Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Österreich-Ungarn (Kreditwesen rc.). 
unter der Bezeichnung einer Steuer von 
16 Proz. Die gemeinsame schwebende 
Schuld betrug 1. Jan. 1879: 824 Mill. 
Mk., davon 728 Mill, in Staatsnvten 
und 96 Mill, in partial-hypothekarischen 
Anweisllngen. Das Papiergeld bestand 
ans Abschnitten von 1 Fl.: 86,821,499 
Fl., von 5 Fl.: 117,137,240 Fl., von 50 
Fl.: 160,043,650 Fl. Die Staatsschuld 
der im Reichsrat vertretenen Länder be 
lief sich auf 6371,8 Mill. Mk., davon 
5808,5 Mill. Mk. konsolidierte Schuld. 
Die Kosten der Schuld an Verzinsung, 
Tilgung rc. betrugen 1879: 298,6 Mill. 
Mk., wozu Ungarn 60,6 Mill., Österreich 
238 Mill. Mk. beisteuerten. Außer dieser 
gemeinsameit Staatsschuld der öster 
reichisch-ungarischen Monarchie hat Un 
garn noch eine besoildere, deren Stand 
Ende 1877 nach Abzug der Amortisation 
sich auf 1330,8 Mill. Mk. bezifferte. Die 
ser Schuld steht ein Vermögen des unga 
rischen Staats von 1525 Mill. Mt. ge 
genüber, bestehend in Bergwerken, Eisen 
bahnen, Domänen, Forsteit rc. 
VII. Kreditwesen. 
Die Monarchie besaß 1880: 212 Ban 
ken und Anstalten für den hypothekari 
schen, Geschäfts- und industriellen Kredit, 
von welcher eine einzige das Recht der No 
tenausgabe besitzt, nämlich die seit 30. 
Sept. 1878 an Stelle der Österreichischen 
Nationalbank getretene Österreichisch- 
U n g a r i s ch e B a n k (Kapital : 180 Mill. 
Mk.), deren Wirksamkeit sich auf den gan 
zen Umfang des Reichs erstreckt. Ihre 
Noten lauten auf 10,100 und 1000 Fl.; 
sie haben Zwangsumlauf und werden, 
mit Ausnahme der Zollkasscn, an allen 
öffentlichen Kassen zum Nennwert in Zah 
lung genommen. Von den emittierten 
Noten erhält die Bankanstalt zu Wien 70, 
die zu Budapest 30 Proz. Der Gesamt 
umsatz betrug 1880: 2334,4 Mill. Mk., 
der Metallschatz am Jahresschluß 130 
Mill. Mk. Gold und 216,6 Mill. Mk. 
Silber, der Banknotenumlauf 657,2 Mill. 
Mk., der Wechselverkchr 1096,4 Mill., der 
Giroverkehr 1465,4 Mill. Mk. Die Bank 
hat 25 Zweiganstalten. — Von 1869—73 
wurden nicht weniger als 1005 Aktienge 
sellschaften mit einem Nominalkapital von 
8 Milliarden Mark gegründet. Davon tra 
ten 682 Gesellschaften mit 5 Milliardeil 
Nominalkapital wirklich inö Leben, aber 
schon im September 1874 waren 123 in 
Liquidation, 37 im Konkurs und 6 in 
Fusion, also im ganzen 166 Gesellschaften 
mit 2046 Mill. Mk. nominal. Für 1880 
haben wir folgende Übersicht der österrei 
chisch - ungarischen Associationen : 
Gesellschaften 
Banken und Kreditinstitute 171 
Sparkassen 651 
Genossenschaften .... 165 
Dampfschiffahrtsgesell sch. . 11 
Pferdebahnen 6 
Omnibnsgesellschaftcn . . 6 
Verschied. Verkehrsanstalten 9 
Inland. Versich. - Anstalten 57 
Ausland. - - 44 
Ballgesellschaften .... 38 19 1 
Jndustriegesellschaften . . 336 38 9 
Dazu noch Eisenbahnen: im Betrieb 62, 
im Bau 5, konzessioniert 11, also im gan 
zen 1723 wirtschaftliche Individualitäten, 
wovon 1034 auf Österreich, 651 auf Un 
garn, 48 auf Kroatien und Slawonien 
kommen. 
Ende 1878 war die Zahl der Lebens 
versicherungen 18, in welchen versichert 
waren: auf den Todesfall 223,773,739 
Fl., den Erlebensfall 48 Mill. Fl., auf 
jährliche Renten 585,000 Fl. Die Zahl 
der Sparkassen war Ende 1879 in Öster 
reich 324 mit einem Gesanitguthaben von 
1398,7 Mill. Mk., in Ungarn gab es Ende 
1875: 298 Sparkassen mit 347,3 Mill. 
Mk. Einlagen. 
VIII. Geld, Maße und Kewichte. 
In Ö. herrscht Silberwährung. Das 
Zollpfund feinen Silbers wird zu 45 Fl. 
(geteilt in 100 Neukreuzer) ausgeprägt. 
Die Entwertung des Silbers hat seit 
Mitte 1879 eine effektive Silbercirku 
lation herbeigeführt, tvelche die wert 
vollen Noten schon längst aus dem Ver 
kehr verdrängt haben würde, wenn nicht 
die Attömünzungen rechtzeitig sisticrt
	        
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