Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Kanal-Inseln. 
fuhr dahin 114, i Mill. Mk.; dabei steht 
aber derSchmnggelhandel in hoher Blüte. 
Verkehrswesen. Wasserstraßen 
besitzt K. wie kein andres Land. Die 
großen kanadischen Seen, welche eine An 
zahl schiffbarer Zuflüsse erhalten und im 
S t. L o r e n z f l u ß (s. d.) in das Atlantische 
Meer abfließen, haben aber erst durch die 
Anlegung vieler Kanäle zur Umgehung 
von Stromschncllen, Untiefen, des Nia 
garafalls nutzbarer gemacht werden müs 
sen. Der berühmte Rideankanal, zwischen 
Ottawa und Kingston am Ontariosee, 
dessen Herstellung 31,5 Mill. Mk. kostete, 
Ut letzt fast unbenutzt, da man die Strom- 
iwnellen des St. Lorenz ans kürzerm 
Weg mittelst des Lachine-, deö Greenville-, 
des Beauharnais- und des St. Lorenz 
kanals vcrineiden kann. Es gibt im gan- 
Zen achtHauptkanäle, welche inan dergestalt 
erweitern tuilí, daß Schiffe von 1200 Ton. 
Ul den Ontario-, vielleicht sogar den Erie- 
see einlaufen können. — Die Eisen- 
1879 cinc Sänge 
Us 11 9888 km, dabei waren 2836 km im 
Zau. Unter letztern ist die wichtigste die 
, ahn, welche den Obern See mit Manitoba 
verbinden und bis an den Stillen Oeean 
fortgesetzt werden soll. Bis 30. Juni 1879 
hatten die Eisenbahnen ein Kapital von 
1442 Mill. Mk. verschlungen, wovon 
930 Mill. Mk. aus der Bnndeökasse, den 
Staats- und Gemeindekassen beigesteuert 
wurden. Die Einnahmen beliefen sich 
1878—79 auf 82, die Betriebskosten auf 
64 Mill. Mk. Die P ost hatte l. Jan. 1879 
9378 Büreaus. Die Zahl der Briefe und 
Postkarten war 1877—78: 53,7 Mill., 
Zeitungen 31,s, eingeschriebene Briefe 1,75 
Mill. re. Einnahmen 6,t, Allsgaben 7,8 
Mill. Mk. Der Telegraphcnbctrieb 
höht von mehreren Gesellschaften ans. Die 
bedeutendste unter ihnen, die Montreal 
Telegraph Company, hatte 1877 auf ka- 
Ulidischeiņ Gebiet ein Netz von 17,634 km 
v.ut 26,142 km Drähten; Zahl der Sta- 
uonen 830. Der Schiffsverkehr zeigte 
M79 folgende Bewegung: 
Dampfer Segelschiffe 
Zahl Tonne,, Zahl Tonnen 
Eingang: 1651 1320124 6925 1729397 
Ausgang: mia 1177723 0900 1 801306 
•»M'S« 
mogae 1,940,761 %., bic nmb 
ÄiÄÄÄ 
16,419 T. — Von Dampferlinien 
sind zu nennen: dieAllan-,Anchor-,Domi- 
mon- Beaver-, Temperley- und White- 
croß-Limen, welche in den Haupthäfen 
Halifax, Montreal, Quebec verkehren. 
%'bciäfWtc beßanb 1878 on) 
7362 Schiffen von 1,310,468 Ton. 
Die Bundesfinanzen ergeben seit 
Jahren ein Defizit, das durch Anleihen 
gedeckt werden nluh. Hauptposten der 
Einnahme sind Zölle und Accise; sie be- 
trugen 1879-80: 92,5 Mill. Mk., die 
Ausgaben 100,5 Mill. Mk. sDiese sogen. 
Goimolidated Revenue deckt ziemlich alle 
laufenden Ausgaben, aber da für Eisen- 
bahnbanten und andre öffentliche Anlagen 
Nichts übrig bleibt, so steigt die Schuld 
à, im am 
Kreditwefen. Es existiert eine sehr 
große Anzahl von Banken, ivelchc Noten 
ausgeben, deren kleinste Stücke über 1 
Dollar lauten. Ende 1877 hatten diese 
Banken ein eingezahltes Aktienkapital von 
255,7 Mill. Mk., nmlailfende eigne No 
ten 76,2 Mill. Mk., Bargeld und Staats- 
uotcn 57,8 Mill. Mk., diskontierte Wech 
sel 480,6 Mill. Mk. Die Einlagcil be 
trugen 339,5 Mill. Mk., davon: 
Banken 285,2 Mill. Mark 
Negierungssparbankcn . 18,6 - 
Postsparbanken. , . . 10,5 
Andre Sparbanken . . 25,2 - 
Konsulate unterhält Deutschland 
in: Chatham, Halifax, Montreal, Que 
bec, St. John, Toronto. — Man rech 
net nach Dollars zu 100 Cent. Die Va 
luta ist Goldwährung, ist aber als solche 
nicht durch eigne Münzen vertreten. Der 
Ausdruck Pfund bedeutet in Verträgen 
4 Doll., Pfund Sterling aber 4 Doll.'50 
Cent. — Maße und Gewichte sind ge 
setzlich die englischen, allein in Unter- 
kanada bedient man sich noch öfter der 
französischen Normen. 
Kanal-Inseln, die britischen Inseln 
Guernsey und Jersey (s. d.).
	        
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