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Russisches Reich (Bergbau: Gold, Silber, Blei, Eisen).
Der Export besteht fast ausschließlich
in Kaviar und Fischleim; von Kaviar
wird jährlich für 3,2 Mill. Mk. ausge
führt, Fischleim (Hansenblase) nimmt
seinen Weg ausschließlich über Peters
burg; 1878 wurden 81,744 kg exportiert
und zwar von Stör 47,730 kg, von
Wels 34,014 kg.
K. Bergbau.
Da« russische Reich besitzt einen außer
ordentlichen Reichtum an Mineralien,
doch kaun die Produktion den Bedarf nicht
befriedigen. Dem inländischen Verbrauch
liefert sie von Eisen 69, von Stahl und
Stahlschienen 45, Kupfer 27, Zink 49,
Kohlen 58, Salz 82, Petroleum 73, Schwe
fel 6 Proz. In allen Gruben und Hütten,
ausschließlich der Salinen, waren 1879:
282,319 Arbeiter beschäftigt. Ohne die
Goldschmelzeil arbeiteten in den Hütten
971 Maschinen mit 64,364 Pferdckräften.
1) Gold, Silber und Blei. Gold
wird namentlich in den Gouvernements
Jaklltök, Jeilisseiök und Irkutsk, sodann
in TranSbaikalien, Perm, Amur, Oren
burg, Tomsk u. a. gefuilden. Die Ge
samtproduktion alles Goldes von 1741—
1875 beträgt nach Soetbeer 1,033,655 kg
im wn 2,883,897,450 m.
cieli 1879 war die Ausbeute 42,181 kg.
Während die Goldproduktion zugenom
men hat, zeigt Silber einen Rückgang.
Mit Blei wird es in 24 Grilben, vor
nehmlich in Tomsk, dann auch in Trans-
baikalien und im Terekgebiet, gewonnen,
uildzwar lieferten 1879 die 7 Silberhütten
(5 in Tomsk) mit 111 Öfen 11,464 kg
Silber und 1,398,608 kg Blei. Der Er
trag von Silber ist aber gegen frühere
Jahre enorm gesunken, ebenso der Wert;
mail gewann Äiro(ļïi ä0ci . t ju TOnr!
1821—30 : 232600 4187000
1871—75: 57480 2060000
Die Gesamtproduktion alles Silbers von
1741 ■— 1875 beträgt nach Soetbeer
2,428,940 kg, % 437,209,200
Das gewonnene Edelmetall wandert zum
bei weitem größten Teil in die Münzen
bes Landes, um vou dort ins Ausland
ì'oÄìckt zu werden. Geprägt wurden
18:8: 34,582,048 Rubel in Gold und
16,361,263 Rubel in Silber. Voit 1700—
1878 wurden geprägt und in Umícntf ge
setzt: Goldmünzen 877,629,348 Rubel,
Silbermünzen 498,981,263 Rubel, dazu
1828—45 noch 4,250,000 Rubel in Pla
tin, das man im nördlichen Perm, teil
weise im Goldsand, findet; diese Münzen
sind indes jetzt fast alle eingezogen.
Der Handel mit Blei zeigt eine be
trächtliche und ziemlich konstante Einfuhr-
menge, die sich 1879 auf 19 Mill, kg
belief; nach Petersburg gelangen zwei
Drittel des ganzen Imports. Der Zoll
für Blei ist l),oo Mk. pro 100 kg.
2) Eisenerze sind außerordentlich weit
verbreitet; am reichsten ist aber Perm,
das dieHälfte allerProdukte liefert. 1876
wurden aus 1311 Gruben 1011,9 Mill,
kg Erze gefördert; 151 Schmelzöfen, 254
Hohöfen, 681 Stahlöfen lieferten 1879
(in Millionen Kilogramm) :
Roheisen . . . 416,s Stahl 88,a
Eisen in Banen, Stahlschienen . . 55,4
Stangen,Blcch-c. 272,a Eisenwaren. . . 53,i
Durch den schwierigen Verkehr ist Eisen in
Rußland teurer als in irgend einem an
dern Land. Rach 1875 stand Eisen in Polen
doppelt so hoch als in Deutschland un d Eng
land; im Innern, z. B. in Tula, sind die
Preise noch viel höher. Natürlich trägt dazu
auch der hohe Zoll bei. Derselbe ist jetzt für
100 kg» (in Mark): bei Gußeisen 0,so,
Sorteneiscn 6,94, Eisenblech 9,91, Schie
neneisen 3,76, Schmiedearbeit 19,82, Stahl
15,86, Schlosscrarbeit 49—89 Mk. Trotz
dem bezieht Rußland das Roheisen zu
meist vom Ausland, 5 der bedeutendsten
Fabriken für Schienen (2 je in Peters
burg und Warschau, 1 in Berdjanök) aus
schließlich. Die Einfuhr betrug 1879
399,6 Mill, kg, nämlich:
Gußeisen . . 185,3 I Schienencisen . 2,8
Sorteneisen . 98,4 Besseincrschic-
Eisenblcch. . 30,3 | neu. . . . 73,8
Im Vorjahr war die Einfuhr von Schie
nencisen und Bessemerschienen doppelt so
hoch gewesen. Eine in neuester Zeit einge
setzte Kommission zur Reform der Eisen-
und Maschinenzölle hat übrigens der Re
gierung vorgeschlagen, die Einfuhr von
Roheisen für zollfrei zu erklären.