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Reichenberg — Reuß.
Reichenberg, Stadt in Böhmen, an der
Neiße, Knotenpunkt der drei Bahnlinien
nach Pardubitz, Zittau und Görlitz; (isso)
27,300 ein». Handelskammer, Handels
gericht; Hauptzollamt; Filiale derÖster-
reich.-Nngar. Bank, Neichcnberger Bank,
Gegenseitiger Vorschußvcrein. — R. ist
der Centralpunkt der nordböhmischenTuch-
industrie, welche durch 30 größere und
400 kleinere Unternehmungen vertreten
ist, die bei günstigem Geschäftsgang etwa
4500 Stühle (nur 150 mechanische) und
7000 Arbeiter beschäftigen und meist glatte
Stosse (Tuch und Peruvienne, jährlich
150,000 Stück im Wert von 20 Milt.
Mk.) erzeugen. In Verbindung damit
Streichgarnspinnerei, Färberei und Ap
pretur von Wollstoffen; doch sind auch
andre Industriezweige : Kammgarnspinne
rei, Maschinenbau, Fabrikation von Weber-
kämmen und Kratzen, stark vertreten.
Reims (Rheims, spr. riings), Arron
dissementshauptstadt im franz. Departe-
Ulent Marne, rechts an der VcSle und
dem Kanal von der Aisne zur Marne,
Knotenpunkt von fünf Eisenbahnen des
Eisenbahnnetzes zwischen Paris, Brüssel,
Straßburg; (1876) 80,098 Einw. Handels
kammer, Handelsgericht; Filiale der Bank
don Frankreich, Société generale, Comp
toir d'Escompte, Warenbörse.—Unter den
Industriezweigen obenan steht die sehr be-
deiltende Schaftvolliudustrie: Merinos,
Shawls, Flanelle, feine Tuchsorten und
Nouveautees in Kleiderstoffen; sie beschäf
tigt ca. 260,000 Spindeln, 350 Kamm
maschinen, 6250 mechanische und 5850
Handstühle mit 9500 Arbeitern (ohne die
zu Hanse beschäftigten Personen). Der
Jahreswert der erzeugten Waren beträgt
68 Mill. Mk. Der Handel befaßt sich na-
Mentlich mit dem Vertrieb von Wolle und
den Reimser Schaswollartikcln sowie mit
dein hier präpariertet: Champagnerwei
nen, für welche R. den Haupthandelsplatz
bildet (jährlich über 5 Mill. Flaschen).
Remscheid, Stadt im preuß. Rcgie-
lungsbezirk Düsseldorf, bares) Zweigbahn
Mittershausen-R.) mit der Bergisch-
MärkischenBabn verbunden;U880) 30,043
Einw. Reichsbanknebcnstelle, Volksbank
(eingetragene Genossenschaft); Hauptsitz
der Fabrikation von Eisen- lind Stahl
waren, deren zahlreiche Artikel (»Rem-
scheider Waren«) nach Rtlßlaild, Öster
reich, Frankreich, England, Spanien aab
Amerika exportiert werden.
Retalhuleu,Stadtimcentralamerikan.
Freistaat Guatemala, am Stillen Ocean.
Deutsches Vicekonsnlat für die Departe
ments R. aab Quetzaltenango. Hafen ist
Champerico, aus dein 1878—79 durch die
Dampfer der Pacific Mail Steamship
Co. 10,2 Mill. Psd. Kaffee ausgeführt
wurden, davon nach Deutschland 2,7 Mill.
Psd. ; die Einfuhr wertete 764,400 Mk.
Rctimo, Hafenplatz auf der türk. Insel
Kandia, Station der Dampferlinien: Ne-
derlandsche Stoomboot Maatschappij und
Österreichisch-Ungarischer Lloyd.
Reunion (spr. nünjongh, früher Bour
bon), den Franzosen gehörige Insel im
Indischen Ocean, 1330 km von der Ost
küste Afrikas; 1979 qkm (35,95 QM.)
mit (1877) 182,130 Einw., davon 123,216
Farbige (importierte Kulis). Zuckcrplan-
tagen nahmen 1877: 39,613 ha der ge
samten Kulturfläche (70,415 ha) ein, da-
voii Saite 1877—78 : 807,680, 1878—
1879: 660,000 Ctr. ; ferner baut man
Kaffee, Tabak, Kakao u. a. Der Verkehr
geht besonders nach Frankreich. 1877
liefen ein: 215 Schisse, aus: 220 Schiffe;
Einfuhr: 18,6 Mill., Ausfuhr: 24,9 Mill.
Mk. Hauptort ist St. Denis auf der
Nordwestküste mit 23,000Einw. — Wech
selkurse notiert man auf Paris und Mar
seille. Geld läuft aus allen Ländern um;
Maße und Gewichte sind die metrischen.
Neuß, zwei souveräne deutsche Fürsten
tümer: R. ältere Lini e (N.-Greiz) und
N. jüngere Linie (N.-Schleiz-Gera),
auö zwei getveiuitcn Teilen bestehend:
einem nördlichen (Unterland) und einem
größer» südlichen (Oberland), mit einem
Flächeninhalt von 1146 qkm (20,8 OM.)
mit (1880) 152,047 Einw., wovon auf die
ältere Linie 316 qkm (5,7 OM.) mit
50,782 Einw., auf die jüngere Linie 829
qkm(15,i OM.) mit 101,265 Einw. kom
men. Die Bevölkerung ist fast durchweg
protestantisch; 1871 lebten in R. ältere
Linie nur 150 Katholiken und 19 Juden,
in N. jüngere Linie nur 187 Katholiken