400 Portugal.
delsflotte 1879 war: 42 Dampfer von
12,848 cbm und 512 Segelschiffe langer
Fahrt von 83,489 cbm, zusammen 554
Schiffe von 96,337 cbm. — Der Schiffsverkehr
war 1877:
Eingelaufen:
7966 Segelschiffe von 913000 Kubikm.
2671 Dampfer - 2101000
Ausgelaufen:
7859 Segelschiffe von 910000 Kubikm.
2680 Dampfer - 2398000
Die fremden Schiffe hatten davon einen
Tonnengehalt beimEinlauf von 2,429,000
Ton., beim Auslauf von 2,521,000 T.
Die Zahl der Segelschiffe überwiegt, aber
der Tonnengehalt der Dampfer ist doppelt
so groß, 2,101,000 gegen 913,000 T.
beim Einlauf, und dabei entfielen auf die
frcmdeuSchifse 1,970,000, resp. 661,000T.
Konsulate unterhält Deutschland in
Lissabon und Porto, Vicckonsulate iuFaro,
Lagos, Setubal, Villa Nova de Portimão.
Finanzen. Man arbeitet schon seit
langen Jahren mit einem jährlichen Defizit;
die Bemühungen, ein Gleichgewicht
in Einnahme und Ausgabe herzustellen,
haben sich völlig unzulänglich erwiesen.
Es betrilgen (in Millionen Mark):
Einnahmen Ausgaben
1878— 79: 113,04 126,os
1879- 80: 117,59 149,27
Dazu kommt noch das Budget der Kolonien,
welches im Finanzjahr 1879—80
ein Minus von 823,846 Mk. aufwies. Die
Einnahmen betrugen 8,7, die Ausgaben 9,5
Mill. Mk. — Diesen Verhältnissen gemäß
ist die S t a a t s s ch u ld nicht unerheblich
gestiegen. Eiil großer Teil ist freilich
durch Eisenbahnanlagen entstanden. Früher
kam die Regierung ihren Verpflichtungen
gegen die ausländischen Gläubiger
nicht nach, und in jüngsterZeit mußteman
Anleihen aufnehmen, um die verfallenen
Zinsen zu bezahlen. Daher waren Anleihenschwer
unterzubringen. So mußten
von der 1877er Anleihe' von 130 Mill,
m. noch 1878: 50 9m. 9Rf. gu 3 ißtog.
im Kurs von 50 in London zur Subskription
aufgelegt tverdcn. Am 30. Juni 1878
iwiiv der Stand der Staatsschuld: neuere
Schuld 1664,8 Mill. Mk. (davon äußere
984,7 Mill. Mk.), ältere zu konvertierende
Schuld 8,5 Mill. Mk. Die Barverzinsungen
1877—78 bctrugcn47,4Mill.Mk.,
die rückständigen, in Schuldtiteln bezahlten
Obligationen 22,2 Mill. Mk.
Kreditwesen. Es bestehen in P. 24
Banken, unter denen die »Bank von P.«
zu Lissabon die bedeuteildste ist. Sie wurde
1822 als Bank von Lissabon mit 2500
Mill. Reis Kapital auf Aktien gegründet,
später wurde das Kapital auf' das Doppelte
erhöht und 1846 durch Vereinigung
mit der Confiança-Bank zur jetzigen Anstalt
erweitert. Sie macht namentlich
Diskont- und Leihgeschäfte und hat das
alleinige Recht zur Notenausgabe. Jetzt
beziffert sich ihr Kapital auf 35,6 Mill. Mk.
Eine Zweigbank besteht zu Porto. Die
niedrigsten Stücke lauten auf lO Milrcis
(45 Mk.), kommen daher im Kleinverkehr
sehr wenig vor. 1877 wurden sogen.
Kupfernsten, d. h. nur in Kupfer eiu'lösbare
Noten, ausgegeben, weil die Menge
der unklaufenden Goldmünzen stark abnahm.
Das Wechsclrecht ist dem französischen,
resp. dem spanischen nachgebildet.
Der Wechsclstempel beträgt 1 pro
Mille, und zwar 20 Reis von 5—20 Milreiö,
100Reis von über20—lOOMilreiS;
200 Reis von über 100-200 Milreis re.
Geld, Maße und Gewichte. Es
herrscht reine Goldwährung; Silber gilt
nur als Scheidemünze. Die Corona
— 5 Milreis — 7,i g mit u /m Feinehalt.
Atan rechnet nach Reis, Milreis
1000R.) und Conto deReis(l Mill.R.).
Thatsächlich wird der llmlauf durch englische
ganze und halbe Sovereigns bewerkstelligt,
deren Wert gesetzlich auf 4500, resp.
2250 Reis normiert ist. Längen m a ß e
sind: der Palmo de craveiro — 22 cm, die
Pie — j Va Palmo — 33 cm; die Milha
hat 9389 Vs Palmos — 2,065 m. Flächenmaß:
der Gcira — 58,36 Ar. Getreidemaße:
der Moio zu 15 Fangas, die Fanga
— 55,30 Lit. Flüssigkeitsma'ß: die Almnda
(Almade)—16,748.; Weinmaß: die Pipa
zu 26 Almudas — 435,24 L. Auch wird
die Weinpipe von Porto zu 534, die Pipe
von Lissabon für alle Flüssigkeiten zu
504 L. berechnet. Gewicht: das Arratel
hat 0,459 kg. Das 1868 eingeführte