4
DBHH
37 G
::
'M
Ostindien (Produktion: Viehzucht).
darunter Leinsamen 7,198,M0Ctr., Nübsameu
3,193,000 Ctr., Gingellysamen
(»ach Frankreich) 1,158,000 Ctr., zusammen
für 93,5 Mill., 1879-80 fur 93,7
Uà kl, 5JÍ1,
Viehzucht. Dieselbe ist im allgemeinen
nicht stark, denn läßt man einige Provinzen,
für welche Zählungen fehlen, außer
Betracht, so fallen auf 100 EiiNv. 36 Rinder,
18 Schafe, 1 Pferd, 1 Esel. Aber in
den Hauptackerbangegenden ist der Rindviehstand
drei - bis fünfmal dichter. Das
Hornvieh ist teils Büffel-, teils Zeburasse:
Milch ist das Lieblingsgetränk der bessern
Klassen, auch wird sic gebuttert, und zerlassene
Butter (Ghi) bildet einen sehr bedeutenden
Konsumartikcl. Doch wird das
Vieh schlecht gepflegt, meist sich selbst überlasten,
obwohl dem Inder die Kuh heilig
ist. Außer diesen Haustieren gibt es noch
zahlreiche frei umherschwärmende Büffelherden,
deren Zahl man in Britisch-Birma
allem auf l,200,000Köpfe schätzt. Indien
exportierte 1875 an 24 V, Mill. Stück von
Hauten und Fellen und zwar aus Bengalen
16,412,000, Madras 6,616,000,
Bombay 1,360,000 Stück. 1879 — 80
hatte dieser Export einen Wert von 74,8
Mill. Mk. Hierin ist allerdings der Ertrag
derJagd eingeschlossen, von deren Ergiebigkeit
man sich einen Begriff machen
kann, wenn man hört, daß 1877 von
reißenden Tieren allein 22,821 Stück erlegt
wurden. In demselben Jahr hatten
Viehzüchter 53,197 Stück Vieh durch wilde
Tiere verloren. — Die Schafe, welche in
den weniger dicht bewohnten Distrikten gezogen
werden (so im Pandschab), sind meist
ärmliche Tiere mit harter und vielfach farbiger
Wolle ; die Wollproduktion zu schätzen
ist unmöglich, die Ausfilhr wird 1879—
1880 auf 21,9 Mill. Mk. angegeben. In
den Nordwestprovinzen, dem Sitz derSchafzucht,
ist auch die Tuchweberei zu Hans.
Bedeutender als die Schafzucht ist aber die
Aufzucht von Ziegen; im Himalaya, in
Afghanistan und Tibet liefern diese Tiere
das Material zu den weltberühmten Kaschmirshawls.
Sehr ungenügend für den
Bedarf ist die Pferdezucht, da die einheimi-Tlere
gu klein sind, ein schwereres
Gewicht zu tragen. Die Reiterei der indischen
Armee wird daher durch Zufuhren
voll Pferden alls Australien und beni Kapland
versorgt. — Die Seidenzucht
wird vornehmlich in Bengalen (°Ao der
ganzen Ernte), außerdem un Pandschab,
Centralindien, Maissur und den südlichen
Distrikten von Bombay gepflegt. In Nordindien
gewinnt man eine dunkle, feste,
aber grobe Seide von dem Tussehfalter.
Doch ist das Produkt im allgemeinen eiil
mittelmäßiges, indem weder Bevölkerung
noch Regierung die nötige Sorgfalt aufwenden.
Daher nimmt auch die Seidenzucht
ab, und die Importe von Rohseide
zur Verarbeitung in Bombay und im
Pandschab sind viel bedeutender als die
Ausfuhren, welche nur durch die schlechten
Ernten Europas in jüngster Zeit belebt
wurden. DerRohseidenerport betrug 1874 :
2,239,917 $fb. i,„ iwi 22,o BÜK.
Mk., siel aber bis 1879—80auf 10,3Mill.
Mk. Die ostindische Seide,ifabrikation
üesert Stoffe mit sehr schönen Mustern:
Tücher (Bandanas), Samt, Bänder,
zahlreiche Faşonartikel; dabei bezog das
Land 1878 von England für 5,8 Mill.
% 3c., für 2v, am.
Mk. Webstoffe ohne die Scidengarne,
welche einen nicht nnwesentlichen Posten
ausmachten.
Wald findet sich in O. als Hochwald
nur in den Gebirgen; dichter Niederwald
(Dschangeln) breitet sich an vielen Stelleil
ini gewellten Terrain und in ungesunden
oder unfruchtbaren Niederungen aus; er
liefert Brennholz und in eiiizelnen hochstämmigen
Bäulnen und dem üppig hervorschießenden
Bambusrohr auch Bauholr
Früher nahm man an, daß der Waldbc-Itand
100,000 qkm umfasse; man weiß
jetzt jedoch, daß die Ausdehnung eine weit
Die technisch wichtigsten Bäume
höhere ist
stilb: der Teat bäum, wovon man in neuester
Zeit 300,000 Stämme in Bombay angepflanzt
hat,während man zugleich die Teak
Waldungen für Staatseigentum erklärte;
ferner Schwarzholz, Ebenholz, Sandelholz,
Bambus n. a. Die Ausfuhr von Hölzern
hatte 1878 einen Wert von 8,335,200 Mk.
Wichtige Waldproduktc sind ferner : Myrobalanen,
Stocklack, für welchen O. fast
ein Monopol besitzt, Kautschuk (1879 nach