Norwegen (Urproduktion: Ackerbau).
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und 1880 über Christiania nach Amerika
'14,056 Personen. Das Hauptziel derselben
waren die Staaten Wisconsin und Minne
sota sowie Kanada in Nordamerika. Der
Nationalität nach gab es 1875 außer
eigentlichen Norwegern: 7594 Qnänen
(Finnländer), 14,645 ansässige und 1073
nomadisierende Lappen u. 37,350Fremde,
darunter 2205 Dänen, 1471 Deutsche,
517 Engländer, 242 Russen, 235 Nord
amerikaner, 101 Schweizer u.a. Der R c-
ligion nach zählte man unter einer Ge
samtbevölkerung von 1,806,900 Seelen
1875: 1,799,662 Lutheraner, nur 502
Römisch-Katholische, 61. Griechisch-Katho
lische , 34 Israeliten re.
I. Urproduktion.
Man kann drei Regionen unterscheiden:
eine ackerbauende inr SO., welche auch
Holz exportiert; die Fjelde (öde Berg-
flächen), welche allein der Viehzucht die
nen, und die West- und Nordlüste mit
ihrer Fischereibevölkerung.
Der Ackerbau steht noch ans niedri
ger Stufe, und der Ertrag genügt nur in
einigen der südlichsten Ämter sowie in den
Ämtern Nord - und Süddrontheim dem
Bedarf; es ist daher eine bedenteilde Ein-
sllhr, besonders von Dänemark, Schwe
den, Rußland, Preußen und Hambilrg,
notwendig. Im Durchschnitt der Jahre
1840—70 konnte sich N. nur ju 56 Proz.
mit einheimischen Brotfrüchten versorgen.
1878 betrug die Einfuhr von Brotfrüch
ten (in Millionen Mark):
Überhaupt Aus Dculschlaud
Weizen. . . 0,7« 0,31
Roggen . . 22,19 8,40
Gerste ... 7,37 2,45
Weizenmehl. 3,18 0,46
Roggen mehl. 1,83 0,27
Andre . . . 2,9» Los
Zusammen: 37,55 13,oo
Dabei wurden nur 54,000 hl Hafer aus
geführt. Für Getreide und Mehl hatte
91.1878: 36,o 9%iK. %. gu glieli, im
bent bie@iiifuķ 37,532,000%, bic%uS=
fuhr nur 651,000 Mk. betrug. Der Kar
toffelbau ist im S. ansehnlich und hat
in den letzten Jahren gure Erträge, durch-
!^flìi.0ich 7,2» Mill, hl, geliefert; die in
Thätigkeit befindlichen 25 Br e n n er ei en
prodllzierten 1877: 68,880 hl 50gradigen
Sprit, von dem bedeutende Erportmcngen
nach Hamburg gingen. N. bedarf immer
noch einer Einfuhr von Kartoffeln. Auch
die Brauereien erhöhen den Import
von Getreide; sie nehmen an Zahl bestän
dig zu undbetreiben cinblühendeS Export
geschäft bis nach Südamerika und Austra-
lien. Obst- und Gartenbau sind unerheb
lich, und der Ertrag bleibt weit hinter
dein Gewinn an wilden Beeren zurück,
welche man selbst im höchsten Norden im
heißen Sommer sammelt. Die gesamte
Einfuhr von Nahrungs- und Gennßmit-
teln wertete 1878 (in Millionen Mark):
Aus
Überhaupt Deutschland
Früchte,Gemüse,Kartoffeln 2,oo 1,20
Reis 0,59 0,45
Kaffee 9,70 5,31
Thee 0,10 0,0«
Zucker und Sirup . . 5,77 0,55
Andre Kolonialwaren . 0,07 0,27
Branntwein und Sprit . 1,07 0,5o
Weine I.01 0,91
Andre Getränke . . . 0,17 0,11
Tabak. ._. . . . . 3,57 3,3»
Zusammen: 26,«7 12,«o
Der Ausfuhrwert betrug 2,696,176 Mk.,
wovon auf Getränke 1,605,632 (midi
Deutschland 1,423,520) Mk. entfallen;
das übrige verteilt sich ans Kornwaren
(0,63 Mill. Mk.), Kaffeestlrrogate, Feld
kümmel, Beeren re., Tabak. Von letzternr
wurden 1879 eingeführt 40,000 Ctr.
Blätter im Wert von 2,6 Milt. Mk. Voit
deneingeführtenFabrikaten(672,000Mk.)
entfallen auf Cigarren allein 659.680 Mk.
Die Viehzucht bildet in den Gegenden,
welche dem Pflllg unzugänglich sind, eine
Nahrungsquelle für sich und wird fast ans
schweizerisä)e Weise betrieben, indem man
die Kühe Mitte Jllili auf die Bergweiden
treibt, wo sie sich nach der knappen Winters
zeit erholen; eö werden dann auch Butter
und Käse für den Export bereitet. Nack)
der Viehzählung von 1875 gab eö 151,903
Pferde, 1,016,'595 Rinder. 1,686,806
GcMe,323,3643icüen,101,768G^^wcme.
Die Zahl der gezähmten Renntiere wird
1865 auf 101,768 Stück angegeben. Der
Wert diescrTiere ist kein sehr hoher; in der