Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Ostindien  (Produktion  ^Ackerbau).

Ctr.  im  Wert  vou  71,4  Mill.  Mk.  Von
dem  Gesamtgllantllm  der  Ausfuhren
waren  stets  80—92  Proz.  nach  England
gegangen,  das  übrige  nach  Frankreich,
Belgien,  Italien,  Malta,  Mauritius,
den  Strait  Settlements.  Aber  die  1878—
1879inJndienansgebrochene  Hungersnot
schränkte  den  Export  so  gewaltig  ein,  daß
England  1878  nur  1,8  Mill.  Ctr.  und
1879  nur  887,006  Ctr.  erhalten  konnte.
Der  Gesamterport  von  Cerealien  aller
Art  betrug  4879—80:197,2  Mill.Mk.—
Für  den  lokaleir  Verbrauch  werden  Hülsenfrüchtc
  und  Gemüse  in  größerm  Maß
gebaut;  Kartoffeln  stub  eingeführt  worden
und  gedeihen  auf  größer»  Erhebungen  im
Nilgiri-  undHimalayagebirge.—  Kaffee
baut  man  nur  im  S.,  in  Madras,  Maissur,
  Kurg,  Travankor  und  Kotschin.  Die
englische  Regierung  hat  dieser  Kulturaußerordentlich
  viel  Aufmerksamkeit  zugewandt,
  so  daß  sich  der  Export  von  50,000
Ctr.  1856—57  auf  371,986  Ctr.  1875
bis  1876  hob.  Dürre,  Blattkrankhcit  und
der  Bohrkäfer  haben  in  den  letzten  Jahren
große  Verwüstungen  angerichtet;  doch
wurde  1879-80  für  32,»  Mill.  Mk.  ausgeführt. ­
  Der  indische  Kaffee  (Malabar
odcr  Maissur)  steht  an  Qualität  dem
Mokka  nahe,  ist  aber  großbohnig  und
wenig  aromatisch;  der  Madraökafsee  aus
den  Wynaadbergen  zählt  zu  den  besserir
Sorten.  —  Der  Theestrauch  wächst
in  Assam  wild;  1835  legte  die  Regierung
Versnchsgärten  zuerst  in  Bakhmipnr,  sodann ­
  in  Joypur  an.  Auch  in  Katschar
und  Silhct  fand  man  wilden  Thee  und
begann  die  Kultur  dort  wie  in  Dardschiling.
  Indes  ist  Bengalen  die  einzige
Provinz,  in  welcher  Thee  im  großen  erzeugt ­
  wird;  doch  nimmt  das  Areal  ailch
in  Madras  und  in  den  Nordwestprovinzen ­
  zu.  Die  Pflanzer  sind  meist  Chinesen.
Für  1877—78  veranschlagte  man  die  Ernte
von  ganz  O.  schon  auf  25  Mill.  Pfd.  Auch
der  relative  Ertrag  der  Thecpflanzungcil
ist  gestiegen,  ebenso  soll  sich  die  Qualität
stetig  bessern.  1873—74  betrug  der  Cr-W
  19,s  M.  #.,  1879-80  war  et
auf  30,4  Mill.  Pfd.  im  Wert  von  61
Mill.  Mk.  gestiegen.  Der  größte  Teil  desselben ­
  richtet  sich  nach  England,  wo  sich

indischer  Thee  einer  steigenden  Beliebtheit
erfreut.  Das  Quantum  war  in  Einfuhr
1860:1,4  Mill.,  1878:  35,4  Mill.  Pfd.;
1872  machten  die  indischen  Zufuhren  kaum
10  Proz.,  1878  aber  fast  23  Proz.  des  Gcsamtimportö
  aus.  —  In  ähnlicher  Weise
hat  der  Tabakbau  zugenommen,  der
namentlich  in  der  Präsidentschaft  Bombay
gepflegt  wird.  In  den  auswärtigen  Handel ­
  gelangt  wenig,  da  mit  wachsender  Produktion ­
  der  stets  starke  Verbrauch  gleichen
Schritt  hält.  Der  Export  hat  sogar  gegen
früher  bedeutend  nack,gelassen  (1874—75
für  4,659,080  Mk.,  1877—78  nur  noch
für  1,915,260  Mk.).  —  Der  Anbau  von
Mohn  (inBengalen,  Behar  und  Malwa)
ist  wegen  des  daraus  bereiteten  und  als
Handelsartikel  hochwichtigen  Opiums
für  Indien  von  der  größten  kommerziellen
Bedeutung.  In  Bengalen  ist  die  Mohnkultur
  ein  Monopol  der  Regierung,  in
Bombay  und  Malwa  unterliegt  das  Produkt ­
  einer  starken  Besteuerung.  Die
Opiumbereitung  ist  die  größte  Einnahmequelle ­
  Indiens,  und  der  Export  wertete
1879—80:286,5  Mill.  Mk.  Derselbe  geht
fast  ausschließlich  nach  China.  Dort  wurden ­
  1879  eingeführt:

Malwa  .  .  .
Patna  .  .  .
Benares.  .  .
Andre  Sorten.

133,o  Milt.  Mark
50,7  -  .
36.1  -  -
14.2  -  -

Zusammen:  234,o  Mill.  Mark
Zucker  wird  entweder  ans  dem  Zuckerrohr ­
  dargestellt,  oder  aus  dem  Safte  der
Dattelpalmen  abdestilliert;  letztere  Bcreitlingsart
  ist  im  Zunehmen.  Anbau  sowohl
als  Ausfuhr  sind  stetig  steigend.  Der  Export ­
  betrug  1872-73  nur  294,818  Ctr.,
stieg  1876-77  auf  1,093,625  Ctr.  und
wird  1877  —  78  ans  844,125  Ctr.  im
Wert  von  15  Mill.  Mk.  angegeben.  Dabei ­
  ist  der  lokale  Konsum  weit  größer  als
sonst  irgendwo.
Unter  den  Farbstoffen,  welche  besonders ­
  kultiviert  und  ausgeführt  werden
(Krapp,  Safflor,  Drachenblut  rc.),  nimmt
Indigo  den  ersten  Rang  ein,  obschon
allerdings  in  neuerer  Zeit  manche  chemische ­
  Fabrikate  diesen  Kulturen  Abbruch
thun.  Die  Ausfuhr  wertete  1879—80:
            
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