständigungsmittel zwischen Japanern
und Fremden. Von den Fremden stehen
aber mindestens 500 dem Handel fern.
Produktion. Die Bodenkultur wird
mit großer Ausdauer und Sorgfalt be
trieben. Aller Grundbesitz ist aber Eigen
tum der Regierung und wird nur gegen
hohen Pacht abgegeben, der mehr als die
Hälfte des Rohertrags beträgt. Die Haupt
kulturen für Brotstoffe sind: Weizen,
Gerste und vornehmlich Reis, dessen Vor
züge in Festigkeit, Härte und Haltbarkeit
des Korns bestehen. Die Produktion von
Getreide und Hülsenfrüchten wertete 1874 :
713,6 Mill. Mk. und zwar:
Hcktol. Mill. Mark
Reis 51 550,4
Gerste 18 70,a
Weizeu 4 20,o
Andres — 64,o
Ausgeführt wurde Reis 1878 für 16,8
Mill. Mk., 1879 nur für 1,466,694 Mk.,
ebenso Weizen, wogegen regelmäßig Mehl,
jedoch in geringen Beträgen, importiert
wird. — Das bedeutendste Handelsprodukt
des Landbaus ist aber unstreitig Thee,
dessen Kultur in wenigen Jahren in über
raschender Weise zugenommen hat. Früher
nahm man den Ertrag auf 12,5, höchstens
auf 18 Mill. Pfd. an; aber in der Saison
1875—76 betrug die für den Export be-
stimnue Menge schon über 29 Mill. Pfd.
Freilich haben bei wachsenden Erport-
mengcn die Wertbetrage ebenso schnell
abgenommen, denn die Ausfuhren von
japanesischem Thee repräsentierten 1874
einen Wert von 31,2 Mill., 1878 nur von
18,7 Mill. Mk., stiegen aber 1879 wieder
ans 29,8 Mill. Mk., wovon auf Jokohama
allein 18,2 Mill. Mk. fallen. Der japane-
sischc Thee geht zum größten Teil nach den
Vereinigten Staaten. Um ihm ein neues
Absatzgebiet zu verschaffen, hat man seit
kurzem auch angefangen, Ziegelthee für
die russischen und chinesischen Märkte zu
fabrizieren. — Der Tabak, durch die
Portugiesen zwischen 1573 und 1592 ein
geführt , ist ziemlich allgemein verbreitet
und wird vornehmlich aus Kiusiu und Nip
pon in großen Quantitäten gebaut; doch
ist die Qualität eine ziemlich geringe. Das
größere Quantum wird im Land selbst
verbraucht, eine jährlich steigende Menge