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Sachsen-Weimar-Eisenach.
Roggen 20,616 lin, Hafer 17,022, Kartoffeln
11,296, Weizen 9737, Gerste 6639
ha. Die Erträge sind so niedrig, daß noch
z>vei Siebentel deö Bedarfs eingeführt
werden müssen. Nennenswert ist der
Hopfenbau. Nach der Viehzählung voir
1873 gab eö 4531 Pferde, 70,160 Rinder,
85,000 Schafe und 37,564 Schweine.
Die Forstwirtschaft ist von großer Bedeutung.
Der Bergbau liefert Steinkohlen
lind Eisenerze, Schiefer der östliche Teil,
wo (namentlich bei Lehesten) 1880: 39,787
Ton. (1,877,313 Mk.) gebrochen wurden,
ferner Marmor, Porzellanerde, Farberde.
Die Salinen zu Salzungen undNeusulza
Hcfcrtm 1880:19,527 %. (503,028 3Rf.),
Friedrichshall das bekannte Bitterwasfey.
— Industriell waren 1875 in
15,627 Hauptbetrieben 31,938 Personen
nnd (1879) 163 feststehende Dampfkessel
beschäftigt. Die bedeutendsten Industriezweige
sind dasHütteuwcsen (1880:28,769
Ton. Roheisen, 8720 T. Flußeisenfabrikate
u. a., überhaupt in 71 Werken für
5,335,950 Mk.), die Verfertigung feinerer
Holzwarcn, Tuchfabrikation, Lederbcreitling,
Spinnerei ilnd Weberei undPapiermacheefabrikation.
Der Sonneberger Distrikt
(s. Sonneberg) betreibt ein Welthandelsgeschäft.
—Der Handel geht über
Europa nach Amerika und andern Erdteilen.
Das Land gehört zum Thüringischen
Zoll- und Handelsverein. Hauvtausfuhrartikel:
Vieh, Häute, Wolle, Leder,
Leinen, balnnwollene und wollene Waren,
Salz, GlaS, Porzellan, Kaolin, Marmel,
Holz und Holzwaren, Wetzsteine und Schiefertafeln,
Pech, Kienruß rc.—- Die Straßen
hatten 1877 eine Länge von 1505 km, die
Eisenbahnen von 191,i km, davon
20,97 km Staatsbahncn. — Kreditanstalten
sind die Mitteldeutsche Kreditbank
(Kapital: 37,5 Mill. Mk.) und die
Deutsche Hypothekenbailk (9,602,880
Mk.), beide in Meiningen. — Ein Konsulat
der Vereinigten Staaten besteht zu
Sonneberg, und eigne Konsulate unterhält
S. in Frankfurt a. M. und Münden. —
Staatshaushalt. Nach dem Voranschlag
1880 —82 betrugen die Einnahmen
4,640,565 Mk., davon Domänentasie
2,075,500, LaudeSkasse 2,565,065
Mk.; die Ausgaben 4,123,100 Mk., davon
Staatsschuld'59!,500 Mk., Matrikularbeitrag
1881-82: 396,669 3Wf. Die
Staatsschuld war 31. Dez. 1879:
12,262,678 (@lfc,t#n#ulb 7,226,598)
Mk., wogegen Aktiva im Betrag von
11,588,44o Mk. standen.
Sachsen - Weimar - Eisenach, zum
Deutschen Reich gehöriges Großherzogtum,
besteht ans drei getrennten größer» Teilen
: dem Eisenacher, Weimarer und Nenstädtcr
Kreis, mit den Enklaven Osthciiu
(in Bayern), Ilmenau, Allstedt und Oldisleben
und einer Anzahl kleinerer Parzellen;
3593 qkm (65,03 QM.) mit (isso)
309,503, baßegm 1875: 292,933 @inn\
(barunter 9535 Katholiken unb 1081 Inden).
— Produktion. Von dem Gesamtareal
sind 56 Proz. Acker und Gärten,
12 Proz. Wiesen und Weiden, 25
Proz. Wald. Bestellt waren 1878 mit
Roggen 34,824 ha, mit Hafer 30,789,
mit Gerste 26,997, mit Weizen 20.079,
mit Kartoffeln 18,331 ha; auch Ölsaat
und Flachs werden in größcrm Umfang
gebaut. Zur Förderung der Landwirtschaft
besteht eine Landeökreditkasse. Die
Viehzählung von 1873 ergab: 15,547
Pferde, 112,296 Rinder, 21%,874 Schafe
und 78,141 Schweine. Eilt Wollmarkt
wird in Weimar abgehalten. Bergbail
und Hüttenwesen sind nicht von'Belang.
— Industriell waren 1875 in
21,585 Hauptbetrieben 41,918 Personen
beschäftigt; 1879 wurden 182 feststehende
Dampfkessel gezählt. Ani bedeutendsten
sind: Streichgarn- und Kammgarnspinnerei
und-Weberei, Strumpfwirkerei (namentlich
in Apolda), Fabrikation von Posamenten,
Schnitzwaren, Pfeifen (Ruhla)
u. a. — Das Großherzogtum gehört ziti»
Thüringer Zoll- und Handelsverein. Ausgeführt
werden: Getreide, Obst, Holz,
Wacholderbeeren, Pottasche, Wolle, Woll-,
Baumwoll- u. Lcinenwaren, Strumpfwaren,
Ruhlaer Kurzwaren, Porzellan rc.—
Die Chausseen hatten 1865 eine Länge
von 898 km, verschiedene Eisenbahnen
durchkreuzen das Land. — Kreditinstitute
sind die Weimarische Bank(Kapital:
10,856,428 Mk.), Landeskreditkasse; (1875)
12 Sparkassen mit 16,8 Mill. Mk. Einla-