Riligkjöbing — Rio de Janeiro.
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Mündung des Flusses. Trotzdem löschen
uiib laden aber die meisten Schisse an
den neu ausgebauten, ausgedehnten Kais
bei R. oder in dem zu diesem Zweck an
gelegten Vorhafen bei Mühlgraben, etwa
alls dem halben Weg zwischen R. und
Dünamünde. 1879 liefen 2769 Schiffe von
964,506 Ton. (1325Dampfer von 658,604
T.) ein; davon waren britische 533, deut
sche 807, russische 428. Haupthandelsar-
tikelwaren (in Millionen):
Einfuhr Ausfuhr
Steinkohle 145,7 Kilogr.
Schienen. 41,o -
Eisen . . 74,o -
Salz . . 19,5
Dîoggcu . 3,o Hektol.
Hafer . . 3,8
Flachs. . 37.» Kilogr.
Holz . . 97,7 Mark
ferner bei der Einfnhr : Gußeisen, Heringe,
Lokomotiven, Wolle, Petroleum, Wein,
Soda, Kaffee, Baumwolle, Korkholz, Harz;
bei dcrAusfuhr:Spiritus(1879:9,sMill.
Grad), Hanf, Lein- und Hanfsaat re. Die
Einfuhr zur See belief sich 1879 ans 99,5
Mill., die Ausfuhr auf 132,6 Mill. Mk.
Auf Deutschland entfielen 1878 von dem
Einfuhrwert 32,6 Mill., von dem Aus
fuhrwert 22,5 Mill. Mk.
Ringkjöbing (fpr. -köbmg), Hauptstadt
des gleichnamigen dän. Amtes in Jütland,
an der Ostseite des Fjords von R. und der
Jütländischeu Bahn; (isso) 2035 Einw.
Deutsches Konsulat für das Amt R.;
R. Bank. Fischerei und Dampfschiffahrt.
Rio de Janeiro (gewöhnlich kurz R i o),
Hauptstadt des Kaisertums Brasilien, am
westlichen Ufer der gleichnamigen Bai deö
Atlantischen Oceans und den Bahnen
R.-Santos, R.-Petropolis; Station der
Dampferlinien : Hamburg - Südamerika
nische Dampfschiffahrtsgesellschaft, Nord
deutscher Lloyd, Belgian Royal Mail
Comp., Lavarello u. Komp. (Genua), Lam
port and Holt, Pacific Steam Navigation
Co.(Liverpool), Royal Mail Steam Packet
Co., Rocco Piaggio (Genua), Société
generale de transports maritimes, Uni
ted States aud Brazil Steamship Co.
(New Bork), Société Chargeurs réunis
(Havre); (is72) 228,743, mit den Vor
städten 274,972 Einw. Deutsches Kon
sulat (Amtsbezirk: die Hauptstadt und
die Provinzen R., Minas GeraeS und
Espirito Santo); Münze; Börse, Bank os
Brazil, Commercial Bank of R., English
Bank of R., New London and Brazil
Bank.—Die I n d u st r i c umfaßt nament
lich : Zuckersiederei, Branntweinbrennerei,
Tabak- und Cigarrenfabrikation, Baum-
wollmanufakturrc.—Der Handel wird
großenteils durch hier etablierte englische,
deutsche und französische Handelshäuser
betrieben. R. ist Hauptstapelplatz Bra
siliens wie der gesamten Ostküste Süd
amerikas. Ein Trockendock zur Reparatur-
großer Schisse befindet sich auf der Jlha
das Cobras, andre in den Buchten von
Saüde und Samböa. 1879 liefen 2941
Schisse von 1,465,606 Ton. ein, 2954
von 1,660,905 T. aus; 1880 kamen 194
deutsche Schiffe au, und 189 liefen aus.
Die Ausfuhr besteht in Kaffee (1879
das höchste Quantum: 3,535,183 Säcke
zu 60 kg), Zucker (62,527 Säcke), Tabak
(1,309,864 kg). Von Zuckerbranntwcin
wurden 18,300 Pipen ein- und 1935 Pi
pen ausgeführt. Andre Erportartikel sind:
Hörner, Häute, Tapioka (8521 Fässer),
Jacarandaholz (10,752 Blöcke); weiche
Bauhölzer werden auch in steigendem
Maß eingeführt. Die Einfuhr besteht
namentlich in Weizenmehl(1879:406,506
Fässer, meist aus Nordamerika, aber auch
aus Triest und Genua), Steinkohle
(195,930 T., davon 192,151 aus Eng
land, 2617 auö Deutschland), Butter aus
Frankreich, Weinen, Cement, Petroleum,
Geweben (davon 44,848 baumwollene,
8398 wollene, IMI Ballen Leinen), in ge
dörrtem Fleisch (vom La Plata und Rio
Grande), Eisen- und Kurzwaren rc.
Platzgebräu che. Mau verkauft
Kaffee, Zucker, Baumwolle für 15 kg,
Reis für 60 kg, Salz für 40 Lit., ameri
kanisches und Tricstcr Mehl für das Faß,
Jacarandaholz für das Dutzend Blöcke,
Bordeaurwciu in Kisten, Bier für das
Dutzend Flaschen, Spiritus für das eng
lische Gallon; Landeöerzeugnissc gegen bar.
von Einfuhrwaren: Manufakte auf 12
Monate, Proviant gegen Wechsel auf 6—
8 Monate oder30 Tage. Wechselkurse
notiert mau auf Hamburg und Bremen
90 Tage nach und auf Sicht, auf London,
Paris, Havre, Marseille, Antwerpen,
Lissabon, Porto 90 u. 60 Tage nach Sicht.